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Absage an Gleichheitsgrundsätze und ähnliche Märchen bei der Partnerwahl

Gestern wurde ich ein reichlich unweihnachtliches Thema erinnert: die Partnerwahl.

Wer immer sich damit beschäftigt, wird von einem Heer von Psychologen, Soziologen, Eheberatern und ähnlich einseitig ausgerichteten Damen und Herrn damit überflutet, auf Gleichheit zu achten. Etwas abgeschwächt: „Auf Ähnlichkeiten“, und noch etwas abgeschwächt: „auf beziehungsrelevante Ähnlichkeiten“.

Jedes Mal haben die Damen und Herren einen „Gang zurückgeschaltet“ und ihre kühnen Behauptungen den Realitäten angepasst. Und doch hören wir ihnen weiterhin zu, lesen sie weiterhin und folgen weiterhin ihren Ratschlägen.

Partnersuche und Psychologie - eine sinnlose Verbindung?

Warum eigentlich? Nützen sie der Menschheit durch ihre Behauptungen? Was wäre, wenn diese Behauptungen nichts als Nebelkerzen wären, die verschleiern sollen, dass niemand wirklich über ein entsprechendes Wissen verfügt?

Und was wäre, wenn sie der Menschheit gar schaden würden, indem sie ihre Behauptungen in „Formeln zum Glück“ einbauen?

Die Forderung nach "Gleichheit" bringt Rückschritte und soziale Gefahren

In ganz simpler Logik bringt es der Menschheit keinen Fortschritt, wenn stets „ähnliche“ Menschen zusammenkommen. Geistig nicht, emotional nicht, gesellschaftlich nicht und integrativ schon gar nicht. Sagen wird doch mal klar: Die Inzucht wurde überwunden, indem Menschen aus unterschiedlichen Sippen geheiratet haben - nicht aus gleichen. Die sozialen Unterschiede wurden unter anderem, wenn auch nicht ausschließlich, dadurch überwunden, dass Arm und Reich geheiratet haben, der Fortschritt dadurch bewirkt, dass sich Menschen unterschiedlicher Fachrichtung zusammengetan haben. Und das Zusammenleben ist dadurch geglättet worden, dass unterschiedliche Ethnien einander geheiratet haben.
Ich erinnere mich noch lebhaft an eine Zeit, in der es für einen Katholiken unmöglich war, eine Protestantin zu heiraten – beide galten als ein unvereinbares Paar. Heute kenne ich Männer, die eine Rumänin, Ungarin, Polin, Chinesin oder Japanerin geheiratet haben.

Fast alle angeblichen "Gegensätze" sind miteinander vereinbar - außer in der Psychologie

Alles ist inzwischen „vereinbar“- wenn man einander liebt und sich bemüht. Nur in der Psychologie – da gibt es noch „Übereinstimmungsmerkmale“, die man unbedingt berücksichtigen muss, wenn Ehen glücklich werden sollen.

Machen wir dem ein Ende, jedenfalls hier unten an den Graswurzeln der Menschheit, wo noch Vernunft und Einsicht herrschen. Bringen wir Arm und Reich zusammen, östliche und westliche Ethnien, Extravertierte und Introvertierte, Theoretiker und Praktiker. Sagen wir ihnen doch einfach, sie sollen lieben, wen sie wollen und heiraten, wen sie wollen. Seien wir ehrlich und sagen wir noch dazu:

Wir wissen nicht besser als ihr, ob ihr glücklich werdet, aber wir sind fest davon überzeugt, dass die Welt ein bisschen besser wird, wenn wir uns miteinander mischen.

Blödsinn labern kann jeder

Und offenbar tut es jeder ... leider auch ein paar Leute, von denen man es nicht unbedingt erwarten würde. Die Rede ist davon, wie gründlich deutsche Saubermänner (Sauberfrauen nicht ausgenommen) und die mit ihnen verbündeten Sensationsmacher aus der Presse Ereignisse aufbauschen können. Greta Thunberg fuhr Deutsche Bahn, was vor Weihnachten, wie ich weiß und jedermann sonst, nicht unbedingt ein Vergnügen ist. Ihre "Untat" - sie postete ein Foto, auf dem man sie auf dem Boden sitzen sah - Sitzplatzlos. Die zweite Untat: Sie schrieb nicht, dass sie ab Göttingen einen Platz in der ersten Wagenklasse einnehmen dufte.

Einen Teil der Reise hatte sie also keinen Sitzplatz – auch das ist nicht so ungewöhnlich. Und hübsch ist, dass man dann doch noch einen für sie findet – und sei es in der ersten Wagenklasse.

Ein Scheiß-Sturm der Entrüstung

Und nun reden die Menschen in abwertender Absicht nichts als Blödsinn. Die widerwärtigen „Sozialen Medien“ machten daraus gleich mal einen „Scheiß-Sturm“ (shitstorm). Die üblichen Verdächtigen griffen ihn auf (und scheuten sich nicht, dabei ebenso in die Sch … zu greifen).

Madrid tritt in den Hintergrund - angefeindet wird eine Aktivistin

Warum redet man nicht über Madrid, die Veranstaltung, die ein paar Gestalten der Weltgeschichte ganz bewusst verkackt haben? Warum nennt man nicht die Namen der Männer und Frauen, die den Klimagipfel letztlich gekippt haben? Warum zeigt man nicht mit den Fingern auf sie? Warum werden sie nicht Gegenstand der öffentlichen Verachtung?

Weil man sich nicht traut. Doch bei Frau Thunberg kommt man aus den Ritzen des Internets heraus. Ach, man ist ja so großartig, nicht wahr? Vor allem, wenn die Bilanz der eigenen Leistungen und Mühen eher bescheiden ausfällt – was nicht nur für die Nagetiere des Internets gilt, sondern auch für vereinzelte Medien.

Bemühungen um die Wahrheit sind selten

Manche Journalisten haben sich - mit Recht - über ihre Kollegen und die sozialen Medien empört, zum Beispiel die Süddeutsche. Die ganze Geschichte mit allen Fakten steht in JETZT.

Von Basel nach Göttingen (wo es den Sitzplatz gab) ist man übrigens ungefähr fünf Stunden unterwegs. Viel Vergnügen für alle, die es einmal auf dem ICE-Boden erleben wollen.

Wahl im UK

Was wählt man, wenn man zwischen sozialistischen Extremvorstellungen und clowneskem Konservativismus wählen kann?

Die Antwort aus dem Vereinigten Königreich liegt jetzt vor.

Sie ist wirklich nicht lustig – und hat sehr wenig mit der Qualität zu tun, mit der mittlerweile der BREXIT diskutiert wird.

Meine positivste Eigenschaft

Manchmal werde ich gefragt, was meine wichtigste positive Eigenschaft ist. Zumeist wollen die Menschen dann ein Persönlichkeitsmerkmal wissen, das sie vielleicht für sich nutzen könnten.

Doch meine wichtigste Eigenschaft ist, zwei Punkte durch eine Linie zu verbinden, wenn andere nicht einmal die Punkte sehen können.

Manche haben diesen Satz abgelacht: „Ey, du Dämelack, woher willst du denn überhaupt wissen, dass da Punkte sind? Die Linien kann doch jeder ziehen, wie er will.

Seht einmal, das ist der Unterschied zwischen Leuten, die andere nicht ernst nehmen wollen, weil sie in kleinen, dunklen Kästchen denken – das ist höflich ausgedrückt und den anderen, die zunächst einmal darüber nachdenken, was jemand sagt.

Denn das kreative Denken funktioniert so:

Du siehst Punkte, die andere nicht sehen. Du schaust danach, wo diese Punkte noch vorkommen und sammelst sie. Dann verbindest du sie auf neue Weise. Schließlich teilst du die Verbindungen anderen mit.

Ich habe mich im letzten Ansatz von der Sängerin und Autorin Armanda Palmer inspirieren lassen.

Die Kernaussage bleibt: Kreativität entsteht dadurch, dass wir Verbindungen erkennen, die anderen verborgen blieben.

Gender-Studien – geht es um Frauen, und wenn ja, um welche?

Wer sich mit irgendeiner Wissenschaft beschäftigt, insbesondere aber mit den „unscharfen“ unter ihnen, wird bald merken: Was sie beschreiben, betrifft immer „andere“. Man kann auch sagen: Es betrifft die ferne Realität, die den Bewohnerinnen/Bewohnern der Elfenbeintürme nicht recht geläufig ist.

In der „NZZ“ war jüngst in ähnlichem Zusammenhang zu lesen (1,2,3,4):

Der evidente universitäre Unwille, sich mit den mitunter unbequemsten Sujets der Gegenwart zu befassen, ist Ausdruck eines gesellschaftlichen Zustands, in dem die «anderen» zunehmend ihrem Anderssein überlassen werden.


Tatsächlich ist die Chose so:

Gender-Studien haben einen praktischen Teil, der überwiegend das Arbeitsleben betrifft. Und einen ideologischen Bereich, in dem sich akademisch gebildete Frauen mit der Geisteshaltung und Lebenswahrnehmung der Nicht-Akademikerinnen beschäftigen. Gelesen dun diskutiert werden sie allerdings nicht von den Betroffenen, sondern wieder nur von Akademikerinnen und Akademikern.

Geht es dabei überhaupt um „Frauen“? Und wenn ja, um welche Frauen? Eigentlich nicht. Doch es scheint so, als ob eine vermeintliche Elite geisteswissenschaftlicher gebildeter Frauen unbedingt die Deutungshoheit an sich reißen will, was eine Frau zu sein hat.

Die Diskrepanz könnte kaum größer sein: Frauen urteilen über Frauen, die sie gar nicht kennen – und vermutlich nie kennenlernen werden. Aber sie glauben, sich in ihrer vermeintlichen Allmacht zu Definitionen über sie aufschwingen zu können.

Ich zitiere noch einmal aus der NZZ (1):

Nun sind vermeintliche Frauenfragen, wofür die Gender Studies oftmals irrigerweise gehalten werden, keineswegs bloße Frauenthemen, sondern Gradmesser des sozialen Fortschritts.


Gibt es eine Lösung?

Wahrscheinlich nicht. Der Blick in die Tagespresse, besonders aber in Frauenzeitschriften und andere Träger von „weiblichen“ Themen beweist, dass jede Form von Gender-Sozialchinesisch an den alltäglichen Frauen (und sogar an Naturwissenschaftlerinnen) vorbeirauscht.

(1) Zitate aus der NZZ.
(2) Sujets – Gebiete, Gegenstände (hier: Ereignisse, Forschungsbereiche)
(3) Evident – offenkundig, hier auch als deutlich sichtbar zu lesen.
(4) Der Autor des Original-Artikels in der NZZ ist Vojin Saša Vukadinović