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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Bimbofication

Diese Puppe ist tatsächlich eine
Die Bimbofizierung und die Selbstbimbofizierung

Wie soll man bloß so etwas übersetzen: Bimbofication? Dazu müssten wir natürlich wissen, was ein(e) Bimbo ist und wir erfahren, dies sei entweder ein Häschen oder eine Puppe oder eine Tussi.

Gut – Verpuppung würde nicht gut passen, weil das hat schon eine andere Bedeutung – obgleich dies wohl dem am nächsten käme, was mit der Bimbofizierung gemeint ist. Da Vertussung auch nicht geht, und Verkaninung erst recht nicht, bleibe ich also bei „Bimbofizierung“.

2009 erfunden - die Abwertung als Püppchen

Und ich lerne: Der Begriff „Bimbofizierung“ geht auf das Jahr 2009 zurück, und es schient so, als ob er seit 2010 über die Welt verbreitet wird: Eine Frau spielt die Rolle eines Püppchens – es kann eine Comic-oder Fantasy-Figur sein, und sie kann sexy, sexistisch oder tatsächlich ausschließlich sexuell sein – in diesem Zusammenhang wird auch von einem „Fetisch“ gesprochen.

In intellektuellen Kreisen spricht man auch von Debimbofizierung, wobei „die Bimbo“, also die Frau, die ganz nach Männerwünschen ausgeputzt ist, sich in eine Studentin verwandelt.

Populäre Lexika gehen hart mit der „gewöhnlichen Bimbofizierung“ ins Gericht. So sagen das „Urban Dictionary“ schlicht, Bimbofizierung sei der „Prozess der Verwandlung in eine dumme Schlampe, die vollkommen glücklich ist, benutzt und abgewertet zu werden.“

Andere wieder verherrlichen die Rollenspiele, die mithilfe verschiedener Bimbofikationen möglich sind.

Warum ich den Begriff überhaupt hier bespreche? Er lief mit bei der Übersetzung eines Blog-Artikels über den Weg. Und nein, man muss den Begriff nicht kennen, wirklich nicht.

Quellen: diverse, unter anderem "Knowyourmeme"

Fräuleinchens

Das Wort muss erst einmal über den Kopf durch die Finger auf die Tastatur - und dann noch veröffentlicht werden:

Fräuleinchens, eine etwas verunglückte Übersetzung von „Missies“, umgedeutscht aus dem Englischen auch mal „Missys“ geschrieben, so wie man Ladys ja auch Ladys schreibt, und nicht Ladies.

So, und nun veröffentlichte die MoPo diesen Satz:

Kandidatin Michelle (27) aus Hamburg. Sie hat eine neunjährige Tochter, könnte also als Milf durchgehen, gehört auf Grund ihres Alters aber auch zu Fräuleins.

Eine Milf, die als „Fräulein“ durchgehen könnte? Da gehen mir die Zehnnägel hoch, wahrlich.

Das Ganze ist - natürlich - die Ankündigung einer dieser merkwürdigen Dating-Shows. Diesmal von Joyn - der Name war mir neu, Dating-Shows allerdings nicht. Hast du eine gesehen, hast du alle gesehen. Übrigens titelte die MoPo noch:

Mütter oder Fräuleins - worauf stehen Männer?

Warum nicht gleich „Frollein“? Zurück in die 1950er - Frollein, zum Diktat!