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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Schweden im Blick der Pandemie-Falschmünzer

Bei der Pandemie ist vor allem wichtig, nicht auf dummdreiste Facebook-Beiträge und andere Ignoranten im Netz hereinzufallen - das hat dieser Tage wieder einmal CORRECTIV festgestellt.

Dabei ist es sehr einfach, sich objektiv zu informieren, nämlich hier. Zudem hat Schweden, grob gerechnet, nur 10 Mio. Einwohner, davon fast 1 Mio. in Stockholm. Und es gibt Landstriche, in denen sich eher Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen, als dass sich zwei Nachbarn begegnen.

Was ist eigentlich los mit diesem "Bremer" und seinen "50 Frauen"?

Angeblich hat ein „Bremer“ bei Tinder über 50 Frauen angeschrieben und musste sich dann bei „Jodel“ anhören, was für eine Pflaume er ist.

Was steht dahinter? Eine Mitteilung des „Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. Sie steuert vor allem drei Sätze bei (Zitat):

• Bei Tinder schreibt ein Mann aus Bremen mit über 50 Frauen.
• Das Ergebnis der Partnersuche auf dem Dating-Portal verblüfft.
• Jetzt sucht der Tinder-Nutzer aus Bremen dringend Hilfe bei Jodel.


Mal der Reihe nach: Ob es den „Mann aus Bremen“ wirklich gibt, und ob er sich „mit 50 Frauen geschrieben hat“, ist unsicher. Die Redakteure „wissen“ es nur aus den Eigenaussagen, die dieser auf dem Ratgeberportal „Jodel“ veröffentlicht hat. Der Name Jodel erscheint im Artikel 15 Mal – also viel zu oft für einen Artikel mit ca. 770 Wörtern.

Auf „Tinder“ Bezug zu nehmen, erweist sich immer als publikumswirksam. Der Name der populären Dating-App erscheint insgesamt 21 Mal – diese Häufung eines Markennamens ist ebenfalls ist ausgesprochen merkwürdig.

Sich „mit 50 Frauen zu schreiben“ klingt viel – wir wissen aber nicht so genau, was er jeder der 50 Frauen schrieb. Jedenfalls hatte er keinen Dating-Erfolg damit. Das ist bei einem Großteil der männlichen Tinder-Nutzer nicht ungewöhnlich – und ist schon gar nicht „verblüffend“. Schließlich „sucht der Mann Hilfe“. Und was macht er? Jodelt seinen Misserfolg in die Welt hinaus – bei Jodel. Dabei handelt es sich sich um ein sogenanntes „Soziales Netzwerk“, das nur als App existiert.

Warum braucht er eigentlich „dringend“ Hilfe? Kann er nicht einfach hinnehmen, dass Tinder sich für ihn nicht eignet? Und warum sucht er Hilfe bei „Jodel“? Kann er nicht einen Kumpel fragen, wie er vorgehen soll? Hat er kein Umfeld, in dem man so allgemeine Fragen stellen kann?

Kann er offenbar nicht. Er wird, wie auf Foren oder Netzwerken ja nun mal nicht unüblich, beleidigt und diffamiert. Damit hätte er rechnen müssen.

Ich denke mir da so meinen Teil.

Übrigens muss ich gestehen, dass ich „Jodel“ zuvor nicht kannte. Und ich will es auch nicht kennenlernen.

Journalismus: Erst mal behaupten ist ja so geil

Heute will ich euch von einer wirklich lästigen Tendenz in der Presse berichten, nämlich gewisse spektakuläre Zeiterscheinungen zu verallgemeinern, uns die dann populistisch auszuschlachten.

Das Medium: Süddeutsche Zeitung.
Wo: Im Feuilleton (Kulturteil).
Wer: Marie Schmidt.
Was: Die Journalistin schließt von einem Tinder-Phänomen auf alle beginnenden Beziehungen, und aufgrund einer gewagten Konstruktion von aneinandergereihten Behauptungen wird die Frage behandelt, ob „Liebe heute noch eine Chance habe.“

Zunächst einmal die Überschrift:

Liebesbeziehungen – Gefühle, so peinlich


Wen das interessiert, der darf weiterlesen, und er stößt zunächst auf eine Behauptung: „Lange“ (also wann denn nun?) hätten Beziehungen mit Gefühlen begonnen und sich dann „zur ersten gemeinsamen Nacht“ gesteigert.

Dieses „Lange“ muss schon lange zurückliegen, und aufgrund welcher Erfahrungen diese Sätze geschrieben wurden, bliebt unklar.

Nun wird auf der Basis dieser Behauptung eine zweite Annahme nachgeschoben, nämlich: Heute würde man mit Sex beginnen und die Liebe würde daran scheitern, einander gefühlsmäßig zu begegnen, oder wörtlich:

Heute startet man mit Sex - und scheitert dann daran, sich emotional nahezukommen.


Eine neue Behauptung: Von Tinder ist nicht mehr die Rede, sondern davon, dass „man“, also nahezu alle Partnersuchenden, mit Sex starten. Die nächste Behauptung wird gleich angehängt: das Scheitern als Folge, also die frühzeitige Auflösung der gerade begonnenen Beziehung. Nach dem Text ist das Scheitern obligatorisch. Und warum soll es möglich oder nicht möglich sein, sich dann noch emotional näherzukommen?

Bliebt noch eine kleine Begriffsverwirrung:

- Einander emotional näher kommen ist noch keine Liebe.
- Das Wort „Liebesbeziehung“ ist unscharf, denn in dem Zeitbereich, in dem eine emotionale Bindung beginnt, spielt Verliebtheit eine größere Rolle als die Liebe – ob mit oder ohne Sex.

Und all das macht die Frage „Hat Liebe in Zeiten von Tinder noch eine Chance?“ zu einer Farce.

Natürlich steht es Frau Schmidt frei, zu schreiben, was sie gerne möchte. Die Frage ist nur, ob man anhand eines lächerlichen App-Phänomens gleich auf die Liebeskultur eines Volkes (oder gar aller Menschen?) schließen sollte.

Die erwähnten Zitate lassen sich leider Online nicht vollständig lesen. Die Quelle verweist auf kaum mehr als die Überschriften.

Wer versucht, die Bundestagswahl 2017 zu manipulieren?

Correstive.org und WahlCheck17 informieren vor der Bundestagswahl 2017 über Fake News. Ich habe ich angemeldet, um Ihnen sozusagen aus „erster Hand“ schreiben zu können, wer die Wahl von außen oder innen mit Falschmeldungen zu beeinflussen versucht.

Kann man der Wissenschaft vertrauen?

Im Grund: ja. Nur nicht jeder Art von Wissenschaft. Selbst für die Naturwissenschaften kann dies gesagt werden (Zitat):

In bestimmten Fachbereichen scheinen Status und Reputation ein größerer Ansporn zu sein, als sich darauf zu konzentrieren, fundamentale Probleme der Menschheit zu lösen.


Den Naturwissenschaften kann man vorwerfen, Ergebnisse viel zu früh zu publizieren und dabei zwangsläufig ungenau zu sein. Ein typisches Beispiel ist die Hirnforschung. Wer auch nur ein klitzekleines Bisschen von Datenübertragung und Datenverarbeitung versteht, muss die plumpen Versuche der Gehirnforscher, das Denken zu erklären, zwangsläufig als „Allchemie“ ansehen. Dabei ist es nicht falsch, dass sie forschen – nur das ständige öffentliche Hühnergegacker über sensationelle Ergebnisse nervt.

Die Menschen, die uns dies sagen, sind allerdings überwiegend Naturwissenschaftler. Im Bereich der Geisteswissenschaften herrschen nach wie vor abenteuerliche Annahmen, die nicht bewiesen werden können und die außerdem abhängig vom Zeitgeist sind. Die sogenannte „Forschung“ besteht dabei oftmals darin, unbeweisbare Annahmen mithilfe fragwürdigen Methoden solange zu beforschen, bis eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie etwas Wahrheit enthalten könnten.

Diese Wissenschaftler stehen in Verruf - völlig zu Recht.

Zitat: DIE ZEIT.