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Wahl im UK

Was wählt man, wenn man zwischen sozialistischen Extremvorstellungen und clowneskem Konservativismus wählen kann?

Die Antwort aus dem Vereinigten Königreich liegt jetzt vor.

Sie ist wirklich nicht lustig – und hat sehr wenig mit der Qualität zu tun, mit der mittlerweile der BREXIT diskutiert wird.

SPD: Rückwärts in eine neue Zeit?

Ich würde ja gerne kommentieren, was die SPD-Leute da reden. Doch irgendwie hat die ganze SPD den Anschluss an das 21. Jahrhundert verpasst. Als ich Schmidt (ja, der war bei der SPD, wirklich) gewählt habe, war ich sicher, den Fortschritt zu wählen.

Heute, bei wem auch immer, bei dem SPD vorne draufstehen wird, hätte ich den Eindruck, das vorige Jahrhundert zu wählen.

Aufbruch in eine neue Zeit? Schlechter Scherz, wirklich.

SPD-Duo: Was wollen die da vorne eigentlich?

Das erste, was ich gestern Abend nach der Präsentation des „Spitzenduos“ der SPD dachte, war: Wer kennt die eigentlich? Gut, diejenigen, die sie gewählt haben, werden gekannt haben. Und dann habe ich sie mit genau angeguckt: So sieht also Deutschlands Zukunft aus … und dann dachte ich: ja, so sah Deutschlands Vergangenheit mal aus.

Die Menschen, die da auf der Bühne standen, als kämen sie aus Zeiten, an die selbst ich mich kaum noch erinnere, heißen Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans.

Keine Ausstrahlung, keine Ideen, keine Pläne, keine Zukunft

Über ihnen beiden steht, wie man deutlich merken kann: keine Ausstrahlung. Die ZEIT merkte an, dass beide auch keine Ideen für die Zukunft hätten. Aber warum sollte man auch solche Idee haben? Menschen mit Zukunftsideen sind doch in der SPD gar nicht mehr gefragt, es sei denn, es handele sich um sozialistische Traumtänzer.

Keine Ideen, Planlosigkeit, Vergangenheitsorientiertheit: Das ist der typische „linke“ Flügel der SPD. HARZT IV war falsch? Mag ja sein. Aber wo liegen die Alternativen, und wer will sie womit finanzieren? Immer mehr Griffe in die Rentenkasse statt einer Rentenreform?

Personen ohne Mut aus der zweiten Reihe?

Das Hauptproblem sind freilich die Personen. Die Sozialdemokratie hat sich völlig verschätzt mit ihren angeblichen Stars, und dieser Tage entscheiden sich ihre Mitglieder abermals für die zweite (wirklich nur die zweite?) Wahl zur Wahl. Und genau die scheint für die Genossen offenbar die beste Wahl zu sein.

Die FAZ schreibt eine einem Kommentar:

Das langwierige und teure Verfahren, das die Partei damit nach dem Rücktritt von Andrea Nahles gewählt hat, hat den Sozialdemokraten allerdings überhaupt nichts gebracht. Weder haben sich bisher die Wahlergebnisse verbessert, noch ist ein Ruck durch die SPD gegangen.


Flickwerk für die Zukunft trotz der Erfolge in der Groko

Ich denke, der Ruck wird nicht mehr kommen. Die SPD ist als Volkspartei am Ende – und nicht nur wegen der Groko, sondern durchaus auch trotz der Groko. Sie verliert, weil sie kein personelles Profil zeigen will und auch keine Ideen und Pläne vorweisen kann, wohin Deutschlands Zukunft führen soll. Ein bisschen bei den Grünen mausen (Klima) ein bisschen bei der Linkspartei (Mindestlohn) – das ist kein Konzept, sondern Flickwerk.

Die SPD tritt immer noch so auf, als sie sie der Hort der Gerechtigkeit und des Fortschritts. Es wird Zeit, dass diese Wahnvorstellung durch erkennbare Pläne zur Gestaltung der Zukunft ersetzt werden, und von Personen vertreten wird, die diese auch durchsetzen können. Möglicherweise ist es dafür allerdings längst zu spät.

AKK – Rhetorik allein hilft auch nicht viel

Ach du liebes bisschen, CDU – was war denn das? Bullshit-Bingo ohne Ende? Hatten wir nicht gehört, dass nun das Profil der Union geschärft werden soll? Und was finden wir vor? „Deutschland muss wieder …“.

Laber, laber … ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen – hatten wir schon mal. Damals schrieb man das Jahr 1997, Roman Herzog war Bundespräsident, und er meinte, was er sagte. Bei den Linken hatte er damit kein Glück: Sie verhöhnten ihn wegen dieser Redepassage. Aber das eigentliche Ziel seiner Kritik war die CDU selbst – und ein ein lahmer und selbstzufriedener Kanzler Kohl, der „alles Aussitzen“ wollte.

Etwas mehr als Rhetorik sollte schon sein

Und heute? In Wahrheit geht es eben doch um mehr als ein bisschen Rhetorik. Wir wollen Positionen hören, auf die wir uns verlassen können. Und übrigens; Mister Merz: Greta Thunberg steht nicht zur Wahl – sondern CDU-Abgeordnete (und solche aller anderen Parteien). Und es wäre für einen Politiker (wirklich) immer besser, zu sagen, was er selbst will und kann – und nicht nur, worin andere möglicherweise „falsch liegen“.

Zumindest teilweise nachzulesen in der WA

Ein Kilometer Abstand

Kämpfer gegen Windmühlen
Aha – Windräder brauchen also, wenn es nach Herrn Altmaier (CDU) geht, mindestens einen Kilometer Abstand bis zur „nächsten Siedlung“. Damit will Herr Altmaier offenkundig die „Wutbürger“ besänftigen, die sich die Windräder als Feinde auserkoren haben. Gab es schon mal. Damals waren es Windmühlen und ein anderer Ritter von der traurigen Gestalt bekämpfte sie.

Zu viel Wind um den Wind

Also, ich wohne in einer Durchgangsstraße. Vor meiner Tür fahren PKW ind schneller Folge, üblicherweise von vier Uhr morgens bis elf Uhr abends, dazu tagsüber etliche LKW und örtliche Lieferfahrzeuge, und mindestens vier- bis fünf Mal täglich ein Sanitätsfahrzeug. Die Fahrer bemühen sich ohne Zweifel, ihre Sirene im Wohngebiet auszuschalten. Aber das ist bekanntlich nicht immer möglich.

Wenn ihr in ähnlicher Situation wohnt, dann wisst ihr: Das gibt einen gewaltigen Lärm. Straßenverkehr wird üblicherweise mit 70 db(A) bewertet.

Was würde ihr sagen, wenn ich einen „Verband der besorgten Bürger“ gründen würde und fordern, dass Straßen (alle Straßen, versteht sich) nur im Abstand von einem Kilometer von Siedlungen gebaut werden dürften?

Wahrscheinlich würden die Leute denken, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank.

Aber bei Windrädern soll es gut und richtig sein, zu sagen: "Bei uns auf keinen Fall"? Fragt sich, wovor sich Wutbürger fürchten: vor dem Sinken des Wiederverkaufspreises ihrer Immobilie oder tatsächlich vor der Lärmschädigung?

Windkraftgegner könnten ja mal dies lesen.

Bildquelle: Von Gustave Doré - Illustration 6 for Miguel de Cervantes’s “Don Quixote“ by Gustave Doré, 1863., Gemeinfrei.