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Corona - das Virus und die Bakterienschwäme der Medien

Heute empfehle ich euch Gabor Steingart. Er hat vor einiger Zeit das bemerkenswerte Buch „Das Ende der Normalität“ geschrieben, und natürlich hat er - via Webseite - auch zu dem Stellung genommen, was viele von uns bewegt: die Pandemie, ausgelöst von einem Virus, und die Hysterie, ausgelöst von manchen Medien. Er nennt sie schlicht (Zitat Blog):

Die womöglich größte Massenhysterie der Moderne – ausgelöst von den „Bakterienschwärmen Neuer Medien“.

Nicht nur „Neuer Medien“, sondern nahezu aller Medien, wie ich meine.

Um es vorwegzunehmen: dies hier ist keine Medienschelte. Denn es gibt ein Virus, es gibt die Gefahr, die davon ausgeht, und aus ihre heraus erwächst beides: sinnvolle Vorsicht und Massenhysterie. Wer klug abwägen will, ist in der modernen Presselandschaft ohnehin angeschissen - die Leute, die vorne stehen, wollen, müssen oder können die „Lage“ auf die Spitze treiben - glauben sie jedenfalls. Heute schrieb die BILD: „So einen brauchen wir auch“ und lobt den österreichischen Bundeskanzler Kurz dafür, „knallhart“ die Kaffeehäuser nach 15 Uhr zu schließen und so weiter. Das ist noch lange nicht alles: BILD greift Kanzlerin Merkel an und macht Kotau vor Kurz:

Oft sitzt Kurz bis ein Uhr nachts im Büro, schläft meist nur vier Stunden. Derweil schaut das politische Wien fassungslos auf Deutschland, fragt sich: Warum ist Kanzlerin Angela Merkel in der Krise so zögerlich?


Vielleicht täte den BILD-Redakteuren ein bisschen mehr Schlaf gut - Schlaf soll einen enormen Einfluss auf das Beurteilungsvermögen haben.

Freilich - wer Gabor Steingart verstehen will, muss differenziert zu denken beginnen, muss Medien (und damit sich selbst) kritisch ansehen dürfen und muss vor allem eines begreifen:

Die moderne Welt ist nicht einfacher geworden, weil mehr Informationen zur Verfügung stehen, sie ist - im Gegenteil - viel schwerer zu verstehen.

Zum Beispiel in dem Punkt, dass die „Obrigkeit“ zwar in der Lage ist, Schulen und Kaffeehäuser zu schließen, aber keine Idee hat, unter welchen Voraussetzungen sie sich wieder öffnen lassen. So etwas nennt man Aktionismus. Jenseits aller Beispiele: Behalten wir einen klarer Kopf, auch wenn zu jeder vollen Stunde neue Botschaften auf uns einprasseln.

Das moderne Leben - mehr Informationen , weniger Beurteilungsvermögen?


Gabor Steingart hat uns schon vor der Corona-Krise darauf hingewiesen, dass wir all die Instanzen, die uns früher sowohl ins Lebensglück wie auch an der Nase herumgeführt hatten, in uns selbst suchen müssen. Oder in seinen Worten:

Im Zeitalter permanenter Unsicherheitsgefühle ist Zuversicht das entscheidende Gegengift.

Und die müssen wir jetzt aus uns selbst gewinnen. Mit Umsicht, Klugheit, sinnreichen Informationen und der Vorsicht im Umgang mit anderen. Aber mit Sicherheit nicht durch Obrigkeitsverherrlichung oder Obrigkeitsbeschimpfung.

Danke, dass ihr dies gelesen habt. Und behaltet dies in Erinnerung, wenn ihr die Zeitungen aufschlagt oder - shclimmer - euch

Entdeckt via: DIE ZEIT, ebenfalls immer lesenswert. Zweites Zitat aus "Das Ende der Normalität", München 2011.

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