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Gar nichts Tun

Seitenblicke
Ich versuche heute etwas sehr schwieriges: Gar nichts zu tun. Und bevor jemand fragt: Es muss sein. Fünf Tage benötigen die Damen und Herren, die sich um mich bemühen, um etwas an mir zu reparieren und das Ergebnis zu beobachten.

Es ist für mich unglaublich schwierig, gar nichts zu tun. Vor allem, weil ich sonst mindestens sechs bis acht Stunden über etwas nachdenke, sei es, dass ich recherchiere, lese, einordne, nachdenke oder schreibe.

Eben bot man mir Kaffee an – die Kaffeezeit und die anderen Mahlzeiten scheinen die einzigen Abwechslungen zu sein, die man mir gönnt – oder zumutet.

Dann und wann gehe ich ein paar Schritte, und vielleicht werde ich morgen auch mal mit jemandem reden. Richtig reden, meine ich. Es fällt mir schwer, weil ich genau zuhören muss, um den hiesigen Dialekt zu verstehen.

Es mag sein, dass ich mich einige Tage nicht melde, weil es mir gefällt, gar nichts zu tun.

Sprechen und Mimik unter besonderen Bedingungen

Ich sitze an einem Tisch und warte. Ich hasse kaum etwas mehr, .als zu warten, vor allem sinnlos zu warten. Zwei Menschen setzen sich an denselben Tisch und wir warten gemeinsam. Schließlich sage ich: „Nehmen Sie mir bitte nicht übel, wenn ich so wenig rede, aber meine Mimik ist im Moment stark eingeschränkt.

Wahrscheinlich haben sie nicht verstanden, was ich sagen wollte: Ohne Mimik spreche ich normalerweise gar nicht. Und mit Mimik stört mich die Wunde, die man mir notwendigerweise zufügte, oder der Verband, oder beides.