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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Die einfache Erklärung – von Tönen, Klängen und Geräuschen

Die Einheit von Mensch, Instrument und Umgebung erzeugt den Klang
In der Natur gibt es so gut wie keine „reinen“ Töne, und auch Musiker können sich nicht rühmen, solche Töne zu erzeugen. Auch Naturtöne sind keine „reinen Töne“ sondern physikalisch Mischungen verschiedener Frequenzen.

Der "Ton" ist für Menschen das, was zu ihnen durchdringt

Wenn wir von Musikinstrumenten oder der menschlichen Stimmen sprechen, dann nennen wir einen „Ton“ immer das, was bei uns im Gehirn ankommt. Der Tone muss also zunächst mal durch die Luft zum Ohr vordringen, um dann vom Gehirn „wahrgenommen“ zu werden.

Sobald der Ton dort ankommt, wird er vom Gehirn interpretiert: Etwa so: Das ist ein hoher Ton, und er klingt wie ein Pfeifen – das könnte eine Flöte sein. Geübten Musikhörern fällt es nicht sonderlich schwer, die Instrumente zu unterscheiden. Sie wissen also beispielsweise, wie ein Sopransaxofon oder ein Fagott „klingen“ kann.

Der unterschiedliche Klang entsteht aus vielen Tönen und Geräuschen

Der unterschiedliche Klang der Instrumente ergibt sich aus den Schwingungen, die in der Physik ist ein Ton oder der „Klang“ eines Instruments nie ein „einzelner“ Schwingungsvorgang. Ganz schulmäßig gesprochen, besteht der Klang eines Tons zunächst aus dem Grundton und einigen sogenannten Obertönen oder Partialtönen. Ganz korrekt ist dies nicht, weil Töne, die mit der menschlichen Stimme oder bestimmten Blasinstrumenten erzeugt werden, noch viele weitere „Beimischungen“ enthalten. Wer sich näher damit beschäftigen will: Es ist eine komplizierte Materie, und sie lässt sich nicht mit einigen Sätzen beschreiben.

Ich habe versucht, das Thea unabhängig von der Begriffsverwirrung auf einen Nenner zu bringen:

Was am Ende „herauskommt“, liegt am Spielenden, Singenden oder sonst wie Töne erzeugenden Menschen. Was davon wieder in den Hörer oder die Hörerin „eindringt“, liegt an der persönlichen Einstellung zur Musik.

Bestimmte Instrumente klingen immer wieder deutlich unterschiedlich

Wenn du Beispiele von Instrumenten suchst, die sehr unterschiedlich klingen können, kannst du bei Klarinetten, Saxofonen oder Trompeten beobachten.

So also entsteht der Klang, den man auch „Timbre“ nennt. Er gibt jeder Stimme und jedem Instrument die entsprechende Eigenart. Das gilt auch für alle Musiker, die ein charakteristische Spielweise entwickelt haben, an der man sie erkennen kann, wie etwa John Coltrane auf dem Sopransaxofon, den ich stellvertretend für viele andere Musiker nenne.

Soweit Sänger(innen) betroffen sind, spielen neben den Vokalen auch sprachtypische Besonderheiten eine Rolle. Ein bekanntes Beispiel ist das Lied „Qongqothwane“, das Mariam Makeba in ihrer Muttersprache Xhosa sang und wegen der seltsamen Laute auch „Klicksong“ genannt wird.

Hinweis zu den Begriffen Ton, Klang und Geräusch

Akustiker, Musiker und Musikhörer verstehen unter einem „Ton“ oft nicht das Gleiche. Genau genommen ist ein „Ton“ ein reiner Sinuston, den man künstlich erzeugen kann und der in der Natur so gut wie gar nicht vorkommt. Er kann aber als „Note“ geschrieben werden, die im Allgemeinen sowohl die Tonhöhe des Grundtons wie auch die Dauer des Tons beinhaltet. Das reicht aber nicht aus, um den „Ton“ vollständig zu beschreiben, denn sobald er tatsächlich gespielt wird, wird er unweigerlich zum Klang. Für einen „Klang“ gelten ähnliche unterschiedliche Sichtweisen – bei diesem Begriff gibt es insbesondere Unterschiede in der Akustik und im Hi-Fi-Bereich. Von den überwiegend an der klassischen Musik orientierten Musikwissenschaftlern werden „Geräusche“ nicht dem Klang zugerechnet. Im Zweifel sollten Autorinnen und Autoren also beschreiben, was sie uns wirklich sagen wollen und nicht an den Begriffen festhalten, die als „Schulwissen“ gelten.

Die benutzten Quellen (oft nicht in Übereinstimmung mit der hier vertretenen Sichtweise):

Im Musiklexikon
Thieme Zu menschlichen Stimmen.

Sehr ausführlich und aus unterschiedlicher Sichtweise wurden die Begriffe um "Töne" in Wikipedia beschrieben.
Bild: Der Klarinettist Giora Feidman solo (sehpferd Juni 2008, Budapest)

Am Anfang stand die Romantik – das Wort „Empathie“ kritisch betrachtet

Am Anfang stand die deutsche Romantik. Der Kunsthistoriker Robert Vischer hat den Begriff „Einfühlen“ vermutlich als Erster verwendet. Der Psychologe Theodor Lipps (1851 - 1914) hat in ähnlicher Weise eine Einfühlungstheorie auf psychologischer Basis verfasst. Als der britisch-amerikanische Psychologe Edward Bradford Titchener (1867 – 1927) im Jahr 1909 eine plausible Übersetzung für den von Lipps geschaffenen Begriff suchte, hat er das Wort „Empathy“ dafür gefunden und in die englische Wissenschaftssprache eingeführt.

Das Einfühlen - von der deutschen Romantik nach Amerika und wieder zurück

In Deutschland stand der Begriff „Einfühlen“ damals für eine Verbindung zwischen dem Fühlen des Menschen zu dem, was er betrachtet. In der Übersetzung gab es bald eine andere Bedeutung, die mehr dem Begriff „Mitfühlen“ entspricht.

Als das Wort durch die vielen englischsprachigen Wissenschaftstexte wieder zurück nach Deutschland kam, wurde es zur „Empathie“ und damit zum Sammelbegriff für verschiedene emotionale Regungen. (1)

Wenn man den Begriff in seine Eigenschaften zerlegt, dann ergeben sich Fragen:

- Wie weit kann ein Mensch Emotionen rein gefühlsmäßig nachempfinden?
- Reicht das Durchdenken des Gefühls, um sie zu empfinden oder zu verstehen, oder ist mehr dafür nötig?
- Wie viel von den Gefühlen der anderen werden dabei mit eigenen Gefühlen vermischt?


Im Dorsch wird eine bemerkenswerte Definition gebraucht, die von anderen Erklärungen deutlich abweicht:

Empathie ist das affektive … Nachempfinden der vermuteten Emotion eines anderen Lebewesens auf Basis des kognitiven Verstehens dieser Emotion und bei Aufrechterhaltung der Selbst-Andere-Differenzierung.

Diese Beschreibung hebt sich von den vielen „bewertenden“ oder gar moralisierenden Definitionen deutlich ab. Sie trägt auch dazu bei, Empathie als menschliche, naturgegebene Eigenschaft zu verstehen, die in vielen Variationen auftreten kann.

Gelehrtensprache als Verschleierung

In Deutschland ist üblich geworden, bei psychologischen Fragen die „Gelehrtensprache“ zu verwenden, also von nahe liegenden Alltagsbegriffen abzuweichen. Auf diese Weise wird vorgetäuscht, einen Umstand vollständig verstanden zu haben.

Das allerdings ist - mindestens in diesem Fall - ein Trugschluss, denn der Begriff „Empathie“ verschleiert eher das, was wirklich gemeint ist. Worte wie „Mitgefühl", „Anteilnahme“, „Nächstenliebe“ oder „Verständnis“ sagen im Grunde viel mehr aus über die eigene Empfindung als das Kunstwort aus der psychologischen Theorie.

Dieser Artikel ist ein Meinungsbeitrag unseres Autors "sehpferd" zur Diskussion über die heutige Bedeutung des Wortes Empathie. Kritik ist willkommen

(1) Das Online-Lexikon "Wikipedia" verzeichnet 43 unterschiedliche Definitionen des Begriffs "Empathie". Ich denke, wer sich durch den Wust von Definitionen "gewühlt"" hat, wird weiterhin Alltagsbegriffe verwenden, um verstanden zu werden.

Kommunikation - erweiterte Begriffe

Zum Verständnis diese Beitrags zunächst ein Vorwort, wenn du den ersten Teil nicht gelesen hast:

Manche Kommunikationslehrer sagen uns, dass es vier Wahrnehmungsebenen gibt. Das ist an sich nicht falsch, doch nun ergibt sich die Frage, auf welchen dieser Ebenen wir nicht verstanden werden – auf einer? Auf allen? Und kumulieren sich die Fehler dabei oder heben sie sich gegeneinander auf? Ich gebe euch dazu einen Überblick über die Wahrnehmungsebenen:

In der Kommunikationstheorie nennen wir den Wortführer „Sender“, den, an den die Worte gerichtet sind, „Empfänger“. Die Rollen können im Lauf des Gesprächs gewechselt werden und dienen nur dazu, das Schema zu verdeutlichen.

Die Idee, die hinter dem folgenden Schema steht, heißt "Das Informationsquadrat", auch "Vier-Ohren-Prinzip" genannt. Der Autor des dazugehörigen Buches ist Friedemann Schulz von Thun. Seine Bücher sind im Handel erhältlich. Schulz von Thun ist gegenwärtig die Autorität für Fragen der menschlichen, insbesondere der beruflichen Kommunikation. In diesem Beitrag werden keine wörtlichen Zitate daraus verwendet. Er dient lediglich dazu, generelle Probleme der Kommunikation zu vertiefen.

Die Sachinformation

Sender: Verständnis ist vorrangig abhängig von der Formulierung.
Empfänger: Abhängig von der empfangenen Informationsqualität, der Formulierung und vom eignen Verständnis.

Die Selbstkundgabe:

Sender: nahezu ausschließlich abhängig von der Formulierung und seiner Glaubwürdigkeit.
Empfänger: Abhängig von der Bereitschaft, die Botschaft zu empfangen und einzuordnen.

Der Beziehungshinweis

Sender: Agieren auf gefährlichem Terrain – der Sender nimmt sich das Recht heraus, den Empfänger zu beurteilen.

Empfänger: Meist eine geringe Bereitschaft, diesen Teil der Botschaft zu akzeptieren – „überhören“ ist die übliche Strategie. Die Art der Beziehung spielt dabei eine große Rolle.

Appell

Sender: der Versuch, etwas beim Empfänger zu bewirken, um ihn oder das Verhältnis zu ihm zu verändern.
Empfänger: Wenn die Bereitschaft zur Veränderung vorhanden ist, kommt die Botschaft beim Empfänger an.. Ansonsten werden Appelle schnell als „Übergriffe“ empfunden.

Wollt ihr die gesamte Betrachtung lesen - dann geht es los mit der Eisbergtheorie.

Falls ihr euch für die Grundlagen von Kommunikationstrainings interessiert - hier mein Beitrag dazu.

Das Sagbare

Sagbar soll sein, was einen Wert hervorbringt, also was erwähnenswert ist oder ganz einfach wichtig zu wissen ist. Ein möglicher anderer Ausdruck dafür wäre „erklärbar“. Etwas, das sich mit Worten erfassen lässt, das ist „sagbar“.

Dummerweise ist das Wort in die Gosse gefallen, dort, wo man alles für „sagbar“ hält, was inzwischen völlig wertlos ist. Die Literatur ist auch nicht besser – sie sollte wissen, was sagbar ist und nicht vom hohen Ross herunter nach Fremdwörtern suchen, um dies zu sagen: Es gibt nichts Unsagbares.

Das Sagbare, das Unsagbare und das Unsägliche

Wir verlassen jetzt den hyperintellektuellen Teil unseres Landes und wenden uns den Graswurzeln zu. Dort wird das Sagbare vom Unsagbaren abgesondert wie das Eiweiß von dem Dotter. Sagbar ist demnach, was jemand mit eigenen Worten beschreiben kann, also möglichst etwas, wovon er etwas versteht. Um es noch zu erwähnen: Manchmal sagt jemand etwas unter erröten oder sonst wie schamhaft, weil das Sagbare für ihn unsäglich ist.

Das Unsagbare hingegen ist fast bedeutungsgleich mit dem Unsäglichen, dem Ungeheuerlichen oder dem „Fremden“. Es gibt einige angeblich bedeutungsgleiche Wörter für „unsäglich“, aber die meisten weisen darauf hin, dass diese Wörter etwas ausdrücken sollen, was sich nicht ausdrücken lässt. Beispiele wären „entsetzlich“, „unbeschreiblich“ oder „ungeheuerlich“.

Gute Beispiele?

Wer gute Beispiele für die Anwendung von „unsagbar“ oder „unsäglich“ sucht, findet sie fast ausschließlich in alten Lexika, so wie hier:

Das träge Leben des Mannes wechselt mit den größten Strapazen: Er durchzieht die Wüste unter den unsäglichsten Entbehrungen Hunderte von Meilen weit und erträgt Hunger, Durst und die Sonnenglut mit stetem Gleichmut.

Oder:

Der unsagbare Mystizismus der Atmosphäre eines Ankleidezimmers.

Was zu sagen bleibt

Die unsägliche Mühe, die ich mir auferlegte, um das Sagbare und das Unsagbare zu erklären – hat sie sich gelohnt?

Das, liebe Leserinnen und Leser, überlasse ich nun ganz euch.

Quellen: Grimms Lexikon, Retrolib und weitere Quellen.

Gedankenspiele aus Philosophie und Psychologie?

Warum lassen sich angeblich gebildete Menschen so oft auf „wissenschaftliche“ Meinungen ein, die eigentlich nur philosophische oder psychologische Gedankenspiele sind?

Begriff festschreiben - nötig, aber oft schwierig

Ich kam darauf, weil ich in den letzten Wochen und Monaten viel mit Begriffen beschäftigt habe, die einem Wandel unterliegen. Kürzlich war der „Gutmensch“ dabei und sein Pendant, der „gute Mensch“. Dann war es der Begriff „toxische Beziehung“ solo, oftmals gefolgt von dem „Narzissten“, der dafür sorgt, dass sie „toxisch“ wird. Diesmal war es die Ethik gegenüber der Moral.

Wandel und Beständigkeit

Wer glaubt, über das Beispiel dozieren zu können: Ich hätte auch die „Sittlichkeit“ und die „Ethik“ als Beispiele nehmen können. Und ja, ich weiß selbstverständlich, dass sich Ethik theoretisch mit Verhaltensnormen beschäftigt. Wer auf die andere Seite schaut, also die Moral oder die Sittlichkeit, landet bald auf den Glatteis des schnellen Wandels.

Natürlich hat jeder das Recht, seien Meinungen über etwas zu verbreiten. Und es ist ausgesprochen interessant, den Bedeutungswandel eines Wortes zu verfolgen. Das Problem ist nur: Wandel ist Wandel – und er geht über den Tag hinaus. Eine wissenschaftliche Arbeit hingegen schreibt fest – wobei die Recherchen naturgemäß stets in der Vergangenheit liegen. Sie könnten schon am Tag der Veröffentlichung überholt sein.