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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Etwas über meinen Musikgeschmack – heute und vor 60 Jahren

Selten persönlich - aber heute schon
Heute will ich euch etwas wirklich Persönliches sagen. Als junger Jazzfan war ich begeistert von einem Bassisten: Charles Mingus. Ich habe ihn zunächst wirklich nur als Bassisten und Bandleader gekannt. Doch bald stellte ich fest, dass dieser Mann ein einzigartiges Genie war – vor allem wegen seiner Kompositionen.

Wer glaubt schon einem jungen Mann? Damals war ich wahrhaftig 60 Jahre jünger, und die Freunde im örtlichen Jazzklub waren eher geneigt, das MJQ (1) zu hören. Ein Senior in „meinem“ Jazzklub behauptete sogar, er könne in den Stücken von Mingus „gar keine richtige Melodie“ erkennen.

Ich mach einen Sprung in die Jetztzeit. Überall, wo moderne Jazz gespielt oder gesendet wird, steht Mingus hoch im Kurs. In den internationalen Jazz Charts aller Zeiten steht sein frühes Album „Mingus Ah Um“ (1959) an herausragender Stelle. Auch das zunächst sehr umstrittene Album „Money Jungle“ mit Duke Ellington und Max Roach (1962) genießt heute höchstes Ansehen.

Das Verblüffende – und der Grund, warum mir dies 50 Jahre später wieder einfiel, sind neue Interpretationen der Mingus-Kompositionen durch Sängerinnen. Und siehe: Diese Kompositionen haben nicht nur „richtige Melodien“, sie sind auch vorzüglich geeignet, um gesungen zu werden.

Ich höre übrigens gerne KCSM. Die Station bringt den ganze Tag Jazz – und du kannst sie auch hören - über das Internet.

(1) "Modern Jazz Quartett"

Irrtümer über die Identität

Heute ist es mal wieder geschehen: Da fragt eine Person (vorgeblich ernsthaft, versteht sich), wie es denn alte Menschen schaffen können, sich selbst zu verändern, ohne ihre Identität aufzugeben.

Da ist es, dieses Wort: „Identität“. Mein altes Psychologielexikon, das ich immer noch aufbewahre, kennt das Stichwort nicht. Ganz anders als das deutsche Wikipedia. Der fleißige Student, der es möglicherweise verfasste, nutzte rund 5.200 Wörter, um es zu erklären, hat eine nahezu unendliche Liste von Literatur aufgeführt und nennt 18 Quellen für sein Elaborat.

Wie so oft, mag sich dies alles für einen Psychologiestudenten eignen, doch der Informationsgehalt bleibt dennoch dürftig. Denn die Menschen der Jetztzeit wollen ja wissen, wie ein Begriff heute definiert werden kann. Da bleibt er (oder sie) nach dem Genuss von Wikipedia hilflos zurück.

Immer noch hilflos, was Identität für euch bedeutet?

Es ist etwas schwierig, den aktuellen Begriff zu definieren. Etwas Hilfe zeichnet sich ab, wenn wir den Dorsch (2) zu Hilfe nehmen. Wen die etwas geschraubten Definitionen nicht stören, wird dies lesen:

Um eine bestimmte Identität für sich beanspruchen zu können, muss der Mensch sie in sozialen Interaktionen aushandeln. (…) Dies bedeutet auch, dass Identität unter wechselnden Lebensbedingungen immer wieder neu angepasst werden muss und Identitätskonstitution eine lebenslange Aufgabe ist.

Was letztlich heißt: Identität ist veränderbar. Und wenn man es genau nimmt, so verändert sie sich ein Leben lang durch Kommunikation.

Jeder kann sich verändern, ohne seine Identität zu verlieren

Und mit dieser einfachen Erkenntnis kann ich euch für heute verlassen, nicht ohne die Frage auch hier noch einmal zu beantworten: Jeder kann es schaffen, die Sicht auf sich selbst zu verändern und Veränderungen an sich selbst vorzunehmen. Die Mehrzahl der Veränderungen erfolgt durch die notwendige Anpassung so gut wie automatisch. Im Alter kann dies eine geringere Rolle spielen als in den mittleren Jahren – aber selbstverständlich verliert auch ein alter Mensch seien Identität nicht durch Veränderungen.

Quellen:
(1) Wikipedia deutsch
(2) Dorsch.

Weder heilig, noch drei, noch Könige – und doch wichtig

In meiner Jugend las ich, dass es sich bei den „Heiligen Drei Königen“ weder um Könige, noch um Heilige handelte – und es waren nicht einmal drei. Mich wunderte dies kaum, denn die Geschichte, die ich zuvor in der Schule gehört hatte, war einfach zu märchenhaft, um wahr zu sein – und in den Bilddarstellungen waren sie ja tatsächlich „Könige“. Einer sah durch und durch europäisch aus, auch wenn er aus dem „Morgenland“ kam, der zweite wirkte leicht arabisch angehaucht und der Dritte war offenkundig dunkelhäutig. Nach der Vorstellung der damaligen Zeit waren die Menschen im Orient eben dunkelhäutiger als in Europa. Später wurde seine Hautfarbe dunkler, weil man ihm ein Ebenholzgesicht gab. Die Darstellungen entsprachen der Fantasie eines Künstlers, der als „Bertram von Minden“ bezeichnet wird (1410).

Aus dem "Buxtehuder Marienaltar"

Nun, es waren nicht drei, sondern es handelte sich um eine Gruppe von Universalwissenschaftler dieser Epoche. Man könnte sie als Wahrsager, Sterndeuter oder Magier bezeichnen. In jedem Fall aber waren sie Geschöpfe ihres Autors, und zu dritt waren sie nach späterer Auffassung, weil sie Gold, Weihrauch und Myrrhe schenkten.

Die Namen wurden den „drei Königen“ zugewiesen, also Caspar, Melchior und Balthasar.

Die Figuren in den Darstellungen der alten Zeit trugen tatsächlich Kronen – daraus ergab sich, dass es sich um „Könige“ handelte. Und sie wurden häufig so dargestellt, wie es der Autor wollte: Sie huldigten einem Kinde.
Die drei Könige sammeln in Basel für einen guten Zweck

Für mich sind diese Männer, auch wenn sie weder heilig noch der noch Könige waren, immerhin Personen, die selbstlos geschenkt haben. Und noch heute rufen ihre Ebenbilder jedes Jahr zu Spenden für „den guten Zweck auf“, und die „Fürstinnen und Fürsten“ unserer Zeit beugen sich zu jenen nieder, denen das Leben weniger Glück schenkte.

Wenn das die Botschaft ist, dann sollen sie bleiben, die Könige, die in Wahrheit „Wahrsager“ gewesen sein mögen – wenn es denn eine Wahrheit darüber gibt.

Bild oben: das vollständige Altarbild befindet sich heute in der Kunsthalle Hamburg.
Bild unten: Aufnahme vom Autor, Basel (CH)
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