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Ada

Ada wie sie ein Maler sah
Augusta Ada Byron King, Countess of Lovelace, inzwischen bekannt als Ada Lovelace, einfach Ada oder Lady Lovelace, war die einzige legitime Tochter von Lord Byron und Anne Isabella Noel-Byron, ist ein Fall von geschichtlicher Verdrängung.

Denn während Musikerinnen und Malerinnen, die angeblich immer „im Schatten ihrer berühmten Männer“ standen, inzwischen als Ikonen des Feminismus gelten, trifft diese Behauptung auf Ada nicht zu. Sie stand und steht immer noch für die autonome Frau, die ihr Genie den Eltern, insbesondere aber der Mutter zu verdanken hatte.

Ada lebte ihr kurzes und kreatives Leben zwischen 1815 und 1852 – sie starb also jung. Doch in dieser Zeit eignete sie sich – unterstützt durch ihre Mutter so viel mathematisches und naturwissenschaftliches Wissen an, wie kaum eine andere Frau jener Zeit.

Die erste Abwertung - sie "gilt als" erste Programmiererin

Es hießt, sie „galt“ als erste Programmiererin – die Autoren scheuen den Satz „war die erste Programmiererin“ oder den noch besseren Satz: „Ada schuf die Grundlagen der Programmierung schlechthin.“ Denn genau das tat sie. Aus ihren Aufzeichnungen weiß man, dass sie theoretisch wie praktisch in der Lage gewesen wäre, Programme zu schreiben, die auch auf modernen Computern noch „gelaufen“ wären. Allerdings war die „Hardware“, die aus nichts als Räderwerken bestand, damals noch nicht dafür bereit.

Die zweite Abwertung - eigentlich war Ada gar keine Programmiererin

Erst 1980 wurde Ada sozusagen „wiederentdeckt“ – und zugleich diffamiert. Historiker berühmten sich, nachzuweisen, dass nicht Ada, sondern d er Konstrukteur einer neuen Rechenmaschine, Charles Babbage die ersten Programme geschrieben habe. Und angeblich „kundige“ Computerhistoriker behaupteten, Zitat (nach Wikipedia)

Ihr „Programm“ habe keine Aspekte späterer Programmiersprachen wie Unterprogramme oder Verzweigungen vorweggenommen.


Typische Besserwisserei. Ein Programm ist nicht als ein Skript, das einmal durchläuft, dann in einer Schleife zum Anfang zurückgeführt wird und dann eventuell mit einer neuen Variablen noch einmal gestartet wird. Klar arbeiten „modernere“ Programmiersprachen anders. Aber die Kritiker dürfen sich gerne mal in die Zeit zurückversetzen, in der Ada Lovelace lebte und sich dabei einmal die Maschine anschauen, auf der diese Programme laufen sollten.

Bekannter als Adas Beitrag zur Computerprogrammierung ist allerdings „Lady Lovelaces Einwand“( Lady Lovelace’s Objection). Sie schrieb:

The Analytical Engine has no pretensions whatever to originate anything. It can do whatever we know how to order it to perform. It can follow analysis; but it has no power of anticipating any analytical relations or truths.


Hat Bestand: Lady Lovelace’s Objection

Damals war diese Ansicht eine der typischen Diskussionen der Zeit: „Können wir Maschinen dazu bringen, schöpferisch zu sein?“ war nur eine davon - und im Haus Byron gab es eine Menge anderer Gedanken über menschliche Möglichkeiten. Man darf sich erinnern, dass in dieser Zeit sogar über die Schaffung künstlicher Menschen nachgedacht wurde – woraus beispielsweise Shelleys „Frankenstein“ entstand.

Fragwürdige Umdeutung heute - Ada und der Computer als Monster

Heute wird Ada wieder als Motiv verwendet – für die Diskussion um den Segen oder den Fluch der künstlichen Intelligenz, der auf „Lady Lovelace’s Objection“ beruht. Kürzlich hat das Theater zu Leipzig sie wiederentdeckt: Als „Frau Ada denkt Unerhörtes“. Es ist freilich nur Theater – denn Autoren, Regisseure und Kritiker neigend dazu, ihre heutigen Fragen und Meinungen auf historische Figuren zu projizieren. Das ist ihr gutes Recht als Künstler(innen), würdigt Ada Lovelcas Bedeutung aber keinesfalls.

Würdigungen

Das taten längst andere – es gibt den Ada Lovelace Day, den Ada Lovelace Award und die fast vergessen Programmiersprache „Ada“, die eigentlich ihren Ruhm in die Neuzeit tragen sollte, aber nicht den Erfolg anderer moderner Programmiersprachen hatte. Der nächste Ada Lovelace Day ist übrigens am 8. Oktober 2019.

Hinweis: Die Zitate wurde nach Wikipedia wiedergegeben. Es gibt weitere Quellen im Internet und in der Literatur.

Nuhr, die Kanzlerin und die Jugend

Der Mann ist Satiriker, und erfreulicherweise kein Sozi-Unterstützer und wohlhabender Kapitalismuskritiker, wie so viele andere. Und er darf auf der Bühne sagen, was er denkt.

Was Nuhr nicht begreift, ist: Es muss eine neue, Erfolg versprechende Bewegung geben, die weder „rechts“ noch „links“ ist. Die Umwelt mag nur ein Vehikel sein, um die Massen der Jugend zu begeistern. Wer sie jedoch ignoriert, der verkennt, dass Veränderungen nicht „von selbst kommen“. Es sind Menschen, die sie schaffen.

In diesem Zusammenhang fällt mir auch die überhebliche Bemerkung der Kanzlerin ein, die ich hier mal zitieren darf:

(in Thunbergs Rede) … in der aus meiner Sicht nicht ausreichend zum Ausdruck kam, in welcher Weise Technologie, Innovation gerade im Energiebereich, aber auch im Energieeinsparbereich uns Möglichkeiten eröffnet, die Ziele zu erreichen.


Mit solchen Totschlagargumenten haben schon unsere Gymnasiallehrer gearbeitet: Man macht die Jugend mundtot, indem man sie auffordert, Alternativen zu nennen - das nannte man damals „konstruktive Kritik“. Aber das konnte die Jugend gar nicht leisten, und das wussten diese verdammten Schulmeister damals natürlich recht gut.

Also Vorsicht: Bitte die Jugend nicht unterschätzen, das kann zu fatalen Entwicklungen führen.