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Das erstaunlich schwache Wissen über Kommunikation

Das Wissen über Kommunikation in Deutschland ist, wie ich dieser Tage feststellte, auf einem erschreckend niedrigen Niveau. Viele unserer Mitbürger meinen, es reiche aus, sich auf die „häusliche Erziehung“ zu verlassen. Sie nehmen also an, dass sie dieses Wissen sozusagen mit der Muttermilch einsaugen oder oder durch „Abgucken“ erlernen.

Nichts gegen „Learning by Doing“. Aber auf diese Weise lernen wir die Gesetze der Kommunikation nicht einmal im Ansatz. Ich hatte ja gehofft, dass man dergleichen in der heutigen Zeit vor allem in den allgemeinbildenden Schulen erlernt.

Ist das Wissen verloren gegangen? Es wäre deshalb schade, weil wir den Höhen und Tiefen der Kommunikation mindestens bei wichtigen Begegnungen ausgesetzt sind.

Warum soll ich Menschen zuhören, deren Worte hohl klingen?

Diese blühte schon im März - mittlerweile hat sie fast ein Dutzend Knospen
Falls ihr mich fragen solltet, warum ich derzeit keine Stellung beziehe zur CDU, zu Herrn Spahn, Frau Merkel, Herr Laschet oder Herrn Söder: Die reden alle viel zu viel, sagen aber viel zu wenig aus. Hohlworten zuzuhören ist Zeitverschwendung für mich. Und für die anderen? Sie brauchen Vernunft, Zuversicht und Impfstoff, kein Geschwafel.

Ich höre den Fernsehgesichtern einfach nicht mehr zu, und ich weiß auch nicht, zu wem sie eigentlich sprechen. Zu mir jedenfalls nicht.

Und solange das so bleibt, höre ich lieber Jazz aus dem Radio, beobachte das Wachstum meiner Passionsblumen und schreibe für die Menschen, die sich wirklich für das Leben interessieren.

Macht Oliver Welke eigentlich noch Satire?

Schon mehrfach fiel mir auf, dass Oliver Welke in der Show, die immer noch unter dem Namen „Satire-Show“ vermarktet wird, besserwisserische und schulmeisterliche Sprüche klopft. Wenn dieser Mann „nicht mehr zusehen“ kann, wie die Regierung alles falsch macht und wie er als Satiriker alles besser machen würde, dann ist das äußerst peinlich für die Satire, aber auch für das ZDF.

Das mit dem „nicht mehr zusehen“ habe ich mir gemerkt. Es wäre eine Möglichkeit, mit der Heute-Show umzugehen.

Brücken-Lockdown - weiß die Regierung noch, was sie sagt?

Vor allem die Spitzen der CDU sind gerade dabei, das Volk erneut an der Nase herumzuführen. Offiziell hat die Kanzlerin den Begriff „Brücken-Lockdown“ von diesem Herr Laschet übernommen, der ihr geprägt hatte. Die Presse hatte ihn deswegen teils gelobt, teils verlacht. Das Verlachen war mit Abstand die bessere Lösung: Der Vorschlag kam zeitlich nicht hin mit der „Brücke über das tosende Wasser“. Das Wasser tost weiter, die Brücke ist Bluff.

Warum Merkel und Laschet nun unisono verkünden, was nicht haltbar ist? Weil das mittlerweile so üblich ist, etwas anzukündigen, aber auf keinen Fall halten zu können. Schon verkündet die Regierung in Person des Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), man habe "in einer Besprechung mit den Ländern am Sonntag deutlich gemacht, dass die Bundesregierung von einer verschärften Infektionslage ausgeht, die noch sechs bis acht Wochen dauern werde." Im Klartext: Bis Mitte Juni ab Verkündigung.

Zwei- bis drei Wochen sind nicht sechs bis acht Wochen - das rechnet euch jeder Grundschüler vor, und irgendwie dürfen wir als Bürger erwarten, dass die Regierungen keine Versprechungen machen, die sie von vorn herein selber anzweifeln.

Der Teddybär als Kommunikationspartner

Kommunikative Kuscheltiere
Alle Identitäten erfordern einen anderen.

(R. D. Laing, Self and Others, 1961)

Ich habe etwas angeleiert. Es soll Erwachsene geben, die mit Gott sprechen oder der Jungfrau Maria. Und es gibt Kinder und durchaus auch Erwachsene, die mit Kuscheltieren reden. Zum Beispiel mit Teddybären.

Warum sollten sie nicht? Wer für sich beansprucht, die alleinige denkende und agierende Person in seinem Universum zu sein, irrt wahrscheinlich. Das Mäuschen hinter dem Ohr, das plötzlich fiepst „tu’s nicht!“ist zwar nicht real, aber du, der du das Mäuschen wahrnimmst, zuckst dennoch zusammen Die Wand, die sich dir gegenüber befindet, nimmt nicht wahr, wie du deine Entschuldigung gegenüber deiner Kollegin oder dein Bewerbungsgespräch vorbereitest. Dennoch schaffst du es. Kurz: Du bist gar nicht nur „Ein“. Du bist „Ein“ und auch noch ein Teil von den anderen.

Wenn du ein Liebhaber sein willst, brauchst du eine Geliebte, und wenn keine Geliebte vorhanden ist, fantasierst du dir eine zusammen. Dann hat sie nicht mit der Realität zu tun, aber du kannst sie innerhalb gewisser Grenzen lieben. Georg Kreisler hat dies in seinem Lied „Barbara“ einst zum Ausdruck gebracht. Eine Überlegung, nur mal so: Wenn du eine Geliebte aus Fleisch und Blut mit schönen, begehrlichen Brüsten und einem sanften Wesen hast. Bist du dann ganz sicher, dass sie in allem genauso existiert, wie du sie im Kopf hast?

Oh, ich verplaudere mich. Vom Kuscheltier sollte die Rede sein. Es ist brav, lieb, verständnisvoll und hört dir zu. Gut, es ist sehr still. Es gibt dir keine Antworten, weder verbal noch nonverbal. Und doch ist es ein Gesprächspartner, denn all die „anderen“, die du verinnerlicht hast. Je länger du mit ihm sprichst, je intensiver du argumentierst, umso mehr wird sich euer heimlicher Dialog verändern. Wenn du Glück hast, erlangst du Klarheit über dein Denken und Fühlen.

Klar geht das auch ohne Kuscheltier, sei es ein Teddybär, ein Hase oder ein Stoffhund. Aber es ist nicht so spannend.

Willst du das diskutieren? Dann KOMM in meinen Salon. Du findet oben den Link.
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