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Keine Hexenjagd mehr auf Andersdenkende

Das Buch - bitte beim örtlichen Buchhandel kaufen, wenn möglich
Während sich ernsthafte Menschen in diesem Land über die Zukunft Sorgen machen, haben einige Hassprediger(innen) eine neue Form der Hexenjagd erfunden. Sie heißt „Shitstorm“ und teilt die Menschheit in die „Guten“, die sich das Recht und die Freiheit aneignen, Menschen zu diffamieren. Und die „Schlechten“, die buckeln müssen, um den „Scheißstürmen“ zu entgehen. Oder präventiv schweigen.

Geistige Freiheit statt digitales Lynchen

Das muss aufhören. Möglichst unter Einsatz aller Menschen, die an der Freiheit des Geistes interessiert sind.

Die Feministin Caroline Fourest hat gewagt, dagegen anzugehen. Sie weiß, wo die giftigen Suppen gekocht werden und wer daran beteiligt ist. (Zitat, 1,2):
Das digitale Lynchen ist ihnen zu gleichen Teilen politische Schulung, Partei und politische Bewegung.
Zumindest in Frankreich will sie auch verortet haben, wo der Ursprung der Hexenjagden liegt: an der Uni.

Verdächtigt wird vor allem die Soziologie. Sie sei vom „Klassenkampf zum Rassenkampf“ übergegangen. Wie weit das geht? Zitiert wird ein junger Doktorand, der verständlicherweise vorzog, anonym zu bleiben (1):

Wenn man keine Lust auf die üblichen Themen Gender und Rasse hat, hat man wirklich keine großen Chancen, einen Job zu bekommen.

„Na schön“, werden manche sagen, „was gehen mich die Spinner und Sprachverdreher in der Soziologie an?“

Warum DICH dieser Artikel angeht

Sie gehen euch etwas an, Mitbürger – denn sie haben schon vor Jahren die Definitionsmacht gekapert. Das heißt, sie nehmen sich rotzfrech heraus, den Begriffen neue Etiketten zu verpassen. Und dank mancher Wissenschaftsredakteure, die Kotau vor allem machen, was nach „Universität“ riecht, finden diese Begriffe auch Verbreitung.

(1) Zitate aus „Generation beleidigt“ von Caroline Fourest, Paris 2020, Deutsch Berlin 2021.
(2) Gemeint sind überwiegend angebliche "Intellektuelle" aus der Generation "Y".

Redensarten-Lexikon

Im Gießer Anzeiger fand ich einen Beitrag, der alle humorbegabten Menschen interessieren dürfte, die an der deutschen Sprache interessiert sind. (Notfalls reicht auch ernstes Interesse).

Es handelt sich dabei um eine Sammlung deutscher Redensarten, die auch manchmal hübsch durcheinandergewirbelt werden. Ich erinnere mich beispielsweise, dass irgendjemand einmal geschrieben hat, „Jeder Klafter eine Königin“ statt „Jeder Zoll eine Königin“. Der Trick dabei ist: Merkt es der Leser oder nicht?

Die Sammlung heißt „Redensarten Index“ und ich kann sie nur sehr empfehlen. Und nein, dies ist kein gesponserter Beitrag. Die gibt es nicht bei Sehpferd.

Herr Kretschmer, die WELT und die Verbreitung von Hoffnungslosigkeit

Der Chefkommentator der Welt, Herr Torsten Krauel, stellte sich voll hinter den Sächsischen Ministerpräsidenten, Michael Kretschmer. Er schreibt:

Jetzt nimmt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ... den Deutschen ... auch noch die Hoffnung auf Osterurlaub. Das ist mutig, aber richtig.

Man muss solche Sätze zwei Mal lesen, und zwar vor der Begründung: Den Menschen „die Hoffnung zu nehmen“, ist richtig.

Nicht nur die Hoffnung - auch die Aussicht auf Verlässlichkeit, denn der Kommentator orakelt weiter:

Anfang März könnte die Spitzenrunde der Ministerpräsidenten mit Merkel die Inzidenzzahl 35 weiter absenken, um mit einem längeren Lockdown Zeit für Klarheit zu gewinnen, Zeit für die Impflabore und Hersteller.

Das heißt im Klartext: Um den Lockdown auf unbestimmte Zeit aufrecht zu erhalten., reicht es, die Inzidenzzahl ständig herunterzusetzen.

Ich weiß nicht, wie man bei der „WELT“ tickt. Das Gesundheitswesen der Bundesrepublik Deutschland ist für die Menschen in diesem Land da - die Menschen sind nicht dazu da, das Gesundheitswesen zu schützen. Und schon gar nicht, um das Unvermögen der Politik zu decken. Zeitweilig kann dies der Fall sein - aber nicht auf unbestimmte Zeit mit immer neuen Fantasiezahlen. Und übrigens, Herr Krauel: Wir haben trotz Pandemie eine Demokratie. Schon vergessen?