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Kompetenzen in Zeiten des Virus

Dieser Tage machen viel von sich reden ... vom allgegenwärtigen SPD-Mitglied mit Virologenvergangenheit bis zum Professor mit Immunologenvergangenheit.

Da ich irgendwie eben doch auf „twitter“ bin, bekomme ich von dort auch immer wieder „Larifari-Informationen“, die andere ohne Zweifel als "fake news" identifizieren würden. Wie sagte doch einst der Radio-Bremen Redakteur Jochen Grabler? (liegt schon etwas zurück, ist aber gleichwohl gültig):

16 Jahre sind im Wissenschaftsbereich Jahrhunderte.

Oh, ich bin seit ziemlich genau 15 Jahren (welch Zufall) nicht mehr aktiv in der Welt der professionellen, industriell genutzten Software unterwegs - doch ich sitze immer noch auf dem Hochsitz, um zu beobachten, was heute möglich ist.

Sollte mich das als „ausgemachten IT-Spezialisten“ auszeichnen? Auf keinen Fall würde ich wagen, mich heute als solchen zu bezeichnen. Dann müsste ich ja wenigstens wissen, wo sich das Modul befindet, in das ich eingreifen wollte. Weiß ich aber nicht. Und insofern halte ich die Klappe, wenn von derartiger Software die Rede ist.

Sollten vielleicht einige Leute auch tun, wenn von aktuellen medizinischen Entwicklungen die Rede ist, oder?

Was können eigentlich Spezialisten?

Die Welt zu erklären, ist im Grunde genommen zwei Gruppen vorbehalten:

Jenen, die von ganz viel ganz wenig wissen.

Man nennt sie auch „Generalisten“.

Denen, die von ganz wenig ganz viel wissen.

Dies nennt man auch „Spezialisten“.

Spezialisten und Generalisten

Das Können und Wissen der Generalisten ist begrenzt, aber es beruht auf einer breiten Wissens- und Ernährungsbasis. Das hat den Vorteil, viele Aspekte eines Problems zu sehen und sie in die Beurteilung einfließen zu lassen.

Spezialisten hingegen haben ein sehr spezifisches, teils tief gründendes Wissen. Und wenn sie wirklich gut sind, dann haben sie auch noch reichlich Erfahrungen mit den Auswirkungen.

Fast nichts von sehr wenig wissen?

Erstaunlich viele Menschen wissen von fast gar nichts sehr wenig. Sie verbreiten Meinungen, was sehr gefährlich sein kann. Ihnen gegenüber steht ein enorm kleiner Anteil der Menschheit, dessen Wissen und Können sowohl in die Breite wie auch in die Tiefe geht. Man nennt sie auch Genies.

Auch Spezialisten benötigen Hilfe

Als Ex-IT-Organisator habe ich oft erlebt, dass Spezialisten die Hilfe anderer benötigen, um ihr Wissen und Können erfolgreich anzuwenden. Ebenso benötigten Generalisten wie ich selbst die Hilfe von Spezialisten, wenn sie in Erklärungsnot gerieten.

Die Sichtweise der Spezialisten

In der heutigen Zeit hören wir ständig auf Spezialisten. Das ist nicht generell verwerflich, aber die Frage ist oft nicht, wie tief Spezialisten schauen können, sondern wie weit. Und wir müssen uns auch darüber klar werden, dass auch Spezialisten Meinungen haben und diese teilweise auch äußern, wenn sie dazu von Journalisten aufgefordert werden.

Vielleicht sollten wie alle mal eine Notiz im Hirn hinterlassen: Echte Könner reden nur, wenn sie etwas zu sagen haben.

Nicht alle Experten sind glaubwürdig

Was wäre, wenn wir allen Experten glauben würden? Gegenwärtig passiert genau das, was jedem Wissenschaftsbeobachter geläufig ist: Jedes Uni würde gerne noch ein bisschen mit ihren Forschungen prahlen, gleich, ob sie relevant sind oder nicht.

Und was sage ich euch? Im Moment seid ihr noch gut aufgehoben, wenn ihr einerseits auf eure lokalen Politiker hört, andererseits auf die Virologen, Ärzte und Mathematiker, und schließlich auch auf die Ökonomen. Letztere sind ja nicht einfach „seelenlose Profitgeier“, sondern sie sind mit Recht besorgt um unser Wohl. Denn wenn wir weder geistige noch industrielle Güter produzieren und verkaufen, dann fallen längerfristig eben auch Arbeitsplätze weg - und wesentlich mehr, als wir verkraften können.

Klar ist das ein Drahtseilakt. Aber das wissen eigentlich alle, auch wenn sie es (noch) nicht sagen.

Die Krise - Vernunft, Spekulationen und Presse

Sinnreiche Rede: die deutsche Bundskanzlerin
Die deutsche Bundeskanzlerin verdient viel Lob. Sie sagte in ihrer Rede, was Sache ist, ein bisschen rhetorisch, aber durchaus kompetent und verständlich.

Klar - so ganz lässt sich die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mit der Corona-Krise vergleichen, doch dies ist mit Sicherheit zutreffend (Kanzlerin):

Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt.

Denn genau darauf kommt es an, und nicht auf das, was Die Sensationspresse uns täglich „andreht“. Auch darauf wies die Kanzlerin indirekt hin. Wer wissen will, was „Sache ist“, findet beim RKI die Informationen, die er braucht - und keine Horrormeldungen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg - fotografieren war verboten ...
Voraussagen sind Spekulationen

Die Krise zeigt uns die Grenzen der Voraussagen: Alles, was Zeitungen über die Dauer der Krise und die zukünftige Entwicklung schreiben, beruht auf vagen Annahmen oder gar kühnen Spekulationen. So spekuliert der österreichische Bundeskanzler öffentlich über die Dauer der Krise, was nicht hilfreich ist. Und er kritisiert weiterhin die EU und meint die Bundesrepublik Deutschland. Ach, Herr Kurz - Sie haben genau die gleichen Zahlen wie wir alle und verbreiten Spekulationen, die keinem Menschen auf dieser Erde helfen.

Zahlen allein sagen gar nichts aus

Apropos Zahlen und Experten - die täglichen „Fallzahlen“ sind eine Sache, und wir sollten sie nicht bezweifeln: Ihre Hochrechnung und Interpretation ist allerdings weitgehend spekulativ, und wir sollten überaus kritisch sein, sie zu verbreiten. Wo über „exponentielles Wachstum“ schwadroniert wird, sollte man besser einmal lesen, was der Mathematiker Stefan Flasche dazu der Deutschen Welle sagte.

Expertokratie als Alternative?

Inzwischen darf auch gefragt werden: Wer hat eigentlich die Bewertungshoheit für eine „Krise“? Die Boulevardpresse, die Politik oder die diversen „Experten“, vom Virologen über den Psychologen bis zum Mathematiker? Vorerst ist dies nur eine Frage - aber sie wird immer brisanter, je mehr Krisen von „Fachleuten“ beeinflusst werden.

Ob ich euch nicht etwas Netteres schreiben könnte? Fragt mich doch einfach - vielleicht mach ich es wirklich.

Die aktuelle Promi-Trennung und die Presse

Ich rede normalerweise nicht über „Promis“. Sie werden ohnehin bei Weitem überbewertet und in einer Art bewundert und vergöttert, die ihnen nicht zukommt.

Nun waren da aber „Thea und Thomas Gottschalk“. Thomas Gottschalk ist der der Mann, der für die Goldbären im Fernsehen wirbt. Vorher hat er auch mal etwas anderes gemacht.

Die Presse ist da mal wieder fix. Trennungsgrund sei ein Katzenklo, heißt es im TAGESSPIEGEL. Seriöse Presse sollte man meinen. Doch was Dr. Elisabeth Binder dort von sich gibt, spottet jeder Beschreibung, und es endet mit dem tollen Satz:

Wer als Kind ein spirituelles Training hatte, versteht es in der Regel auch als Erwachsener, Zeichen zu lesen.


Äh … hattet ihr als Kind "spirituelles Training"? Ich stelle mir das schrecklich vor … arme Kinder, die auch noch so etwas durchleiden müssen.

Die Berliner Zeitung hat das getan, was Journalisten mit Vorliebe tun, wenn sie nicht Genaues wissen, aber viel schreiben möchten: Sie befragen „Experten“.

Es treten auf: Zukunftsforscher Harry Gatterer, Familientherapeut Achim Haid-Loh und Lisa Fischbach, als Hauspsychologin von ElitePartner bekannt.

Und nachdem mal wieder alles zu nichts oder auch nichts zu allem gesagt ist, bleibt das verehrte Publikum ratlos zurück. Hauptsache, man hat darüber geschrieben.

Und mal Tacheles: Warum sich ein Paar nach einem Jahr scheiden lässt oder nach über 40 Jahren, geht die Öffentlichkeit einen Scheißdreck an.