Skip to content

Multiple Persönlichkeiten?

Und was machen wir nun gemeinsam?
Kein Kybernetiker (1) würde unterschreiben, dass die körpereigene CPU (2) nur eine Persönlichkeit managen kann. Jeder, der sich mit Datenverarbeitung beschäftigt würde dies bezweifeln und einen neutralen Beweis dafür fordern.

Ich las gerade darüber, wie Psychologen und Psychiater eine „Multiple Persönlichkeit“ sehen. Sie sagen, es sei eine „gespaltene“ Persönlichkeit, und sie mögen dann recht haben, wenn die eine Persönlichkeit nichts von der anderen weiß und sie auch nicht anerkennt. Was aber, wenn beide Persönlichkeiten friedlich, kreativ und sinnvoll zusammenarbeiten?

Die andere Frage, die ich mir stelle: Wie, bitte schön, soll ein Schriftsteller „Figuren“ schöpfen, wenn er nur eine Persönlichkeit in sich zulässt? Wie soll er einen Dialog schreiben, wie die Gefühle eines sinnlichen Mannes oder einer korrupten Frau nachvollziehen? (Ich verwende diese Figuren hier bewusst, weil sie keinem gängigen Klischee entsprechen).

Fällt euch dazu etwas ein?

(1) Jemand, der sich mit Steuer- Regel-. und Rückkoppelungsprozessen in Technik und Natur beschäftigt.
(2) CPU - Grundbaustein des Computers, etwas flapsig für das Gehirn verwendet.

Warum ich nicht mit jedem und jeder zusammenarbeite

Zum vorausgegangenen Artikel über „kostenloses Schreiben“ weiß ich noch eine Anekdote. Als ich noch auf FACEBOOK war (ja, wirklich, da war ich mal) habe ich angeboten, etwas kostenlos zu schreiben, vorausgesetzt, dass die Seite nicht ausschließlich kommerziellen Zwecken dient.

Sofort erhielt ich einen „Auftrag“ (also nicht etwa eine Bitte) mir ein Blog anzusehen und dort etwas zu schreiben.

Die Seite war durch und durch reißerisch aufgemacht und nicht als kommerziell.

Als ich mich daraufhin weigerte, wurde ich scharf angegriffen.

Auf der andere Seite habe ich einmal einen Fotografen über XING gesucht, dem ich ausdrücklich kein Honorar in Aussicht gestellt habe, wenn er mir die Erlaubnis erteilt, ein oder zwei Bilder für einen Artikel über das Flirtverhalten zu veröffentlichen. Ich bot an, seinen Namen zu erwähnen (oder sein Buch, oder etwas in der Art).

Sofort fiel die gesamte Community über mich her, wie ich es wagen könnte, eine Leistung kostenlos zu „verlangen“. So in der Art von „Bittest du den Bäcker auch, dass er dir ein Brot umsonst gibt, wenn du ihn auf deinem Blog erwähnst?“

So – nun wisst ihr, warum ich immer etwas distanziert bin, wenn Leute versuchen, mich auszubeuten oder brotlose Dummbacken ihre Berufsehre verloren sehen, wenn sie etwas im Austausch geben sollen.

Und – tatsächlich kann ich auch „kommerziell“. Aber das basiert dann auf klaren Vereinbarungen – einer nimmt, der andere gibt.

Die Brötchentüte – backfrisch und Backfisch

Heute habe ich eine Brötchentüte gesehen, auf der das Wort „Backfrisch“ stand, also frisch gebacken. Unweigerlich erinnerte mich dies an das Wort „Backfisch“. Das Wort machte die Runde, als gegen 1880 mehrere literarische Werke erschienen, die als Jugendliteratur für heranwachsende Frauen galten. Es war aber schon früher in Gebrauch.

Die Backfische waren mit Sicherheit das, was man heute noch „Frischlinge“ nennt, und warum sie nun „Back“ hießen oder „Fische“, darüber streiten sich die Gelehrten trefflich. Möglicherweise ist die Bedeutung jedoch ganz einfach: „Ein Fisch, den es zu backen gilt“ oder der „noch nicht ganz gebacken“ ist. So, wie ein Mensch, der studiert hat, am Ende ein „frischgebackener“ Akademiker ist.

Die „backfrischen“ jungen Damen jener Zeit hießen eigentlich anders. Sie wurden gemeinhin als „junge Mädchen“ bezeichnet, so, wie wir es oft tun, wenn wir etwas ganz anders sagen wollen: „Ein „älterer Mensch“ ist ein alter Mensch, der schon etwas gebrechlich ist. Und ein „Junges Mädchen“ ist ein Mädchen, das nicht mehr jung ist, sondern zur Frau heranreift.

Die „Backfische“ selber scheinen diesen Begriff nie zu verwenden. Die Frauen der Zeit sprechen von ihren „Jungmädchenjahren“, und bezeichnen damit die Zeit seit Beginn der Pubertät bis zur Eheschließung. Für viele waren sie keine Lehrjahre, weil ein Beruf weder angestrebt wurde noch erwünscht war, „Leerjahre“, die irgendwie „gefüllt“ werden mussten.

Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zu den Mods und Rockern, „Exis“ und Halbstarken“ hatte man keine Bezeichnung für heranwachsende junge Frauen. Erst in den 1960er Jahren schwappte der Begriff „Teenager“ aus den USA herüber. Dieser Sammelbegriff galt vor allem für junge Frauen zwischen 13 und 19, aber auch für die gesamte Jugend jenes Alters. Zudem setzte sich der Begriff „weibliche Jugendliche“ im Offizialdeutsch durch.

Am Rand kann ich noch vermerken, dass in Deutschland und Österreich vielfach von „Süßen Mädeln“ die Rede war, wenn man Verführerinnen meinte, die zwar allerlei Gunstbezeugungen gewährten, aber keinen Geschlechtsverkehr. In Frankreich nannte man sie auch „Halbjungfrauen“ (Demi-Vierge).

Na schön. Also: Der Backfisch war sozusagen backfrisch, oder noch nicht „ganz gebacken“, wie man im Schwäbischen wohl sagt. Und die Bezeichnung „Mädchen“ in all ihren Abwandlungen hat sich für junge Frauen bis heute erhalten.


Sind da noch Männer drin?

Die Revue ist schon vor einer Weile beendet worden. Ein Teil des Publikums will vor den Heimweg allerdings noch einem unerlässlichen menschlichen Bedürfnis nachkommen. Und also strebt man zu den Toiletten. Davor bilden sich lange Schlangen auf der linken Seite, wo man „für Damen“ gehen kann, und eine gähnende Leere auf der rechten Seite, wohin sich die Herren begeben.

Ich gehe also flugs an der Schlange vorbei, finde das Örtchen fast leer, und gehe nach der unerlässlichen Verrichtung wieder hinaus, als mich eine der Damen anspricht:

„Ach bitte, sind da noch Männer auf der Toilette?“

Ich bot all meinen Charme auf, den ich als Reserve immer bei mir trage und sagte:

„Oh ja, und manche davon sind recht stattlich, Madame.“


Oh, oh … sie hatte wohl eine andere Antwort erwartet. Aber ehrlicherweise wusste ich nicht, ob alle zuvor anwesenden Herren ihre jeweilige Verrichtung bereits beendet hatten.