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Nachtrag zum Tatort "Tiere der Großstadt"

Ja, ich habe ihn mal wieder gesehen, den Tatort, in Begleitung von Frau und Hund. Der absolut erregendste Moment für mich: Durchs nächtlich Berlin traben drei Wildschweine. Der Hund sieht es, springt vom Feldherrnhügel, rast auf den Fernseher zu, springt mit den Vorderpfoten auf die Schrankkante, und verbellt die inzwischen verschwundenen Wildsäue. Die nächste drei bis fünf Minuten verbringe ich damit, den Hund zu beruhigen.

Der Film war mir ein bisschen zu konstruiert. Zwei Fälle, die nichts miteinander zu tun haben, menschliche Schwächen, Melancholie. Ein Kaffeeautomat, der absolut nicht in der Lage wäre, zu morden, kann es schließlich doch. Sozusagen „von hinten durch die Brust ins Auge“ mit super-einfacher Programmierung. Der mordenden Auftraggeberin an den Automaten tut’s am Ende leid. Na ja, wenn sie in den Knast muss (was nicht zu erwarten ist, die Beweislage ist dürftig), bleiben die Katzen allein – ach, die waren ja soooo süß. Und eine der Katzen der Ehefrau wurde auch noch für die Geliebte abgezweigt, äh … war das nun das Mordmotiv?

Tiere gab’s also in großer Zahl, und der zweite Mörder erwies sich als – Wildschwein. Aber eben nicht so richtig, da musste man schon Jurist sein, um da noch mitzukommen, und Drehbuchschreiber, um den Trick überhaupt hinzubekommen: Frau wird beim Joggen von Wildschwein (Eber?) im Wald erheblich verletzt und hätte noch gerettet werden können. Doch wie durch ein Wunder kam der Ehemann, der alsbald geschieden werden sollte, auf dem exakt gleichen Weg vorbei und unterließ die Hilfeleistung. Na, und dann hat er Brötchen gebacken und tat so, als vermiss er seien Frau.

Na, Tiere eben. Allesamt. "Alle meine Großstadttiere" oder der "Robby, die Tabby und das Kaftötdings". Ach so, oder eben: Tiere der Großstadt.

September 2008

Wo war ich im September 2008, also vor 10 Jahren? Wie so oft, an mehreren Orten - zum Beispiel an diesen beiden.

Eine Fußgängerbrücke - aber wo ist sie?


Und wo mag dies gewesen sein?

Das Gebäude steht in ...?


Tanz in der Nacht

Eine Tänzerin in Johannesburg
Was sind schöne Fotos? Ich habe einmal durchgesehen, was ich auf der Welt so fotografiert habe. Und diese Fotos sind eigentlich nicht „gut“. Zwei Frauen, nur schemenhaft zu sehen, proben ein paar Tanzschritte an Orten, an denen man dies nicht vermutet. Natürlich sind beide Bilder stark nachbearbeitet – als ich sie aufnahm, herrschte absolute Dunkelheit.

Tänzerin, unter einer Brücke in Budapest


Kleine Weisheit über das Selbst

Diese Zeilen las ich auf der Webseite einer Dame, die keinen Zweifel daran lässt, gelegentlich Zweifel zu haben.

Selbst wenn ich mich falsch entscheide im wirklichen Leben, was soll’s? Am Ende war es meine Entscheidung. Es ist wichtig und bedeutsam, ich selbst zu sein und dieses Selbst ganz und gar zu besitzen - in einer Welt voller Lügner schenkt mir mein Selbst die meiste Anerkennung.


Ich würde es unterschreiben. Und ich hoffe, dass es viele Menschen unterschreiben würden, vor allem diejenigen, die sagen: „Wen ich mich falsch entscheide, tragen die anderen die Schuld.“

Das heißt nicht, dass ich auf eure Anerkennung ganz verzichten möchte.

Hinweis: ich habe Gründe, zur Urheberin des gekürzten Zitats nicht zu verlinken.

Die wundersame Reise einer Flasche mit Chili-Soße

Reichlich Aufkleber nach langer Reise
Du könntest eigentlich mal wieder Curry bestellen“, sagte mir die Dame, mit der ich gerne und intensiv zusammenwohne. Nicht, dass es keinen Curry in unserem geschichtsträchtigen Provinzstädtchen gäbe – aber eben keinen britischen und keinen indischen. Und was die Damen und Herren Gewürzmüller hier zustande bringen, ist immer nur gelb und scharf. Und bevor ihr fragt: ja, ich weiß, wie man „richtigen“ Curry mischt. Aber das ist mir eben manchmal zu kompliziert. Und es dauert natürlich auch länger.

Auf meinem Weg durch die Seiten des bekannten Gewürz-, Gemischtwaren- und Buchhändlers kam ich irgendwie auch an einer Flasche Piri-Piri vorbei, und nachdem mich meine jüngst in Leipzig gekaufte Chili-Soße eher enttäuschte, dachte ich: Hey, das ist es!

Also nix wie in den Warenkorb. Bestellt am 29. August. Liefertermin „zwischen dem 7. September und dem 12. September“. Und siehe – noch am 29. August teilte mir der Versandhändler mit: „Ihre Ware wurde versandt.“

Na ja, erfahrungsgemäß kann eine Sendung aus Portugal auf dem Postweg schon eine Woche dauern. Bis so etwas mal auf dem Postamt ist, bis die Pferde gefüttert und angeschirrt sind – und dann muss man ja auch noch über die Pyrenäen.

Vorzüglicher Geschmack
Also warte ich, und warte und warte … und gestern, am 12. September, also dem letzten Liefertag, liegt dann tatsächlich … ein Zettel in meinem Briefkasten. Ja, weil man mich nun mal wieder nicht angetroffen habe, müsse ich die Sendung leider am nächsten Tag abholen. Was absoluter Blödsinn ist. Meine Postfrau macht sich üblicherweise nicht die Mühe, zu klingeln, wenn etwas nicht in den Briefkasten passt.

Aber halt! Was steht da auf dem Zettel? Es handele sich um ein Einwurf-Einschreiben. Teufel aber auch … Chili ist ja ein heißer Stoff, aber gleich per Einwurf-Einschreiben?

Also mache ich mich an die Recherche: erste Kennnummer (portugiesisch): Ihre Sendung (Versand 29. August) befindet sich an der Postfiliale nn. Aha. Zweiter Versuch mit Datum vom Gestern, diesmal mit DE-Tag: Ihre Sendung (Versand 12. September) befindet sich an der Postfiliale nn. Womit denn wohl klar wäre: Es handelt sich um die gleiche Sendung.

Und natürlich stand ich heute pünktlich in der Postfiliale nn, um meine Sendung abzuholen.

Preisfrage: Wie haben die Portugiesen die Ware geschickt? Per Brieftaube, hoch zu Ross oder als Warensendung?

Nichts von dem. Aviao. Priority. Exprès. Und damit wandert dieser Fall mal wieder in die Kategorie: „Und wo, um Himmels willen, war die Ware zwischendurch, ehrenwerte Posthalter?“

Die Chili-Soße schmeckt übrigens ganz vorzüglich und würzt enorm.