Skip to content
Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Was ist eigentlich los mit „BDSM“?

Zunächst wird euch überraschen, dass „BDSM“ kein fest gefügter Begriff für eine einzige Spielart der Lüste ist. Vielmehr ist es ein lockerer Begriff, der aus vier Teilen besteht, die erst in der jeweiligen Zusammensetzung einen Sinn ergeben - und manchmal nicht mal dann.

B, D, S und M

„B“ steht für „Bondage“ – auf deutsche Fesselungen.
„D“ steht für „Disziplin“, auf Deutsch in diesem Zusammenhang etwa „Erziehung“.
„D“ steht aber auch für Dominanz (Beherrschung).
„S“ steht für Submission (Unterwerfung).
„S“ steht aber auch für Sadismus (Psychologischer Begriff).
„M“ steht für „Masochismus“ (Psychologischer Begriff).

Aus diesen Komponenten werden von den Autoren nun die Begriffe zusammengeschustert, zum Beispiel D/S oder S/M. Was dahintersteht, ist allerdings äußerst unscharf.

Wer hat die Begriffe erfunden?

Die ersten Definitionsversuche wurden von Psychiatern und/oder Psychologen übernommen, denen es im Wesentlichen um die Katalogisierung der dahinterstehenden „Abweichungen“ ging. Beispielsweise wurde der „Sadismus“ an den Schriften des Autors de Sade aufgehängt, für der Begriff „Masochismus“ stand der Autor der „Venus im Pelz“ Pate, also der Schriftsteller Sacher-Masoch. „Sadomasochistisch“ ist demnach, wer Freude an sadistischen und/oder masochistischen Machtspielen hat.

Aus der Dunkelwelt in den heimischen Bücherschrank - S/M-Literatur

Die Kombinationen entstanden, als die Szene aus der „Dunkelwelt“ in die Öffentlichkeit ging, und es gab einige Definitionen, was „BDSM“ nun sein sollte – einige waren durchaus kontrovers.

Es dauerte ziemlich lange, bis der Kunstbegriff im bürgerlichen Milieu bekannt wurde. Der eigentliche Durchbruch gelang mit der Trilogie „Shades of Grey“, die ihrerseits wieder sehr umstritten war. Das Bild, das heute viele Menschen des bürgerlichen Mittelstandes von „BDSM“ haben, entstammt diesen Büchern, der andere Teil wurde (und wird) entsprechenden pornografischen Filmen entnommen. Nur sehr wenige dieser Schriften und Filme haben einen Bezug zur Realität.

Unzufriedenheit mit dem Sexleben - Lösung durch S/M?

In den letzten Jahren haben die Psychologen „BDSM“ wiederentdeckt und sie bemühen sich um neue Definitionen. Was einst in die „unterste Schublade“ menschlicher Neigungen gehörte, wurde nun aufgewertet. Behauptet wird, dass Paare, die mit ihrem Sexualleben unzufrieden sind, durch BDSM neue Seiten aufschlagen können. Das Schlüsselwort dabei heißt „Kommunikation“. In der Lesart der Psychologie heißt das, wer miteinander über sexuelle Vorlieben redet, der kann auch neue Wege einschlagen, die zu Lustgewinn führen.

S/M heute - neue Spiele um die Lust nüchtern betrachtet

Unter jungen Paaren wird neuerdings behauptet, „Soft-SM“ zu praktizieren. Man sagt auch „Light BDSM“ - doch was damit gemeint ist, ist so schwammig wie der Begriff „BDSM“ selbst.

Was ist nun „Light SM” oder eben „Soft-SM“? Im Grunde ist es ein bewusstes Spiel mit der Macht – und damit nicht gerade ungewöhnliche für Paare. Der Unterschied besteht darin, dass nach klaren Regeln gespielt wird, die Zeit für die Spiele begrenzt wird und am Ende beide einen Gewinn davon haben.

Das klingt nüchtern, nicht wahr? Für die beiden Partner ist es natürlich mehr, weil sie dabei in die Gefühlsachterbahn einsteigen – ebenfalls für eine begrenzte Zeit.

Warum ich keine KI verwendet habe, um diesen Artikel zu schreiben

Ich denke, ihr habt bemerkt, dass dieser Artikel nicht mit „KI“ erzeugt wurde. Solltet ihr jemals auf die Idee kommen, dafür KI einzusetzen, so werdet ihr euch wundern. Vielleicht dämmert euch dann auch, warum KI bei so unscharfen Begriffen keine verlässlichen Antworten gibt.

Der Sinn des Bloggens

Blogger sind zum Erfolg verurteilt. Und wenn meine publikumsintensivste Publikation im Monat keine 21.000 Besucher (nicht auf diesem Blog, versteht sich) habe, dann versuche ich bereits, an den Schrauben zu drehen. Oder mir Gedanken darüber zu manchen, ob ich mit meinen Autorinnen und Autoren (oder mit den Themen) richtig liege.

Warum überhaupt der Erfolg? Ich nehme keine offenkundige Trickwerbung, die sich mühsam als „Advertorial“ tarnt. Ich bespreche aber Produkt (oder gebe sie jemandem zum Besprechen), wenn sie mir gefallen – unabhängig vom Kommerz. Und ich berichte über Firmen und ihre Aktivitäten, wenn ich denke, dass es von allgemeinem Interesse ist.

Wenn man nicht mehr bloggt, sei es aus persönlicher Sicht oder mit journalistischem Selbstverständnis, dann fehlt eine Stimme im Internet. Und mit jeder unabhängigen Stimme werden die Extremisten einerseits und die Gleichmacher andererseits gestärkt. Und vor allem verschwindet der liberale Gedanke, der ohnehin auf dem Rückzug ist.

Das ist der Sinn des Bloggens - jedenfalls hier.

Die Zahlen beziehen sich auf die Liebeszeitung.