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Problemlösungen werden in Schulen nicht gelehrt

Problemlösungen werden in Schulen nicht gelehrt - warum nicht? Fragt doch bitte mal eure zuständigen Minister. Ich kann euch nur sagen, wie es funktioniert. Und ja, ich habe es einige Jahre gelehrt. Aber es ist - ich gebe es zu - lange her.

Vor einigen Tagen wurde ich gefragt, was wir in der Schule nicht lernen. Ich glaube, mich an niemanden erinnern zu können, der gesagt hätte: „Oh, wir haben gelernt, Probleme zu lösen.“ Manchmal sagen Menschen, sie hätten durchaus gelernt, Konflikte zu lösen oder bei Konfliktlösungen zu moderieren. Aber das ist nicht exakt das Gleiche.

Die Technik der Problemlösung wird oft in die Nähe von Hokuspokus, Besserwisserei oder Scheinwissenschaften gestellt. Das mag so sein, weil Problemlösungstechniken nicht auf Psychologie basieren.

Das angebliche Geheimnis der Problemlöser

Ihr „Geheimnis“ ist schnell enthüllt:

- Erstens muss es sich wirklich um ein Problem handeln.
- Das eigentliche Geheimnis liegt darin, richtig zu fragen.
- Durch manche Fragen entstehen bereits Rückkoppelungen.
- Die Rückkoppelungen können bereits zur Lösung führen.
- Wenn nicht, müssen die Ergebnisse bewertet werden.

Der Rest liegt dann in einem Schema zur Entscheidung, manchmal auch einfach in der Entscheidung selbst, wenn sich aus der vorausgegangenen Analyse mehrere Lösungen ergeben. Oftmals ergeben sich unmittelbare, nahcdem die Fragen gestellt wurden, bereits Lösungsansätze. Hier eine Art „Kochbuch“ in aller Kürze:

Das Kochbuch der Problemlösungen - stark vereinfacht

Ein Problem besteht in einer Abweichung von einem erwünschten Zustand. Das heißt, ich benötige den Zustand, wie er IST und den Zustand, wie er sein SOLL.

Der Zustand, der IST, soll mit allen Mitteln befragt werden. Also „wann, wie, wo, in (mit) welcher“ und ähnlichen Fragen. Das „Geheimnis“ liegt darin, möglichst viele solcher Fragen zu formulieren. Sodann stellt man den Zustand fest, der sein SOLL. Schließlich ermittelt man die Differenz.

Spontanlösungen

Ich will hier kein Buch schreiben, aber enthüllen, dass ein großer Teil der Probleme, die richtig erkannt werden, sich bereits während des Frageverfahrens lösen. „Oh, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht“, ist einer der typischen Sätze, die ich hörte, als ich noch Problemlösungsverfahren unterrichtete. Die Lösung ergibt sich in diesen Fällen aus der Rückkoppelung: Fragen, die noch nie gestellt wurden, erzwungen manchmal Antworten, sobald sie im Raum stehen.

Vermutung "technokratisch" vorzugehen

Ich muss gestehen, dass diese Technik ursprünglich auf Verfahren oder Prozesse im technischen Bereich angewendet wurde. Dennoch können es auch Personen verwenden – denn es handelt sich um ein sogenanntes „allgemeines Problemlösungsverfahren“. Das heißt auch: Fachkenntnisse nicht gefordert. Das mag manche verblüffen – und vielleicht sorgt dieser einzige Satz im Konzept der Problemlöser auch dafür, dass „Fachleute“ darüber die Nase rümpfen.

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