Skip to content

Was uns seitens der Zeitungsverleger droht

Morgens bringt der MDR in den Acht-Uhr-Nachrichten, die „Funke Medien Gruppe“ „prüfe eine totale Umstellung auf digitale Zeitungen“, jedenfalls mittelfristig.

Am nächsten Tag ruderte deren Presssprecher, Tobias Korenke, dann zurück und versteckte sich hinter der Behauptung „Falsch verstanden worden zu sein.“

Unabhängig von der Funke-Gruppe versuchen immer mehr andere Tageszeitungen, mit reißerischen Titeln und fragwürdigen Inhalten Leser anzulocken, vor allem über News-Dienste. Ruft man dann die Seite auf, will man dem Interessenten ein Abo verkaufen – erst dann kommt der Leser in den zweifelhaften „Genuss“ der Artikel, sie sich meist als „minder wertvoll“ erweisen, um es mal höflich auszudrücken. Man nutzt also die Neugierde, um mit den Mitteln der Boulevard-Presse Nichtigkeiten zu vermarkten.

Fragt sich, ob sich das auszahlt. Das EU-Recht wird demnächst verschärft: Dienste, die bisher Kurz-Nachrichten verbreiteten, sollen nach Informationen aus der EU besonders betroffen sein (Zitat):

Ein weiterer Streitpunkt ist das Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Tritt es in Kraft, müssten Internetdienste wie Google News oder Twitter die Erlaubnis von Verlagen einholen, um Überschriften und kleine Ausschnitte aus Presseartikeln verbreiten zu dürfen. Eventuell müssten die Internetportale sogar für die Verwendung zahlen.


Fragt sich, wie die Verleger geschafft haben, dies bei der EU durchzudrücken. Und insbesondere, wie denn die Presse- und Informationsfreiheit gewahr werden soll, wenn Inhalte nur noch „Abonnenten“ zugänglich sein werden? Und darüber hinaus: Die Bösewichte, die jeden Tag bewusst Horror- und Falschmeldungen verbreiten, werden sich freuen, wenn die deutschen Verleger den freien Zugang zu ihren Medien unter Hinweis auf Abonnements, Urheberrecht und dergleichen verhindern.

Respektlose Respekt-Rente nach Art der SPD

Ei, ei die Deutschen jubeln, und das liest sich so (Zitat) :

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (61 Prozent) ist dafür, Mini-Renten nach langem Arbeitsleben ohne Bedürftigkeitsprüfung aufzustocken.


Die SPD nennt das mit dem von ihr kreierten neudeutschen Kleinkinder-Vokabular eine „Respekt-Rente“.

Respekt würde heißen „wir schätzen als Staat und Gesellschaft die Werte, die Sie in mindestens 35 Arbeitsjahren der Wirtschaft und der Gesellschaft erbracht haben. Und dafür zahlen wir Ihnen eine Bürgerrente aus Steuermitteln.“

Doch die Sache ist ganz anders: Das Geld würde aus der Rentenkasse bezahlt, wie so oft zuvor, und weil sich das auf Dauer nicht rechnen würde, müssen die Renten entweder gekürzt oder aber die Beiträge erhöht werden. Das wäre dann eine respektlose Umverteilung der Kosten zulasten der Jüngeren.

Lohnt sich Ausbildung eigentlich noch?

Und so ganz von der Hand weisen lässt sich der Vorwurf nicht, dass sich Leistung immer weniger lohnt, wirklich nicht. Würde der Mindestlohn wirklich einmal die 12 Euro erreichen, die von der Sozialdemokratie angestrebt werden, würden sich viele „Gelernte“ wundern, dass sie mit ihrer höheren Qualifikation kaum mehr Geld in der Lohntüte haben. Und das Brötchen würde vermutlich dann langsam auf einen Preis von 80 Cent zugehen. Und die Rentner, deren Rente gegen 950 Euro liegt, würden sich die Augen reiben, wenn ihr Nachbar aus derselben Rentenkasse plötzlich 900 Euro kassiert.

Respekt-Rente - der Etikettenschwindel

Klar loben die Sozialdemokraten ihre Idee über den grünen Klee. Doch wenn Grundrenten, dann für alle Rentner. Denn alle haben für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft Werte erzielt. Und alle diese Menschen verdienen Respekt.

Doch die SPD mogelt sich an der Wahrheit vorbei – und die heißt: Grundrente für Bedürftige ist keine Lösung, sondern lediglich eine Maßnahme. Dabei wird Geld versprochen, was man noch gar nicht hat – Geld, das aus Steuermitteln kommen muss, wenn man die Rentenversicherung nicht ruinieren will.