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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Keine Angst, etwas „Falsches“ zu sagen

Gipsy Music -2006 in Budapest
Etwas „Falsches“ zu sagen, bedeutet eigentlich, etwas unzutreffendes von sich zu geben. Doch mehr und mehr wird das „Falsche“ zu einem Tabu: Wann immer ein Mensch, der eine Gruppe betroffen reagieren könnte, wird geschliffen, gefeilt und geschraubt. So lange, bis Wörter gar nichts mehr bedeuten - außer vielleicht in der von Ideologien unterwanderte Soziologie, die ohnehin glaubt, die Weltherrschaft über das Wort antreten zu dürfen. Mir ist klar, dass die nicht alle tun - aber jene, die ständig unsere Begriffe in ihre Sinne zu beeinflussen versuchen, müssen eben auch Ideologinnen und Ideologen genannt werden.

Zu viel des Guten im Deutschen?

Da ich viele populärwissenschaftliche Artikel aus dem Englischen übersetzte, weiß ich nie, ob Professor X eine Frau oder ein Mann ist. Manchmal sagt es mir der Vorname, mal ein „she“ oder „he“, doch oft muss ich ein Bild des Menschen im Internet suchen, um zu übersetzen: „Wie Frau Professor X. im Interview sagte“. Oder eben: „die Professorin Dr. X.“ Das ist ein alter Hut, nichts wirklich Neues. Aber es wirft möglicherweise einen Schatten auf die übertriebene deutsche "Gendergerechtigkeit". Denn im Grunde ist „genderneutral“ nur interessant, was Professor X. sagte, und nicht, ob es sich um Frau oder Mann handelt.

Der "Mohr" ist kein Schimpfwort - und was ist mit dem "Cigan"?

Klar - das „N“-Wort sollte man aktuell niemals sagen. Aber in der Literatur vergangener Tage steht es eben so - dass muss selbst jemand begreifen, der sich intensiv „gegen Rassismus“ engagiert. Der „Mohr“ existiert weiter - wenigsten im Mohr von Venedig“ (The Moore of Venice). Er ist sicher eine Verballhornung des „Mauren“, hat aber nichts mit dem „N“-Wort zu tun. Das Z-Wort ist auf keinen Fall „rassistisch“, auch wenn es so wirkt. Es ist der Cigan, englisch „Gipsy“. „Sinti und Roma“ benutzt man im Offizialdeutsch, aber die Begriffe sollen ohnehin unzutreffend sein. Um aus der Unsitte des gereinigten und weichgespülten Deutsch herauszukommen, sagen die meisten Konzertveranstalter heute ohnehin „Gipsy“. Gipsy-Music“ ist eben kürzer als „Klänge und Gesänge der Sinti und Roma“.

Der "Osten" und sein "Fidschi"

Und obgleich dies manche Menschen bewegt, ist es nicht das Schlimmste, noch ethnisch zweifelhafte Begriffe zu benutzen. In „Neufünfland“ aka Ostdeutschland aka Mitteldeutschland ist der „Fidschi“ ein „Fidschi“, obwohl er sich deutlich als Vietnamese zu erkennen gibt. Das ist - streng genommen - nichts als eine bewusste Entehrung. Und es ist sicher verwerflicher, als einen Eskimo immer noch Eskimo zu nennen statt „Inuit“.

Erst ,wenn ein Wort zu Hetze wird, lauern Gefahren

Was spricht dagegen, nahezu alles zu sagen und es so zu sagen, wie einem der Schnabel gewachsen ist? Der einzige Einwand, der zählt, ist doch: Wenn sich einzelne Hetzer zu Banden zusammenfinden, dann ist „Schluss mit lustig“. Wenn also jemand hetzt, und dabei andere aufhetzt, dann muss auch der Liberale eingreifen.

Populäre Angriffe auf Männer und "CIS-Menschen"

Hetze ist, „weiße ältere Heterosexuelle“ oder gleich alle „CIS-Menschen“ zu verdammen. Wer Frauen gegen Männer aufhetzt, ist ebenso zu verachten wie jemand, der Männer gegen Frauen aufhetzt. Und wenn jemand seine oder ihre Wissenschaft dazu missbraucht, Ideologien in die Welt hinein zu schleudern, dann sollten ihn die Kolleginnen und Kollegen mahnen, dies doch bitte zu unterlassen. Die pure Ideologie als Wissenschaft zu vermarkten, ist eigentlich verachtenswert.

Warum wir keinerlei Extremismus unterstützen sollten

Was wir sagen dürfen und was nicht, steht im Grundgesetz - basta. Und was vereinzelte Soziologinnen und Soziologen, Feministinnen und Maskulinisten und sonstige Ausrufer von uns fordern, ist optional. Wir müssen uns nicht daran halten. Wir sollten nicht einmal auf sie hören, geschweige denn, uns ihrem Sprachgebrauch unterwerfen. Und wenn wir mal etwas sagen, was andere missfällt - dann ist es eben so. Eine absichtliche Beleidigung ist damit nicht verbunden.

Ich sah gestern: „Nur nichts Falsches sagen“ (SWR)

Ernüchterung

Der Sonntag ist vorbei. Wir, die wir „das Ei des Kolumbus beim Milchmann“ kaufen würden (1), ja wir in den Niederungen des Alltags, schauen einander an. Was war das nur für ein Müll, der das ganze Wochenende auf uns herabfiel? Wir – das sind diejenigen, die nicht öffentlich das große Maul aufreißen können. Der Müll? Er stammt von Künstlern, Journalisten, Politikern und insbesondere sozialen Netzwerkern, die sich alle unglaublich wichtig nehmen.

Und nun? Nun wird es Zeit, uns zu beruhigen. Wir müssen nicht diesem oder jenem vollends zustimmen – das ist viel zu billig. Aber wir müssen uns auch nicht sagen lassen: Wenn du es tust, bist du ein Verräter an … (da dürft ihr mal eure Lieblingsformel einsetzen).

Niemand hat das Recht, uns zu sagen, wie wir „zu denken haben“. Und jeder, der das versucht, sollte geächtet werden.

Und wir haben durchaus die Hoheit, über das selbst zu entscheiden, was wir an Informationen an uns heranlassen wollen. Denn wir tragen Verantwortung für uns.

Wenn das verstanden wurde, dann bin ich zufrieden.

(1) Die Anleihe stammt von Peter Rühmkorf aus „Anti Ikarus“

Die "Süddeutsche" pestet weiter gegen Lisa Eckhart

Letztes war es noch Maxim Biller, diesmal ist es die Kolumnistin Marie Schmidt, die bei der Süddeutschen Zeitung die Eckhardt-Gegnerin gibt. Und natürlich wird abermals auf den Artikel von Maxim Biller hingewiesen, auf die das Feuilleton der Süddeutschen offenbar extrem stolz ist. Und der Vorwurf der „Geschmacklosigkeit“ angesichts der Einladung von Frau Eckhardt wird gleich auch noch einmal wiederholt. Und natürlich fehl nicht das Wort „antisemitisch“, das im Text gleich zweimal genannt wird - und sogar im Link, sodass es nur niemand übersehen möge.

Der Text strotzt vor Besserwisserei - und außer am Schauspieler Ulrich Matthes lässt die Süddeutsche-Autorin kein gutes Haar an der Sendung, der Moderatorin und den übrigen Teilnehmern.

Das kann man schreiben, sicher. Aber es ist dennoch entlarvend. Die Autorin fühlt sich als Bestandteil der Elite, hat einen elitären Literaturbegriff und mag Leute nicht, die versuchen, sich von anderen abzuheben. Zum Beispiel eben auch Lisa Eckhart.

Ich zitiere dazu ein paar Sätze, die ich als recht entlarvend empfinde:

Und womöglich hätte dieses Gespräch gezeigt, warum Lisa Eckhart so lasziv sein möchte und dabei so unangenehm berechnend wirkt. In diesem Zusammenhang soll und darf sicher erwähnt werden, dass ihr mit einer Art Airbrush-Dschungel bedruckter Blazer bei der Aufzeichnung etwas offen stand, und darunter soll es wohl aussehen, als sei sie nackt.


Oh ja ... wie kann ein Mensch es wagen, so bei einer literarischen Veranstaltung aufzukreuzen, nicht wahr, Frau Schmidt?

Zitat: Süddeutsche Zeitung"

PS: Offensichtlich haut jetzt auch VICE in diese Kerbe.

Ich empfehle einen Beitrag der Zeitung, die mir ansonsten viel zu "links" ist. Aber der Autor Renè Hamann der TAZ trifft den Nagel auf den Kopf.

Noch eine Anmerkung: Mehrere Journalisten behaupten standhaft, dass es sich bei Lisa Eckhart (oder um die Person, die dahintersteht) um eine „Antisemitin“ handelt. Ich denke, man sollte in eine andere Richtung schauen, wenn man Antisemitismus geißeln will - vor allem in den Alltag.

Warum meine Meinung zählt

Ich bin ein Mann, meine Hautfarbe ist weiß, ich bin (im Jargon der Andersdenkenden) „cis“ und im Sinne der Gelehrtensprache „heterosexuell“. Ich habe wenig Macht, und ich bin sicher keiner dieser egozentrischen „Influencer“. Und ich vertrete eine ehrliche, unverfälschte, liberale Meinung. Sie zählt schon deswegen, weil sie meine Meinung ist. Nicht mehr und nicht weniger. Wen diese Meinung stört, den mag sie stören. Es ist gut, ab und an jemanden zu stören, der sein eigenes Denken für das Evangelium hält.

Warum sollte die Meinung einer dunkelhäutigen (nach deren Jargon) „queeren“ und in der Umgangssprache „lesbischen“ Frau mehr oder weniger zählen?

Sie hätte vielleicht etwas anderes zu sagen, vielleicht aber auch das Gleiche. Meinungen entstehen nicht ursächlich aus der Hauptfarbe, der sexuellen Orientierung oder irgendeiner anderen Empfindung. Sie entstehen aus dem Können und Wissen und der Bewertung von Fakten und Umständen.

Es musste (seufz ...) einmal gesagt werden, denke ich.

Soros-Stiftung hat die Nase voll von Ungarn

Die Soros-Stiftung zieht sich aus Ungarn zurück und geht nach Deutschland, weil sie um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter fürchtet.

Die Nicht-Regierungs-Organisation (NGO), die sich für die Menschenrechte einsetzt und in Budapest eine Universität betreibt, wurde von der Regierung Orbán mehrfach verbal attackiert.

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