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Herr Spahn und die Kinderlosen

Ach nee, Herr Spahn, wie sinnig: Kinderlose Singles und kinderlose Ehepaare sollen also dafür finanziell abgestraft werden, weil sie keine Kinder haben? Wohl auf die Lobby der Familienverbände und der Katholiken hereingefallen?

Und wie dieser Mann so etwas überhaupt sagt, ist schon erbärmlich:

Eltern mit Kindern müssen in der Sozialversicherung mehr entlastet werden.


In Wahrheit sollen kinderlose Personen in Zukunft stärker belastet werden, und der BILD kann man dann sogar noch diesen Grund andrehen:

(Familien) … ziehen für uns alle die Beitragszahler von morgen groß.


Oh, Herr Sphan, wirklich … Familien ziehen überhaupt keine Beitragszahler groß, sondern Kinder. Und ob die Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, hängt im Wesentlichen davon ab, ob diese später Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft werden. Also nicht Beamter, Arbeitsloser oder Selbstständiger.

In die Tröte stößt dann auch ein Herr Sepp Müller (CDU):

Unsere Gesellschaft und unsere Sicherungssysteme funktionieren nur mit Kindern.


Wieder völlig am Thema vorbei. Wenn unsere „Sicherungssystem“ nur mit Kindern funktionieren würden, wären sie längst pleite. Auch sie funktionieren nur mit Arbeitnehmern. Und „die Gesellschaft“ produziert ja nicht mehr Kinder, nur weil die Kinderlosen laut Spahn jetzt „mit Recht“ abgezockt werden sollen.

Völlig untragbare Ansichten

Ich kann nur hoffen, dass Männer wie Herr Spahn und seine Gefolgschaft in der CDU nicht an Einfluss gewinnen – es wäre ein Rückfall in Zeiten, die wir schnell vergessen sollten: der Ausgrenzung von Unverheirateten und Kinderlosen als eher minderwertigem Teil der Gesellschaftsordnung.

Alle gekennzeichneten Zitate: WELT.

Ironie: Heute ist Singles Day -fiel mir aber erst später ein.

Die Sozialdemokratie: Labern ist kein Erfolgsrezept

Eigentlich wissen wir das schon – die Sozialdemokratie zerlabert sich schon seit Monaten. Doch nun versucht Juso Kevin Kühnert den Zwergenaufstand:

Angesichts des fragilen Zustands der Koalition haben wir keine Zeit zu verlieren, um unsere Programmatik gemeinsam mit den 600 Delegierten auf den aktuellen Stand zu bringen.


Mein lieber Herr Kühnert, die Leute hier in der Welt interessiert nicht, welche „Programmatik“ ihr derzeit auf den „aktuellen Stand“ bringen wollt. Und eure 600 Delegierten werden daran nichts ändern.

Und „keine Zeit verlieren“? „Zügig handeln“? Ein, ei … da wäre es natürlich ganz hübsch, begeisternde Ziele vorzustellen, die außer euren 600 Nasen auch noch andere interessieren.

Vielleicht hört der Juso-Mann ja mal auf altere und erfahrenere. Die gibt’s in der SPD natürlich auch. Und so sagt Thorsten Schäfer-Gümbel über diejenigen von uns, die SPD wählen könnten: „Sie brauchen nur mal einen guten Grund, und den gibt es eben nicht wirklich". Aber es gibt einen Grund, auf keinen Fall SPD zu wählen, und den kennt Hubertus Heil (SPD): „Eine Partei, die nur um sich selbst kreist, darf sich über mangelnden Zuspruch nicht wundern“. Und trifft auf den Kopf, warum es der SPD so schlecht geht. Es ist nicht die „Unkenntnis des Programms“, das die Wähler von der SPD fernhält – es ist die Partei als solche, die nicht überzeugt, und es sind die Figuren, die ständig an die Spitze geschoben werden und die kaum Charisma haben.