Skip to content

Die „Heute Show“ kann jetzt eigentlich weg

Die „Heute Show“ kann jetzt eigentlich weg - oder warum ich kein Magazin mit magerem Humor und reichlich Belehrungen will. Und ich habe mich gefragt, was wohl andre dazu meinen. Und nun bin ich verwundert.

Ach nee, jetzt muss Satire auch noch lehrreich sein. Meint jedenfalls der Medienexperte der Frankfurter Rundschau, Daniel Segler.

Der schreibt:

Das Niveau etwa der „Heute Show“ im ZDF ist eher besser geworden. Welke wird ernster, nimmt klarer Stellung zu gesellschaftlichen Missständen, wie etwa die durch Corona von Pleite bedrohten Kommunen. Da schlug er sich auf die Seite von Finanzminister Olaf Scholz („hat völlig recht“). Und kleidete das Argument in eine Satire über verödete Fußgängerzonen.
Ich halte mal dagegen: Die „Heute Show“ neigt seit einiger Zeit dazu, eher albern zu sein als satirisch. Nein, nein ... sie ist noch nicht so albern und witzlos wie die „Ladies Night“. Früher habe ich darüber noch gelegentlich lachen können - das war allerdings zu der Zeit, als Gerburg Jahnke noch moderierte. Jetzt wird nur noch Blödsinn auf die Bühne gebracht, und die Sendung erinnert mich irgendwie an den Humor bei Altennachmittagen.

Und: Mir ist nicht das Lachen vergangen. Aber wenn das Niveau einer Satiresendung sinkt, sollte man nicht schreiben, dass jetzt alles so richtig politisch geworden ist. Mir fiel auch auf, dass alles „politisch“ wurde, aber in einem belehrenden Sinn: Onkel Welke erklärt die Welt, die jetzt viel besser geworden ist und sagt euch auch, wer die Bösen sind - und wer die Guten.

Ach, so etwas ist Satire? Nein, danke.

Maske, Hund, Hormone und KI

Ich habe mich ein paar Tage aus dem Trubel herausgehalten. Immerhin war ich inzwischen mit einer Maske bei einer Hundefriseurin. Nein, man muss kein Hund sein, um dort aufzutauchen. Es reicht, einen zu besitzen. In letzter Zeit muss man ja überall diese scheußlichen Masken tragen, egal, ob jemand da ist, den man infizieren kann oder auch nicht. Aber es könnte ja jemand kommen, den man eventuell infizieren könnte. Und weil ich brav bin, trage ich eine. Der Hund nicht, und die Hundefriseurin trägt sowieso immer eine Maske.

Derweil habe ich mit Fleiß und Umsicht mein zweites Blog geführt und dabei auch, wie so oft, heikle Themen angesprochen.

Das gute, positive, liebevolle Hormon - geht's noch`?

Wie viele von euch wissen, interessiere ich mich für menschliche Gehirne und deren hakelige Nachbauten, künstliche Intelligenz genannt. Und dabei bin ich gerade auf ein Phänomen gestoßen: Die Natur schafft nichts moralisch „Positives“, sondern sie orientiert sich am Notwendigen. Und wenn sie beispielsweise Oxytocin erschaffen hat, dann hatte das einen Sinn. Das Hormon erinnert uns daran, dass unser Gehirn ein Teil des Körpers ist und nicht einfach eine Denkmaschine.

Und nun kommt der Clou: Als die Forscher die Wirkungen entdeckten, wurde dieses Hormon sofort als „positiv“ bewertet. Warum? Weil es so schön weiblich ist? weil es zum Kuscheln verleitet? Das gesamte Internet ist voll von solchen Lobhudeleien - und die werden wir vermutlich nie wieder los.

Die Rückkehr zum Verstand

Es dauerte viele Jahre, bis man endlich wieder zu Verstand kam. Oxytocin ist ein Hormon wie jedes andere. Der Körper benötigt es, um das Leben zu meistern. Das ist alles. Und das ganze Gerede vom „Positiven“? Das ist völlig unwissenschaftlich – aber wir hören es eben so gerne, da einen Stoff zu besitzen, der uns zum Kuscheln bringt.

Na, immerhin fordert der Hund seine Kuscheleinheiten aggressiv ein, wenn Herrchen zu lange vor dem Computer sitzt. Womit ich den Bogen vom Hund über das Hirn zum Kuscheln geschlagen hätte.

Schöne Wochenende an auch alle.

Online-Dating: Alles nur ein Spiel?

Online-Dating ist zu einer Spielerei geworden – jedenfalls, soweit es Apps betrifft. Die Betreiber behaupten naturgemäß das Gegenteil, denn sie leben nicht allein vom Spieltrieb, sondern eben auch von der Hoffnung der Singles auf eine „echte“ Liebe.

Gegenwärtig ist das Spiel ohnehin nur ein Spiel – die Realität wird von den Anbietern dazu geflunkert. Mag sein, dass dies ihr gutes Recht ist, weil sie schließlich überleben wollen.

Doch was wird nach dem angeblichen Online-Dating-Boom kommen? Was, wenn wir alle wieder zu Sinnen kommen und uns die Realität wieder einholt? Die nächste große Show mit Revuegirls und Zirkuselefanten, Clowns und Zauberkünstlern?

Die Show Online-Dating" geht weiter - Umsatz zählt und sonst gar nichts

Es scheint so. Die Show geht weiter, der Umsatz wurde schon hochgerechnet. Das Handelsblatt will wissen, dass im Jahr 2023 mit ungefähr 232 Millionen Umsatz in der Branche zu rechnen ist, davon etwa 58 Mio. Euro im „Casual Dating“.

Und dennoch meinte eine prominente Marketing-Expertin, dass es doch irgendwie um Spielerei geht, jedenfalls bei den populären „Apps“: Zitat der Psychologin Ines Imdahl (im Handelsblatt)

Letztlich helfen uns die Portale, uns selbst zu befriedigen. Wir messen uns daran, welches Feedback wir bekommen, wie viele Likes, wie viel Zustimmung. Wir beschäftigen uns mit unserer eigenen Darstellung, mit uns selbst. Dann kann es sein, dass zufällig etwas dabei herauskommt. Aber die Menschen geben schnell wieder auf. Wenn der andere nicht 100 Prozent ins Bild passt, dann wisch und weg.

Interessant wäre nun, wie viele Energie wir für unsere Gesellschaft gewinnen würden, wenn die angeblich „partnersuchenden“ Spieler ihre ganze geistige und emotionale Kraft auf andere Gebiete umleiten würden. Zum Beispiel auf solche, die ihnen selbst und dem Rest der Welt wirklich nützen. Das heißt nicht, dass niemand Online-Dating betreiben sollte – aber es heißt in jedem Fall, dass sich jeder seiner Werte für die Gesellschaftsordnung, die Kultur und die Ökonomie unseres Landes bewusst werden sollte. Dazu gehört auch, einen Partner zu finden. Aber eben zu finden – und nicht hirnlos herum zu daddeln.

Geht es mir eigentlich gut?

Manchmal gibt's mich auch entspannt
Geht es mir eigentlich gut? Ich weiß ja nicht, ob euch das wirklich interessiert. Aber so richtig "gut" fühlt sich gerade niemand. Zugreisen mit Maske? Shopping mit Maske? Neue Brille kaufen mit Maske? Das soll Freude machen? Mir nicht.

Wie es mir geht, wechselt von Tag zu Tag. Und es ist nicht das Virus - es sind die Begleiterscheinungen. Die Schäden an der Demokratie, die bereits tiefe Furchen in die Gesellschaft gerissen haben, machen mir eben so viel Sorgen wie die Dummheit und Arroganz, die ich überall antreffe. Sie findet sich in bildungsferne Schichten ebenso wie in unter angeblich gebildete Menschen - wobei kein Bildungsgrad davon frei ist. Gesellschaftliche Dialoge? Wie sollen denn die zustande kommen, wenn Fernsehgesichter auf uns herab reden? Oder, um mal heftiger zu werden, wenn jeder, der einen breiten Hintern hat, für sich selbst feststellen kann, dass er ein Systemelefant ist?

Oder ein Systemkasper? Ein Systemgretel? Ein Systemkrokodil, das man aus irgendeinem Sumpf gezogen hat? Sind die angeblichen Talk-Shows nicht eigentlich modernes Kaspertheater?

Dabei geht es um die Zukunft - um eure mehr als um meine. Denn ihr werdet die Folgen aller Fehler tragen müssen, die jetzt begangen werden, und auf der anderen Seite werdet ihr die langfristigen Nutznießer aller Erfolge sein.

Nun könnte ihr ja fragen: Geht mich das etwa an? Natürlich geht mich das etwas an. Es ist ja auch meine Zeit, und ich versuche, mit ihr Schritt zu halten.

Dabei halte ich mich noch deutlich zurück, lass die Kasper kaspern und sehe zu, wie die Krokodile das Maul aufreißen - von den Greteln mal ganz abgesehen. Blogger sind Beobachter.

Weil mich das Leben in unserem Land etwas angeht, schreibe ich. Und ich versuche zumindest, keinen Unsinn zu verzapfen.

Und tatsächlich konnte ich in den letzten Tag ein Gartenlokal besuchen - und ich war sogar mittags Fisch essen - ein klitzekleines Zeichen für den Fortschritt, aber eine ungeheure Erleichterung für den verklebten Kopf.

Mal wieder Spargel

Irgendjemand wird ihn wohl stechen. Und so, wie alle Jahre wieder, kommt er in den Handel: Mal krumm, mal gespalten, mal mit deutlich sichtbaren Flecken, mal halbwegs nach Größe sortiert, mal wirr durcheinander.

Und wieder der dummdreiste Vermarkter-Spruch: Der wächst halt, wie er wächst. Genau wie im Vorjahr. Die Kunden goutieren dies sogar: Egal, was der Spargel kostet, wer ihn will, der kauft jede beliebige Qualität.

Das alles wäre nicht so schlimm, und es würde mir zudem kaum auffallen, wenn ich nicht über zwölf Jahre meines Lebens in einer Spargelgegend verbracht hätte, in der Qualität über alles zählt. Da gab es nicht nur sortierte Qualitäten, sondern diejenigen, die es gab, entsprachen auch den Handelsklassen, die drauf standen. Das einzige Problem: die besseren Gaststätten kaufen die „Extra“ Qualität gleich weg - das ist der Grund, warum man manchmal keine wirklich geraden, einheitlichen Spargel bekommt. Und es ist zugleich der Beweis dafür, dass sie eben doch vorab sortiert werden - nur unterhalb der Qualität „Extra“ ziemlich beliebig.

Immerhin ist der Spargel auf dem Markt wenigstens frisch,und je nach Händler oder Erzeuger teilweise sogar recht ansehnlich. Das ist dann wieder sehr beruhigend.