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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Das miserable Gefühl, eine Dating-App zu benutzen

Dating-Burn-out? Dating-Fatigue? Was steckt hinter diesen Schlagworten? Gibt es eine Made im Liebesapfel, die uns den Appetit raubt?

Lassen wir mal die neudeutschen Wörter weg – und am besten die gestelzte Psychologie, die sich dahinter verbirgt. Was bleibt, ist der Unterschied zwischen Erwartungen und Erfolgen.

Hohe Erwartungen

Die Erwartung an eine Dating-App ist, mühelos, schnell und zielsicher einen passenden Menschen für eine Beziehung zu finden. Doch das erste, was bei vielen Programmen gefordert wird, ist eine Art Lotterie zu spielen, die „Swipen“ heißt.

Spielen als Ablenkung vom Misserfolg

Beim Swipen verschwindet nach und nach die Partnersuche, und der Spieltrieb nimmt im gleichen Maße zu. Die Belohnung besteht darin, ab und zu ein „Match“ zu bekommen, sozusagen der Trostpreis. Ein Match ist ja noch kein Date, und ein Date ist noch lange keine Beziehung.

Immer nur Trostpreise?

Immer nur Trostpreise, keine Gewinne? Auf Dauer ermüdet dieses Spiel. Und wir erkennen plötzlich: Bei diesem Spiel geht es nur am Rande um Beziehungen. Das Hauptziel ist, dabei zu sein, kein neues Profil zu versäumen und vor allem, immer wieder Hoffnung zu schöpfen.

Der Schwebezustand und die Enttäuschung

Die Betreiber wissen dies sehr genau, denn sie leben davon, dass du in diesem Schwebezustand beständiger Hoffnung und Erfolgsarmut bleibst. Doch irgendwann wird deutlich: Die ständigen Misserfolge nerven enorm. Der Forscher Dr. Luke Brunning sagt sogar, der Spielcharakter vieler Dating-Apps würde die Benutzer mit der Zeit abstoßen. Zitat:

Intimität wird einem leicht gemacht, es macht auf kurze Sicht Spaß, aber je mehr man spielt, desto ekliger fühlt man sich dabei.

Es sind also die „negativen Spiralen“, die jeden Menschen in die Enttäuschung treiben. Sie treten auf, wenn sich Enttäuschung aneinanderreihen. Am Ende fühlen wir uns wie „am Boden zerstört“ – jedenfalls aber leidet unser Selbstwertgefühl.

Etwas ändern

„Der Weg hinaus ist durch die Tür.“ Soll Konfuzius einmal gesagt haben und sich gewundert, warum die Menschen dennoch im Innenraum verbleiben.

Oder ganz anders ausgedrückt: Das Problem, von den Erfolgen bei der Partnersuche enttäuscht zu sein, lässt sich nicht mit „mehr Anstrengung“ lösen, sondern nur, indem du deine Methode änderst.

Quellen:
Theorie nach Watzlawick, Weakland und Fisch: Lösungen.
Zitat und weitere Informationen BBC.
Weiter ausholend (Zukunft): NPR
Dating-Burn-out: Lexikon der Liebe.
Dating-Fatigue: Erschöpfung durch ständige erfolglose Verabredungen.
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Ist Liebe tatsächlich kein Gefühl? Oder vielleicht doch?

Liebe lernen am Beispiel der Rückkoppelung
Ein Gefühl existiert nicht, solange es sich nicht ausdrückt. Es muss mit einer Handlung verbunden sein.

(Zitiert nach dem Theologen David Wolpe)

Die Oberfläche der Gefühle

Unsere Gefühle lassen sich mit viel Mühe beschreiben, wobei wir auf das Vokabular zurückgreifen, das dafür üblicherweise verwendet wird. Leider entstehen daraus in den meisten Fällen recht oberflächliche Beschreibungen. Oft versuchen die Schreibenden, sich an passende psychologische Definitionen zu halten, was letztlich bedeutet: Wenn von Gefühlen die Rede ist, dann ist auf keinen Fall mehr von Gefühlen die Rede. Im Grunde entspricht dies einem berühmteren Zitat, das dem deutschen Dichterfürsten Goethe zugeschrieben wird: „Redet die Seele, dann redet die Seele nicht mehr.“

Die Liebe – ist sie wirklich ein Gefühl?

Sehen wir uns „die Liebe“ an. Abgesehen von dem ständigen Gelehrtenstreit, um nun die Menschenliebe oder die sinnliche Liebe gemeint wäre, sagt man oft: „Liebe ist ein intensives Gefühl tiefer Zuneigung“. Oder in Kurzform: „Liebe ist das, was du fühlst, wenn du jemanden magst.“

Dieser Satz mag für dich zutreffen - aber noch ist es unmöglich, über deine spezielle Art der Liebe zu sprechen. Wenn du das willst, ist es notwendig, die Liebe nicht mehr als „Gefühl“ zu sehen. Erst dann wird deine Sicht klarer, denn die Liebe zeigt sich nur an dem, was davon erkennbar ist – und Gefühle stehen nicht in lesbaren Zeichen. Wir können also sagen: Liebe ist eine Emotion, die erst dann beschreibbar wird, wenn wir sie inszeniert haben. Wichtig ist also nicht die Frage, „was Liebe ist“, sondern was sie für die Person bedeutet. Ob jemand liebt, erkennt man also daran, ob dieser Mensch liebevoll mit uns umgeht. Und falls du, lieber Leser oder liebe Leserin, dich von jemandem geliebt fühlst, dann hast du die Botschaft aufgenommen, die der oder die andere dir auf diese Weise übermittelt hat.

Eine neue Theorie der Liebe

Ich habe diese neue Theorie nicht erfunden. Sie wurde bereits Mitte des 20. Jahrhunderts propagiert. Der Psychoanalytiker Erich Fromm hatte auf der Basis sozialistischer Ideen eine für ihn ideale Definition der Liebe gefunden, die sich an Begriffen aus der Sozialwissenschaft orientierte. Zum damaligen Zeitpunkt war es fast unmöglich, die Theorien der Soziologie oder der Psychoanalyse mit denen der Naturwissenschaften zu kombinieren. Aus diesem Grund fehlen in seinem Hauptwerk „Die Kunst des Liebens“ sämtliche damals bekannten Erkenntnisse der Naturwissenschaften und selbstverständlich auch solche, die erst später entdeckt wurden.

Welche Bedeutung Erich Fromm tatsächlich für die Definition der Liebe hatte, ist umstritten. Tatsache ist aber, dass auch heute noch oft aus seinem Buch zitiert wird, um zu beweisen, dass Liebe im Grund kein Gefühl ist, sondern das Ergebnis eines Lernprozesses.

Verschiedene Autoren haben bereits ähnliche Gedanken veröffentlicht. Der Kern all dieser Theorien: Liebe ist mit großer Wahrscheinlichkeit kein Gefühl, sondern eine menschliche Eigenschaft oder ein Merkmal der Persönlichkeit.

Im zweiten Abschnitt geht es um Gefühl Liebe - Erwarten, Lernen und Zufälle.

Continue reading "Ist Liebe tatsächlich kein Gefühl? Oder vielleicht doch? "

Wenn die Maus über den Schreibtisch glitscht

Mäuseschuhe - nur deroebere Schuh wurde benötigt
Das Mäuschen war nicht gerade billig. Aber was tut man nicht alles, wenn man es heute dazu benutzt, auf einem Dokument hin- und herzuspringen, aber morgen damit eine kleine Zeichnung herzustellen?

Also kaufte ich einstmals eine MX-Master-Maus, die sich schon vorher bewährt hatte. Doch die ständigen Reisen auf dem Schreibtisch stressten die Gummischuhe des armen Mäuschens. Schließlich glitschte es linksseitig nur noch auf einem blanken Schlittschuh, währen die anderen drei Mäuseschuhe noch wacker durchhielten.

Mein erster Gedanke war, die Maus in ein Loch zu versenken und durch eine andere zu ersetzen. Doch mal ehrlich – der Preis für ordentliche Exemplare dieser Gattung ist nicht gerade gering. Und siehe – es gab Ersatz-Schuhe für die Maus, die tatsächlich lieferbar waren. Also: Schuhe bestellt, linken Fuß gesäubert, neuen Schuh aufgeklebt – und das Mäuschen läuft wieder präzise wie am ersten Tag. Sollte mein Mäuschen einen anderen Schuh verlieren oder nach einiger Zeit noch einmal ausglitschen: Der Lieferant packt gleich zwei Paar Mäuseschuhe in die Schuhschachtel. Kosten: Etwa acht Euro.

Und nein, ich werbe hier nicht für den Lieferanten - aber ich bin froh, dass es solche Ersatzteile überhaupt gibt.

Gendersternchen und ähnliche Sprachverfälschungen

Gendersternchen und andere Versuche, die Sprache an die Ideologien linksgerichteter Sozialwissenschaftler anzupassen, werden immer kritischer betrachtet.

Wer jemals einen Text mit Gender-Binnen-I vorlesen musste, wird längst festgestellt haben, dass er für die Zuhörer zunächst in die deutsche Sprache übersetzt werden muss. „SchülerInnen“ kling wie Schülerinnen, also muss jeder, der einen „gegenderten“ Text vorliest, das darin enthaltende Genderdeutsch übersetzen.

Aber - es gibt Lichtblicke. So hat jetzt sächsische Kultusminister untersagt, dass an den Schulen im Freistaat „Gendersternchen“ verwendet werden. Falls es jemand dennoch tut, gibt es einen Punktabzug bei Leistungstests.

Für mich hat jeder Artikel einen Qualitätsmangel, in dem Gendersternchen verwendet werden. Ich denke, wir sollten die entsprechenden Redaktionen höflich, aber dennoch bestimmt darauf hinweisen.

(Quelle der Information über Sachsen: LVZ, Printausgabe vom 14. Juli 2025)

Sehpferd bleibt

So viel ist sicher: Dieses Meinungsmagazin bleibt hier. Die verwendete Software ist zwar etwas angejahrt – aber die Texte sind dennoch auf Handys, Tablets und großen PC-Bildschirmen gut lesbar.

Zwar hat auch die „Konkurrenz“ gut aussehende Töchter, aber mir gefällt nach wie vor das schlichte Erscheinungsbild dieser Webseite.

Was denkt ihr?

email an den chef
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