Skip to content

Frauentag

Heute wird wieder viel geschrieben werden über die vorhandenen oder nicht vorhandenen Rechte der Frauen. Erstaunlicherweise gibt es derzeit alledrings kaum Frauen unter 25, die sich von „der Männergesellschaft“ benachteiligt oder ausgeschlossen fühlen.

Verweigerung und Schuldzuweisungen sind keine Leistungen

Wenn ich einmal von den durch Kapitalismuskritik verfälschten Meinungen absehe, gibt es auch keinen Grund, nicht das zu werden, was frau will. So weit mein Radar reicht, will in Deutschland selten eine Frau Chefin eines IT-Unternehmens werden. Schon allein deswegen, weil sich kaum eine Frau der unsozialen und befremdlichen Tätigkeit aussetzen will, täglich Bits und Bytes zu quälen. Es ist ein einsamer Job, in dem Small Talk und „Mädchenthemen“ eher nicht gefragt sind.

Wer hindert eigentlich Frauen?

Wenn nun aber jede Frau werden kann, was sie will und auch danach strebt, dies zu verwirklichen, wo sind dann eigentlich die Hürden, die sie hindern? Ist „der Kapitalismus“ etwas eine befriedigende Antwort? Oder wäre „die Männer hindern uns“, eine Antwort, die irgendwie plausibel klingt? Lauern „männliche Seilschaften“ überall im Hintergrund?

Was ist mit weiblichen Netzwerken, Seilschaften und dergleichen? Hatten wir nicht bis vor einiger Zeit eine Frau an der Spitze, die alle Zügel straff in der Hand hielt? Und bekamen wir dann bei der CDU nicht eine nachgeliefert, die nicht einmal wusste, wie man sinnvoll Macht ausübt? Warum musste oder wollte Frau Nahles aufgeben? Weil sie eine Frau war oder weil an der SPD-Basis zu viele Hohlköpfe sitzen?

Frauenthemen - viel sinnloses Geschwätz

Ich sehe und lese häufig dort, wo Frauen lesen und sehen. Und das ist wenig davon die Rede, wie frau sich eine gute Ausgangsposition sichert, um das zugegeben schwierige Leben in der Jetztzeit zu meistern. Stattdessen steht viel darin, wie frau sich kleine und große Ausbrüche aus der täglichen Routine gönnt, wie sie schöner wohnen, sich schöner kleiden und sich in schönere Lüste hineinstürzen kann. Offenbar wollen Frauen auch genau wissen, wie es andere Frauen machen - schminken, kleiden, aufputzen, lieben lassen.

Auf keinen Fall will ich diesen Frauen anlasten, dass sie sich damit beschäftigen. Jeder braucht Spaß und Entspannung. Aber ich bekomme täglich gegen zwölf Vorschläge zu solchen Themen über mein Presse-Radar, die ich überwiegend nicht nutze, weil der Stoff längst ausgelutscht ist.

Etwas zu erreichen hießt nicht, ausschließlich etwas für Frauen zu erreichen

Dieser Tage erscheinen Artikel darüber, was „noch nicht erreicht“ wurde - aber ich frage mich mit vollem Ernst, welche Frauen durch die Kraft ihrer Person (und nicht durch Kampagnen) etwas Sinnvolles bewirken können, das allen nützt.

Auf lange Sicht ist es dem Staat, der Gesellschaft, der Wissenschaft und der Wirtschaft völlig schnuppe, ob die Erfolge durch Frauen oder Männer erreicht wurden - Hauptsache, sie werden erreicht.

Und dazu noch ein letzter Satz: In Bremserhäuschen zu schmollen und Züge auszubremsen, ist keine Aufgabe, die von der Gesellschaft anerkannt wird. Wer etwas erreichen will und damit anerkannt werden will, muss schon in die Lokomotiven einsteigen.