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Verdammte Heilslehrer, naive Opfer

Wenn mir jemand sagt, er „umarme jetzt sein spirituelles Wesen“, dann denke ich einerseits, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Und andererseits denke ich: Wem ist denn dieser Mensch zum Opfer gefallen? Einem Guru, einem Heilslehrer, einem Geschäftemacher?

Nahezu alle Schilderungen haben einen gemeinsamen Kern: Zunächst hilft die „Geborgenheit“ im Spirituellen, eine gewisse Erleichterung von den Alltagssorgen zu verspüren.

Doch das täuscht – denn die Ursachen für die Alltagsprobleme entfallen damit nicht. Sie kommen zurück, weil sie einfach vorhanden sind und weil ihre Lösung vernachlässigt wurde.

Manche Menschen versuchen, sich dann tiefer und tiefer in die Spiritualität zu stürzen – sehr zur Freude ihrer Heilslehrer. Doch … inzwischen wurden die unbehandelten, realen Probleme größer, was nicht verwundert – sie wurden ja nicht angegangen.

Schließlich kommen sie zurück … und nun versuchen Opfer wie auch Heilslehrer die Sache auf den Kopf zu stellen: Sie kommen zurück, weil sich das Opfer noch nicht genügend in die eigene Spiritualität vertieft hat, sondern sich ablenken ließ.

Und die Heilslehrer? Niemand von ihnen übernimmt wirklich Verantwortung. Schuld sind immer die „Opfer“.

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