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Rechts: wo die Saat aufgeht ...

Die Saat der Rechtsextremisten geht auf. Jahrelang haben sie „Lügenpresse“ skandiert, wohlwissend, dass die Medien, die sie gemeint haben gar nicht dazugehören. Es war - und ist - schlicht eine Methode, Einfluss zu gewinnen. Die Bürger, die dies geglaubt haben, suchten nach einem anderen Medium, insbesondere im Osten. Dankenswerterweise sind auch hier die Tageszeitungen immun gegen die Stimmungsmache - Gratiszeitungen aber nicht unbedingt. Die zweite mögliche Informationsquelle wurde schnell entdeckt: Soziale Medien, in denen ohnehin der Redemüll von Hinz und Kunz landet. Hauptsache, „alternativ“ - den rechtsextremistischen Hintergrund erkennt man ja nicht sofort.

Nicht "rechtsextrem" - aber fern sinnvoller Information

Diese Menschen sind nicht „Rechtsextrem“. Sie wissen nur nicht viel und können mit ungewöhnlichen Umständen nicht recht umgehen. Zudem: Das Internet und seine Teilnehmer sind ihnen ein Buch mit sieben Siegeln. Ja, die meisten von Ihnen, wenn über 50, sprechen so gut wie kein Englisch - womit ihnen die wichtigsten wissenschaftlichen und ökonomischen Quellen entgehen. Eine Quelle verifizieren können sie ohnehin nicht - das fällt selbst dem Präsidenten der USA schwer.

Wer nichts weiß, sollte schweigen - das hilft

Was bleibt ihnen also? Sie könnten - zum Beispiel - schweigen. Sie könnte zum Beispiel einmal über den Segen von Impfungen nachdenken und sich nicht von falschen Gurus beeinflussen lassen, die darin eine Gefahr sehen. Denn ein Teil von ihnen lebt nur deshalb, weil andere sich impfen ließen.

Women in Jazz Replacement

Gestern habe ich beim MDR reingehört: „Women in Jazz“ ist ja eigentlich eine Konzertreihe, aber diesmal kam alles „vom Band“ - im MDR.

Obgleich ich die Idee ganz gut fand, konnte den meisten Interpretinnen nicht viel abgewinnen. Die Studio-Aufnahmen wirkten teils seltsam „künstlich“, und sie wurden zu allem Überfluss noch vom gleichen Tonträger aneinandergereiht. Vielleicht tat man dies, um Konzerte zu simulieren, aber es ist lästig, wenn man der Interpretin nun so gar nichts abgewinnen kann.

Was mir auffiel: Wenn ich Jazz höre, will ich wirklich keine Töne ertragen, die im Studio „geschönt“ wurden. Mit anderen Worten: Das Instrument soll für sich selber sprechen, und die Stimme sowieso. Und das meiste, was ich hörte, war - in meinen Augen - nicht unbedingt das, was ich unter Jazz verstehe.

Mit „weiblich“ oder „männlich“ hat das wenig zu tun. Im Jazz spricht der Interpret/die Interpretin durch das Instrument zu mir. Am Ende möchte ich Emotionen hören, keinen Singsang oder „interessante Tonfolgen“.

Ich weiß, dass Jazz heute auf „Vielfalt“ setzt - mal schicker Schlager, mal Weltmusik, mal Experiment. Doch - jedes Mal, wenn ich die „Jazz Lounge“ beim MDR höre, denke ich: „na ja, ein bisschen Jazz war ja heute dabei“.

Ich hörte etwa eine Stunde lang intensiv zu - eine Offenbarung war es nicht.

Selber mal hören? Hier.