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Das Negativste im alten Jahr – und 2019?

Das Negativste am alten Jahr war für mich der Frust mit den „modernen“ Suchmaschinen. Der Marktführer hat sich in eine Mischung aus pseudo-aktueller Datenschleuder, Literaturvermarkter und wirtschaftskonformen Dienstleister verstrickt. Wer ältere Informationen sucht, gleich zu welchem Thema, muss lange graben. Wobei das Internet ohnehin keine in sich stimmige Informationsquelle ist – bei aktuellen Themen dominieren die Schwätzer, bei historischen Themen zählt kaum etwas anderes als die abgeschriebene und nachträglich leicht frisierte Mehrheitsmeinung. Überhaupt haben es die Meinungsmanipulatoren (nicht zwangsweise die Schuld der Suchmaschinenbetreiber selbst) geschafft, ihre Vampirzähne fest in das Fell der Suchmaschinen zu verbeißen udn dort Schrott zu hinterlegen. Der Marktführer der Suchmaschinen bringt oftmals erst nach vielen gesetzten Filtern zum Kern einer abgefragten Information, wenn überhaupt. Ich gestehe, in letzter Zeit oftmals die Suchmaschine zu wechseln, meist mit eher dürftigen Erfolg, aber mindestens ohne ständig auf lästige und bedeutungslose Bücher aufmerksam gemacht zu werden.

Leeres Stroh von "Autoritäten"

Das Netz hat Autoritäten geschaffen, die man den Hasen geben kann. Ich lese häufiger Interviews mit Menschen, die Beratungsunternehmen führen oder im theoretischen akademischen Bereich tätig sind. Trotz ihrer unterschiedlichen Motive erkennt man im Hintergrund den Satz: „Eigentlich verstehe ich die Realität nicht wirklich, aber ich habe eine Menge darüber zu sagen.“ Und die Damen und Herren Redakteure machen Kotau vor der „Autorität“.

Beschämender Journalismus

Journalismus wird immer beschämender. Heute hat nahezu jede „seriöse“ Zeitung ihre Tricks, mit Sensationsmeldungen im Internet auf die besten Positionen in Suchmaschinen zu kommen. Das liest sich ungefähr so: „Huhn hüpfte auf die Straße – dann legte es sein letztes Ei“. Kommt man dann auf die Seite, wird man aufgefordert, irgendwelchen Blödsinn zu beantworten oder – sinnvoller – die Seite gleich wegzudrücken. Übrigen schneiden sich die Penner von Verlegern damit ins eigene Fleisch: Wer keine Artikel lesen darf, klickt auch keine Anzeigen an. Und wie dösig ist es eigentlich, erstmal ein Abonnement kaufen zu müssen, um in einer Zeitung zu blättern, die lediglich regionale Bedeutung hat? Und an die Verleger gerichtet: Wer in einem Regionalblatt überregionalen Themen mit einem „Leseverbot“ belegt, denkt nicht nach. Oder krasser: Hey, wer abonniert schon eure Hinterwäldlerzeitungen? Ja, es gibt auch Überregionale, die so etwas tun. Dabei handelt es sich dann allerdings zumeist um aufwendig recherchierte, längere Artikel. Das kann man getrost akzeptieren. Habt ihr davon gelesen, dass immer mehr Verleger angeblich ins Online-Dating-Geschäft einstiegen? Ja? Dann überprüft doch bitte noch mal, was und wer wirklich dahintersteht.

Datenkraken, Datensauger, Medien und Zensur

Zum Negativsten gehört, dass es mittlerweile kaum noch einen Schutz vor Datenkraken gibt – das betrifft zwar überwiegend die Nutzer von sozialen Netzwerken, aber es trifft leider auch andere. Merkwürdigerweise loben aber nahezu alle Medien die Verursacher und rühmen sich, dort präsent zu sein. Schon merkwürdig, wenn man auf der einen Seite sagt: „Ey, dieses Netzwerk nutzt jede Möglichkeit, um Daten abzusaugen“, und sich andererseits stets rühmt, dort „präsent“ zu sein.

Zuletzt noch ein Wort zur Zensur. Sie wird wieder populär, einmal durch die „innere Zensur“, gewisse Dinge gar nicht erst zu erwähnen, geschweige denn, sie zu schreiben. Und dann durch die äußere Zensur, weil den Betreibern die Hosen schlottern. „Ach, es könnte ja sein, dass einem Unternehmen manche unserer Inhalte nicht gefallen, da üben wir lieber mal ein bisschen Zensur aus.“

Ach, machen wir es doch 2019 einfach besser – aber viel Hoffnung habe ich bei den „Etablierten“ nicht. Sie hatten ihre Chance, und sie haben sie vergeigt. Ohne überheblich zu sein, glaube ich, auch 2019 etwas dazu beitragen zu dürfen, dass mehr Wissen in die Welt kommt und der Freiheit mehr Raum gegeben wird.

Und: Happ New Year, Folks!

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