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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Die Partei "die Linke" - ältere Herren auf Plakaten für alle, flotte Sprüche für Anhänger

Meine Suche nach der Plakatwerbung der Partei „Die Linke“ kam schnell an Grenzen – die Partei scheint in diesem Jahr und zu dieser Wahl nicht sehr auf Plakatwerbung zu setzen. Dann und wann sehe ich zwar eines ihrer Plakate im Internet (drei bewährte und beliebte ältere Politiker), doch steht ansonsten der örtliche Kandidat oder die Kandidatin im Mittelpunkt. Für die Slogans ist man offenbar auf sogenannte „soziale Medien“ aufgesprungen - das ist einfacher als das Entwerfen und Aufhängen von Plakaten.

Ich gehe also auf die Webseite, auf der mir in Kurzform die Themen präsentiert werden – zunächst in „flotten Sprüchen“, dann mit Tiefgang in ganzen Sätzen.

1. Ist deine Miete zu hoch, freut sich dein Vermieter,
2. Ist dein Einkauf zu teuer, macht ein Konzern Kasse.
3. Ist dein Haus unter Wasser, steigen Reiche auf die Yacht.
4. Ist deine Heizung zu teuer, macht jemand richtig Kohle.
5. Frieden kostet Mut, Krieg kostet Leben.
6. Ist deine Rente zu niedrig, hat Scholz nicht geliefert.

Fragt man nun, ob das nicht etwas ausführlicher geht, dann wird man auf die Webseite verwiesen, auf der zunächst heftige Schlagworte auf die Wählenden einprasseln: Acht Gründe, die Linke zu wählen:

Damit die Miete nicht das Leben auffrisst

Das Thema Miete wird von den her linksgerichteten Parteien, aber auch von Populisten gerne genutzt. Es ist also logisch, dass es die Linke zum Wahlkampf hervorholt. Der sogenannte „Mietdeckel“ spielt dabei eine tragende Rolle – und der Spruch (1) kling gewaltig nach traditionellem Klassenkampf. Der Slogan selbst entspricht Rang 7 der Probleme, die nach der Demoskopie „dringend gelöst“ werden müssen.

Damit der Einkauf nicht mehr weh tut

Das Thema „das Geld reicht niemals“ in einer neuen Abwandlung. Wer den dahinterliegenden Text liest, findet bald, dass „Schuldige“ gesucht werden. (Politiker, Konzerne, Steuerlast, besonders bei der Mehrwertsteuer). Damit geht der Slogan weit über das hinaus, was in der Überschrift steht. Die Themen gehören zu Rang 10/11 bei der Dringlichkeitsfrage.

Ein gerechtes Steuersystem, das die Mehrheit entlastet

Ob es ein „gerechtes“ Steuersystem gibt, ist umstritten. Tatsache ist aber, dass die Tarife für Lohn- und Einkommenssteuer überarbeitet werden sollten. Das Thema ist bei einer Reihe von Parteien ein Allzeithit und wird in jedem Wahlkampf neu strapaziert. Dennoch: Damit kann die Partei „Die Linke“ punkten, auch wenn das Steuersystem es nicht zu den 13 „dringlichen“ Themen gehört.

Rente und Krankenversicherung – solidarisch für alle

Die Forderung nach Veränderungen beim Kranken- und Rentenversicherungssystem ist in jedem Fall berechtigt – allerdings ist der Weg dorthin dornig. Die Aussagen der Partei hinter der Parole: Krankenhäuser sollen „in die öffentliche Hand“ übergehen, und die Krankenversicherung, in die alle einzahlen, ist gegenwärtig Utopie. Gesundheit ist in der Rangfolge der dringenden Themen hoch angesetzt, nämlich auf Platz 4, Renten spielen in der unten erwähnten Befragung eine geringe Rolle und stehen auf Platz 12.
Die Frage bleibt, wie das Gesundheitssystem auf Dauer finanziert werden soll.

Für Frieden in der Welt, Diplomatie und Abrüstung

Das Thema ist wichtig und gut gemeint. Der Weg dahin kostet allerdings viel Mühe – und die Chancen der Europäer werden immer geringer, eine Stimme in diesem Prozess zu haben. Ob sich „Frieden“ als Wahlkampfthema eignet, wird allgemein bezweifelt.

Gute Arbeit und soziale Sicherheit in allen Lebenslagen

Einige Kernthemen der Linken beginnen mit dem Wort „Mindest …“, also Mindestlohn, Mindestsicherung und Mindestrente. Damit soll der soziale Charakter der Partei hervorgehoben werden. Allerdings spielen diese Themen in der „Rangfolge der Dringlichkeiten“ keine oder nur eine sehr geringe Rolle. Was die "gute Arbeit" im Slogan soll, erschließt sich mir nicht.

Umbau statt Kahlschlag: Klimaschutz geht nur sozial

Klimaschutz ist ein Thema, dem deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte – keine Frage. Allerdings erfordert es auch Ideen bei der Prävention wahrscheinlicher, unmittelbarer Folgen der Klimaschäden. Es wäre gut, dazu Ideen zu entwickeln. Im Moment rangiert Klimaschutz nur auf Rang 11 der Dringlichkeiten.

Für eine tolerante Gesellschaft ohne Hass und Rassismus

Der Ansatz ist gut – aber dabei wäre zu fragen: Wenn eine Partei keinen Hass will, warum sucht sie dann die Verantwortung für „das Versagen“ so oft bei den „anderen“?

Das Fazit

Die Partei „Die Linke“ hat in kurzer Zeit in Umfragen wieder hinzugewonnen – allerdings nicht wegen dieser Wahlwerbung. Am sympathischsten sind noch die drei „Silberlocken“ ( Gysi, Bartsch und Ramelow), die auf manchen Plakaten zu sehen sind, während die übrigen Themen vielfach auf die sozialistischen Grundlagen der Partei hinweisen.

Im Programm der Partei "Die Linke" kannst du mehr lesen.

Wie bei den anderen Parteien habe ich die Plakat-Aussagen der Partei „die Linke“ mit den vorliegenden demoskopischen Untersuchungen verglichen. Bei der allgemeinen Problemlösungskompetenz in der Politik sind die Werte schlecht (etwa 2 Prozent), in Wirtschaftsfragen etwa 3 Prozent. Die deutlich erkennbare ideologische Ausrichtung dürfte nur Mitglieder und Sympathisanten interessieren. Paradox ist, dass sie die Partei selbst auf dem Hauptplakat drei Personen auftreten lässt, die als moderate und bewährte Linkspolitiker gelten, während die Slogans sich eher an junge „Heißsporne“ wenden.

Die Zuweisung der „dringendsten Themen“ erfolgt aufgrund einer Umfrage unter etwa 80.000 Teilnehmern. Ende Januar 2025.

Über die Rolle von Wahlross als Wähler,

Irrtum vorbehalten.

Zuweisungen für Dumme – der weiße alte Mann

Keine Zuweisungen für irgendjemanden
Hier schreibt ein alter, weißer, heterosexueller Mann, der sich geistig nicht alt fühlt, weiß zu sein nicht als Privileg ansieht und der unverschämt findet, sich sexuell katalogisiere zu lassen.

Ja, ich halte euch, die ihr dennoch die Zuweisungen (alt, weiß, männlich, Hetero) benutzt, für gedankenlose Schwätzer. Was überwiegend daran liegt, dass ich Menschen weder nach ihrer Hautfarbe, noch nach ihrem Alter noch nach ihrer „sexuellen Ausrichtung“ beurteile. Die Differenzierung nach dem Geschlecht oder der sexuellen Ausrichtung ist nur dann wichtig, wenn wir sexuelle Kontakte oder Beziehungen suchen, um Partnerschaften oder Familien zu gründen.

Wenn wir den verkrampften Ideologen glauben würden, dann müsste es zu allem ein Gegenteil geben – was schon für sich genommen Unsinn ist. Und das wäre dann, aus dem Hut gezaubert, eine junge, dunkelhäutige Frau, die sich als queer bezeichnet.

Interessant ist, dass die Schönschreiber solcher Ideologien tatsächlich glauben, dass die Denk- und Handlungsweisen dieser fiktiven Person sinnreicher als das Denken, Handeln und Urteilen aller Menschen ist.

Und deswegen: keine Zuweisungen für irgendjemanden wegen seiner Hautfarbe, seines Geschlechts oder seiner Ausrichtung.

Die politisch korrekten Falschmünzer

Mal verstecken sie sich hinter der Maske des seriösen Journalisten, mal sind sie glühende Verfechter der Gender-Theorie, gelegentlich auch einfach Männerhasser.

Gemeint sind diejenigen, die in „sozialen“ Netzwerken, Blogs, links ausgerichteten Zeitungen oder Alternativblättern ständig ein Etikett verwenden:

Alte weiße Männer.

Das neue Super-Feindbild - alt, weiß, hetero, Mann

Falls es sich um Gender-Verfechter handelt, kommt noch „cis“ oder „heterosexuell“ dazu. Doch während „alt“ und „weiß“ Begriffe sind, die wenigstens etwas halbwegs Genaues beschreiben, deutet die Ergänzung „cis“ auf die Gender-Szene hin.

Ein Wut-Begriff aus den USA - höchst umstritten

Ich bleibe mal bei „alten weißen Männern“ - die Damen und Herren Redakteure/Blogger/Netzwerker haben diesen Begriff aus den USA aufgeschnappt - dort ist er Thema - und das aus vielen Gründen. Unter anderem deshalb, weil der Anteil der „blütenweißen“ Bevölkerung (ohne Menschen mit südamerikanischen Wurzeln) dort nur gegen 60 Prozent beträgt.

Doch was zeichnet einen „alten weißen Mann“ in Deutschland aus? Dass er eine weiße Hautfarbe hat?

Weiß, frei und als männlich geboren - was ist daran falsch?

Aber Hallo, wir wurden so geboren, und die Hauptunterschiede eines „weißen Mannes“ liegen hierzulande in dem, was er in völliger Freiheit aus seinem Leben macht. Und der Mann? Auch er wurde so geboren und will größtenteils auch bleiben, was er war. Kurz: „Alte weiße Männer“ zu diffamieren, grenzt hart an Volksverhetzung. Was ist denn bitte das gloriose Gegenteil von (beispielsweise) beispielsweise „alten weißen Cis-Männern? Ich kann es euch zufälligerweise sagen: „Junge schwarze Transfrauen“. Es gibt sie - und sie haben es gewiss nicht leicht. Aber was ist an ihnen „besser“ als an „alten weißen Cis-Männern?

Das alle könnte noch als marginale Sprachverwirrung abgetan werden, wenn die Adepten dieser „neuen Religionsbewegung“ ihre Meinung nicht mit dem Heilgenkranz der Neuzeit schmücken würden:

Politische Korrektheit.

Politische Korrektheit ist nur bedingt politisch und keinesfalls korrekt

Politische Korrektheit? Eigentlich, ach ja eigentlich, sollte sie mit „sozialer Korrektheit“ übersetzt werden, und darüber hinaus handelt es sich um eine willkürliche Sprachkorrektur. Einst sagte man noch „Neusprech“ dazu (1984) und bestimmte Sekten oder Weltanschauungsgruppen wurden gescholten, wenn sie stehende Begriffe in ein Kauderwelsch verwandelten.

Heute versuchen sogenannte „Eliten“ (auch Journalisten glauben gelegentlich, Eliten zu sein) die Sprache nach ihrem Geschmack zu gestalten und ihr die Essenz zu nehmen.

Keine korrekte Bewertung - nur eine Umwertung

Dass „politische Korrektheit“ nicht wertfrei ist, sondern nur umwertet, sollte ein Journalist eigentlich wissen. Und vielleicht sollte man seitens der Presse auch einmal überlegen, wie viel sie bereits dazu beigetragen haben, diese Umwertungen zu verbreiten.

Was soll ich beispielsweise mit diesem Spruch anfangen? (Frankfurter Rundschau)

Dass solch ein Begriff (soziale Korrektheit) überhaupt negativ besetzt sein kann, sollte eigentlich mindestens Grund zum Kopfschütteln geben.


Mehr als Kopfschütteln - wehrt euch gegen die "Neo-Etiketten"

Das „eigentliche Kopfschütteln“ tritt bei den Menschen ein, die deswegen abgewertet werden, weil sie sind, wie sie sind und was sie sind. Zum Beispiel bei „alten weißen Cis-Männern“ oder auch nur bei „alten weißen Männern“.

Politische Korrektheit begünstigt vor allem sprachliche Falschmünzer, zumal es gar nicht um wirkliche Korrektheit geht, sondern um neue, abmildernde und weniger diskriminierende Etiketten.

Was wir heute erleben, ist eher das Gegenteil: Randgruppen manipulieren die Mehrheiten. Und falls es dazu eines Beweises bedarf: Es sind jene „alten weißen Männer“, die heute das Etikett des verwerflichen Menschen bekommen.

Und das ist eine unglaubliche Frechheit.

P.S: Übrigens: die harsche Kritik der "Frankfurter Rundschau" galt eigentlich eine jungen, weißen Frau - nämlich Monika Gruber. Und die war wirklich gut. Der Begriff des "alten weißen Mannes" war für das Feuilleton-Schreckgespenst der FR reserviert: Dieter Nuhr.