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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Es wird kompliziert für Annalena Baerbock

Annalena Baerbock hat es gegenwärtig schwer. Offensichtlich wird sie seit langer Zeit falsch beraten, und dies wird immer deutlicher. Zugleich zeigt sie Unsicherheiten, die erneut Zweifel an ihren Fähigkeiten aufkommen lassen. Dabei ist die Kernfrage, wie blauäugig eine Kanzlerkandidatin eigentlich auftreten darf. Die „Sache mit dem Buch“ zeigt es deutlich: Irgendwie muss man sie dazu überredet haben, als Buchautorin aufzutreten. Das war weder nötig noch sinnvoll: Solche Bücher stehen bestenfalls am Ende eines erfüllten Lebens oder einer entsprechenden Karriere, aber nicht am Anfang.

Nun wird sie durch ihr Buch noch stärker angreifbar und sie zeigt Schwächen, wenn sie Journalisten danach fragen. Zitat:

Niemand schreibt ein Buch allein. Es sind nicht nur viele Ideen eingeflossen, ich habe dankenswerterweise auch Unterstützung bekommen.

Was dieser Satz bedeutet, mag jeder selbst entscheiden. Die Öffentlichkeit kann der Abgeordneten Annalena Baerbock diese dürftige Aussage noch durchgehen lassen. Doch was würden wir davon halten, wenn eine Kanzlerin oder auch nur Ministerin Annalena Baerbock sich so „herausreden“ würde?

Noch ist es nicht zu spät für die Grünen. Der Wahlkampf hat gerade erst begonnen - und CDU wie auch FDP sollten sich nicht zu früh freuen. Aber es wird Zeit, jetzt Tacheles zu reden.

Arme Deutsche können nicht mehr fliegen

Die Antwort finden wir in einer Aussage von Armin Laschet, der demnächst hofft, Bundeskanzler zu werden. Arm (oder jedenfalls „Geringverdiener“) ist also jemand, der bisher „nach Mallorca“ fliegen konnte - aber bald nicht mehr. Es geht um einen „Billigflug“, versteht sich, den es nicht mehr „spottbillig“ gibt, wenn die Klimapolitik ihn verteuert, sondern nur noch billig. Ohne Flug gibt es eben kein Mallorca - ist ja eine Insel. Und ein Sommerurlaub ohne Mallorca ist kein Urlaub - so habe ich das jedenfalls verstanden.

Apropos Billigflüge: Das sind häufig Flüge, vor denen sich die Menschen in der Bruthitze einer Halle die Beine in den Leib stehen, wie das liebe Vieh. Das ist, wie jeder weiß, der Ähnliches schon einmal getan hat, eine Zumutung.

Nachdem ich dies nun weiß, muss ich Armut wohl anders ansehen. Oder an Herrn Laschet und dem zukünftigen Kurs der CDU/CSU zweifeln. Auch, wenn der Herr Laschet in der Gunst der Wähler gerade wieder steigt.

Was die CDU so zur Landtagswahl in Thüringen meint

Wahlross kommentiert
Die CDU hat sich in einer ganzseitigen Anzeige in der hiesigen Sonntagszeitung zur möglichen Wahl in Thüringen geäußert. Wer glaubte, dass er etwas wirklich Interessantes darin finden würde, sah sich enttäuscht. Etwas Polemik gegen den Ministerpräsidenten, eine Zuweisung der Schuld an der Corona-Misere und reichlich Seitenhiebe gegen die Grünen. Was man selbst bewirken will, klingt nicht sehr realistisch, zumal kein Mensch weiß, wie die CDU beispielsweise die Wunder im Gesundheitswesen hervorbringen will.

Das Wahlross kommentiert erstmals in dieser Saison.

Emotionsmache mit „Kinder als Verlierer“

Die CDU tritt mit Plattitüden zur Wahl an: „Kinder dürfen nicht die Verlierer der Krise sein“, Genau das findet das Wahlross auch. Aber es fragt gleich mal zurück: Wie verhindert die CDU/CSU das eigentlich dort, wo sie regiert?

Sonntagsreden zum Gesundheitswesen

Es folgt ein Ausflug ins Gesundheitswesen. Und ja, das stimmt: Termine bei Haus- und Fachärzten sind immer schwerer zu bekommen. Und was übrig bleibt von alldem, was im CDU-Wunschkonzert für Thüringen steht? „Unser hier abgebildeter Nachwuchs muss im Land bleiben“. Das will die CDU mit „mehr Geld und weniger Bürokratie“ lösen.

Ach, da hätten das Wahlross doch gerne mal detaillierte Pläne gesehen.

Die öffentliche Ordnung

Bei der Polizei könnet vieles verbessert werden - vor allem die Ausrüstung. Das allerdings wird schon lange und nahezu überall gefordert. Wo wird es konkret realisiert, und wie soll das genau geschehen? Allein mit der „Videoüberwachung öffentlicher Plätze“ sicherlich nicht. Das Wahlross wundert sich, welche konkreten Pläne die Union ansonsten zur Stärkung der Polizei hat.

Verkehr: Wundertüte für alle

Die Fahrt zur Arbeit als neues Thema der Union? Das wundert das Wahlross. Doch worum geht es wirklich? Darum, den Verbrennungsmotor weiterzuentwickeln. Das versprechen die Automobilkonzerne schon seit einer gefühlten Ewigkeit. E-Mobilität will man auch ausbauen und noch den Wasserstoff besser erforschen. Und die Zulieferer stärken. Und ganz verschämt am Schluss: Der öffentliche Personennahverkehr. Durchaus entlarvend ist die Überschrift: „Der Weg zur Arbeit darf kein Luxus werden“ - damit soll der neue „grüne Buhmann“ getroffen werden.

Der angebliche Kampf um die Ressourcen

Wenn sich die CDU da mal nicht verhebt: Sie will in Thüringen für „stabile Rohstoffpreise“ kämpfen. Dabei will man löblicherweise auf mehr „Recycling“ und Forschung setzen. Das kann nützen. Allerdings wir zuvor behauptet, man könne so den „Bau vor dem Super-GAU“ bewahren. Was das Eigenheim damit zu tun hat? Man will „Familien die Grunderwerbssteuer für ihr erstes eigenes Heim erlassen.“ Wenn das alles ist ... zuvor wurde die Regierung Thüringens noch gerügt, „weil sie nichts gegen die Preissteigerung von Bau- und Rohstoffen tut“.

Das Wahlross meint: Man sollte nichts versprechen, auf das man kaum Einfluss hat.

Quelle: "Osterland Sonntag", Anzeige der CDU, 12./13. Juni 2021

Wahlross beobachtet noch die Wogen

Das Wahlross schnauft tief, wenn es hört, dass wir am 26. September 2021 den Bundeskanzler wählen, oder auch die Bundeskanzlerin, die BundeskanzlerIn oder den/die Sternchenkanzler (1) oder was auch immer.

Nö, liebe Freuden der Vereinfachung - den wählen wir nicht. Und insofern lasst uns erst einmal die Diskussion in den sozialen Medien vergessen, wer sich dann da „eignet“ und wer nicht. Ich hab schon lange die Nase voll von der Debatte, ob sich Frau oder Mann, Politprofi oder Provinzfürst, Strahlemann oder Arbeitspferd besser eignet. Übrigens hatte ich keine Lust, die Bezeichnungen auch noch mal durchzugendern. „Pferd" umfasst doch Hengst und Stute, oder?

Alsdann. In den nächsten Monaten wird das Wahlross erst mal das Meer beobachten, denn im Moment gehen die Wogen überall viel zu hoch. Und außerdem habe ich es leicht: Ein Wahlross fragt man nicht nach seinem Lebenslauf.

(1) Diesen und weitere zurechtgegenderten Ausdrücke findet ihr auf der Generator-App.

Wenn das Wahlross kommt ...

Bald hier: Sehpferd als Wahlross
Die Wahlen rücken unübersehbar näher - und damit beginnen nun auch die Schlammschlachten zwischen den Parteien. Gleich, ob man ehemals miteinander in der „Koalition der Vernunft“ war oder woanders. Zum Beispiel bei der FDP, die ja auch einmal versucht hatte, eine Regierungskoalition zu bilden, sich dann aber (nein, ich vergesse nicht) verdrückt hat. Jetzt ist der Herr Lindner fein heraus: Er durfte verkünden, der letzte Ritter des Liberalismus zu sein - in einer Zeit, in der die BuNoBre immer mehr wie eine Bedrohung wirkt.

Links und rechts?

Links und rechts? Ja, die haben immer gut reden. Sie können immer viel behaupten, weil sie selten etwas einlösen müssen. ich meine im Bund - nicht in Thüringen. Bleibt noch die grüne Partei, die gerade so wirkt, als hätte sie den Faden verloren. Doch da habe ich noch Hoffnung: Das wird schon wieder.

Sachthemen und die Kanzlerfrage

Warum ich nicht über Themen rede oder über die Leute, die glauben, Kanzler (in) werden zu können? Weil es dafür noch viel zu früh ist.

Das Wahlross kommt

Aber das kann ich schon sagen: Sobald die Wahl „richtig“ Fahrt aufnimmt, werde ich zum Wahlross. Und weil ich das von meiner anderen Identität abspalten möchte, nennt sich ein Wahl-Sehpferd dann eben „Wahlross“. Sehpferd und Wahlross sind selbstverständlich parteilos, verteidigen aber tapfer die Demokratie, den liberalen Staat und die Hoffnung auf eine lebensfreundliche Umwelt. Das jedenfalls ist die Absicht.