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Dreiste Behauptung über Männer, Frauen und Partnersuche

Julia Dörr von der „Süddeutschen Zeitung“ bekommt ganz spitze Lippen, wenn sie schreibt: „Männer spielen das Spiel und Frauen müssen den Regeln folgen.“ Sie schreibt dies aus dürftigen Belegen heraus – genau genommen aus einigen angejahrten Buchtiteln, deren Relevanz äußert umstritten ist.

Wer wirklich weiß, was in der Partnersuche „abgeht“, der glaubt diesen Unsinn nicht: Männer müssen sich bei Weitem mehr anstrengen, eine Partnerin zu finden.

Andererseits verweist Sie auf einen Fernseh-Beitrag, der mit Klischees aufräumt, und das ist gut so. Die Historikerin Moira Weigel beispielsweise weiß selbstverständlich, dass schon immer versucht wurde, Frauen und Männer an den Markt zu bringen – inzwischen ist dies nur üblicher und öffentlicher geworden.

Und die „Abgehängten“ sind erstaunlicherweise „zu fünf Prozent Männer“. Wobei es gar nicht auf den Prozentsatz ankommt, sondern darauf, dass sich weitaus mehr als jene fünf Prozent inzwischen über die absurden Kriterien ärgern, die manche gut ausgebildete Großstadtfrauen als Maßstab anlegen.

Männer reagieren auf diese Situation gelegentlich unwirsch und aggressiv, andererseits aber auch mit Frust und Rückzug aus dem „Datingzirkus“. Die raffinierten unter den Männern, die von Frauen schnell gebrandmarkt werden, sagen sich hingegen: „Gut, wenn sie solche Ansprüche hat, dann soll sie mal weitersuchen – ich bin schon zufrieden, einen ONS mit ihr zu haben.“ Klar, dass aus dieser Konstellation neue Vorurteile erwachsen.

Ich mir nicht sicher, wer die Überschrift "Männer spielen das Spiel, Frauen müssen den Regeln folgen" in der „Süddeutschen“ aus dem Text entnommen hat. Sie ist jedenfalls reißerisch und sachlich falsch. Nichts Besonderes in der heutigen Pressewelt? Ja, leider.

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