Skip to content

Mieten – objektiv

Die Wochenzeitung die ZEIT veröffentlichte gerade einen Artikel, in dem die Wohnsituation in Deutschland anhand der Mietpreise beleuchtet wird.

Die Erkenntnisse sind nicht neu – Großstädte, deren Speckgürtel sowie Anrainer an Grenzen zu ebenfalls wohlhabenden Ländern und beliebte Küstenregionen sind die Spitzenreiter.

Im Osten sind die Mieten wirklich niedrig

Obgleich es auch im „alten“ Westen noch günstige Regionen gibt, werden im Osten die niedrigsten Mieten gefordert und gezahlt. Zwischen knapp vier und sechs Euro pro Quadratmeter können dort in der Fläche erzielt werden. In meiner Region liegt die Kaltmiete bei ungefähr fünf Euro. Viele Altbauwohnungen werden aber nach wie vor zu wesentlich günstigeren Preisen angeboten.

Die nächste Großstadt ist 40 Km (Luftlinie) oder 53 km (Straße) entfernt. Ich denke, ein Bewohner des "Mittleren Neckarraums" würde über solche Konditionen Bauklötze staunen.

Bauern

Landwirtschaft, Gesundheit und Landschaft - wie geht das zusammen?
Landwirte – das ist keine Frage – müssen Geld verdienen können. Insofern ist die aktuelle Diskussion nötig, und die Proteste sind gerechtfertigt.

Auf der anderen Seite haben Landwirte jahrelang damit geworben, sie seine die eigentlichen Umweltschützer.

Genau das aber sind sie nicht mehr. Sie können die Umwelt nicht zugleich schützen und zerstören. Und insofern gehen die Proteste in die falsche Richtung.

Die Politik hat sich zu lange aufs Zuschauen beschränkt. Und nun werden Gesetzte erlassen, die von den Landwirten nicht verstanden werden, weil sie Einschränkungen am Einkommen bedeuten. Insoweit haben die Landwirte recht: Sie waren darauf nicht vorbereitet.

Doch sie können anderseits auch nicht sagen, davon nichts geahnt oder gewusst zu haben.

Einen Faktor sollte man berücksichtigen: Die deutschen Verbraucher kaufen überwiegend nicht „Qualität“ bei landwirtschaftlichen Produkten – sie kaufen „billig“, besonders beim Fleisch. Das kann so nicht weitergehen. Aber mit Traktor-Protesten und passiver Gewaltbereitschaft ändern die Bauern auch nichts.

Und die Politik? Sie muss transparent machen, wie die Zukunft aussehen soll. Ökonomie und Ökologie müssen in ein vernünftiges Verhältnis gebracht werden – und um das zu tun, brauchen wir einen Konsens zwischen Naturschutz, Naturnutzung, Verbraucherschutz und Politik.

Keine brutale körperliche Gewalt gegen Frauen - und Männer

Der Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wird selbstverständlich von mir unterstützt. Körperliche Gewalt an Frauen sowie willkürlicher psychischer Druck auf Frauen ist mir unverständlich, und mich befremdet, dass es für Männer immer noch möglich ist, diese brutalen Übergriffe zu wagen. Das Ziel jeder Frau (und jedes Mannes) muss sein, ein selbstbestimmtes Leben ohne Angst vor körperlicher oder psychischer Gewalt zu führen.

Indessen beobachte ich auch, wie der „Gewaltbegriff“ inzwischen ausgeweitet wurde. In der offiziellen Pressemitteilung der "Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros" heißt es (Zitat):

Die Dimensionen und Formen der Gewalt sind vielfältig: Sie reichen von der strukturellen Gewalt in Form beispielsweise sozialer Armut bis zur personalen körperlichen Misshandlung und der alltäglichen Pornografie und dem Sexismus in Medien.

Wenn sie „so weit“ reichen, wird der Kern der Botschaft abgewertet und der Gewaltbegriff breitgewalzt. „Soziale Armut“ hat Gründe, die zumeist nicht auf Gewalt beruhen. Wie denn überhaupt „unangemessene „Gewalt“ voraussetzt, dass jemand das „Schalten und Walten“ einschränkt, ohne dazu berechtigt zu sein. Bei solchen plakativen Behauptungen wie der „alltäglichen Pornografie“ und dem generellen „Sexismusverdacht“ in den Medien bin ich ebenfalls anderer Meinung. Als „notorischer“ Leser von Frauenzeitschriften weiß ich, dass diese Medien durchaus in der Lage sind, „sexistisch“ zu sein. Und Pornografie von Frauen für Frauen ist längst ein Fakt – wenngleich er oft verschwiegen wird.

Bewusst wird dabei auch verschwiegen, dass psychische, aber auch physische Gewalt-Übergriffe auf Männer durch Frauen offenbar recht alltäglich geworden sind. In Kurzfassung: Ein Mann, der physisch von einer gewaltbereiten Frau attackiert wird, schlägt normalerweise nicht zurück, während ein Mann, der psychisch von einer gewaltbereiten Frau manipuliert wird, nicht einmal ernst genommen wird.

Und: Körperliche Gewalt ist immer ein Verbrechen gegen die Menschenwürde, egal, von wem sie ausgeht und an wem sie vollzogen wird. Psychische Gewalt ist es zwar auch – sie kann aber so subtil ausgeübt werden, dass die Umgebung nichts bemerkt.

Für mich gilt. Die Ergebnisse von brutaler körperlicher und psychischer Gewalt sind schrecklich. Und wenn das von diesem Tag in Erinnerung bleibt, dann wäre ich schon zufrieden.

AKK – Rhetorik allein hilft auch nicht viel

Ach du liebes bisschen, CDU – was war denn das? Bullshit-Bingo ohne Ende? Hatten wir nicht gehört, dass nun das Profil der Union geschärft werden soll? Und was finden wir vor? „Deutschland muss wieder …“.

Laber, laber … ja, es muss ein Ruck durch Deutschland gehen – hatten wir schon mal. Damals schrieb man das Jahr 1997, Roman Herzog war Bundespräsident, und er meinte, was er sagte. Bei den Linken hatte er damit kein Glück: Sie verhöhnten ihn wegen dieser Redepassage. Aber das eigentliche Ziel seiner Kritik war die CDU selbst – und ein ein lahmer und selbstzufriedener Kanzler Kohl, der „alles Aussitzen“ wollte.

Etwas mehr als Rhetorik sollte schon sein

Und heute? In Wahrheit geht es eben doch um mehr als ein bisschen Rhetorik. Wir wollen Positionen hören, auf die wir uns verlassen können. Und übrigens; Mister Merz: Greta Thunberg steht nicht zur Wahl – sondern CDU-Abgeordnete (und solche aller anderen Parteien). Und es wäre für einen Politiker (wirklich) immer besser, zu sagen, was er selbst will und kann – und nicht nur, worin andere möglicherweise „falsch liegen“.

Zumindest teilweise nachzulesen in der WA

Ein Kilometer Abstand

Kämpfer gegen Windmühlen
Aha – Windräder brauchen also, wenn es nach Herrn Altmaier (CDU) geht, mindestens einen Kilometer Abstand bis zur „nächsten Siedlung“. Damit will Herr Altmaier offenkundig die „Wutbürger“ besänftigen, die sich die Windräder als Feinde auserkoren haben. Gab es schon mal. Damals waren es Windmühlen und ein anderer Ritter von der traurigen Gestalt bekämpfte sie.

Zu viel Wind um den Wind

Also, ich wohne in einer Durchgangsstraße. Vor meiner Tür fahren PKW ind schneller Folge, üblicherweise von vier Uhr morgens bis elf Uhr abends, dazu tagsüber etliche LKW und örtliche Lieferfahrzeuge, und mindestens vier- bis fünf Mal täglich ein Sanitätsfahrzeug. Die Fahrer bemühen sich ohne Zweifel, ihre Sirene im Wohngebiet auszuschalten. Aber das ist bekanntlich nicht immer möglich.

Wenn ihr in ähnlicher Situation wohnt, dann wisst ihr: Das gibt einen gewaltigen Lärm. Straßenverkehr wird üblicherweise mit 70 db(A) bewertet.

Was würde ihr sagen, wenn ich einen „Verband der besorgten Bürger“ gründen würde und fordern, dass Straßen (alle Straßen, versteht sich) nur im Abstand von einem Kilometer von Siedlungen gebaut werden dürften?

Wahrscheinlich würden die Leute denken, ich hätte nicht alle Tassen im Schrank.

Aber bei Windrädern soll es gut und richtig sein, zu sagen: "Bei uns auf keinen Fall"? Fragt sich, wovor sich Wutbürger fürchten: vor dem Sinken des Wiederverkaufspreises ihrer Immobilie oder tatsächlich vor der Lärmschädigung?

Windkraftgegner könnten ja mal dies lesen.

Bildquelle: Von Gustave Doré - Illustration 6 for Miguel de Cervantes’s “Don Quixote“ by Gustave Doré, 1863., Gemeinfrei.