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Der Autor als Schreibhure?

Wenn ich das Internet durchpflüge, dann kommt mir manchmal der Gedanke, das Schreiben sei so eine Art „geistige Prostitution auf niedrigem Niveau.“

Sich verfügbar machen für einen Hungerlohn?

Ähnlich wie in der Rotlichtszene könnte nachgefragt werden: Warum tust du so etwas? Warum gehst du auf einen Markt, in dem es Texter(innen) und Content-Schreiber(innen) in Hülle und Fülle gibt?

Die Antwort ist oft: „Weil es mein Beruf ist“ oder „weil dich damit meine Familie ernähre“. Niemand fragt: „Würdest du an einem ‚Aussteigerprogramm‘ interessiert sein?“ Nein, es gibt es keine Institution, die Texter oder Autoren vor der Ausbeutung schützt. Warum auch? Sie haben sich nun mal entschieden, sich verfügbar zu machen, oder etwa nicht?

Tatsache ist: Die Mehrheit der freien Schriftsteller(innen), Content-Schreiber(innen) und Texter(innen), arbeitet für einen Hungerlohn.

Ich habe mir oft die Frage oft gestellt, ob ich meinen Geist oder gar meine Emotionen an eine Branche verkaufen soll, die keine Ethik kennt, sondern nur „Spitzenplätze in Suchmaschinen“. Um dies zu erreichen, werden meist absolut geistlose, oft irreführende Texte verlangt. Ist es ein Wunder, dass bei dem Überangebot an Textern und Autoren so gut wie nichts mehr bezahlt wird? Manche Putzfrau verdient in der Stunde mehr als ein Content-Schreiber am Tag.

Kostenlos schreiben ist besser als sich zu prostituieren

Ich hab eine Antwort gefunden: Ich schreibe lieber kostenlos, was ich will, als mich als Schreibhure zu verdingen und dabei zu tun, was meine Auftraggeber sich wünschen. Und falls sich dennoch jemand meldet, der mir faire Angebote unterbreitet – dann schreibe und recherchiere ich auch dann und wann gegen Geld – ohne mich zu prostituieren.