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Ein Oberhemd anprobieren

Dieser Tage wurde ich an eine deutsche Untugend erinnert. In Deutschland liegen Hemden säuberlich verpackt in Regalen, und viele Verkäufer/Verkäuferinnen zieren sich, wenn man als Kunde ein Oberhemd oder Freizeithemd anprobieren will.

Klar: Man müsste es ja entpacken, etliche Papp- und Kunststoffstücke entfernen, pieksende Nadeln herausnehmen und einige Klammern entfernen. Und am Ende – ach, was ist, wenn der Kunde das Oberhemd verweigert?

Ja, was ist dann? Das ist, verdammt, euer Risiko.

In vielen Ländern wird man vor dem Kauf gefragt: „Möchten Sie das Hemd nicht lieber probieren?“ Und ich muss sagen: Bei den Unterschieden im Schnitt und in der Passform (slim fit, modern fit, regular fit, comfort fit) kann man ohnehin kaum noch sagen, was so richtig „passt“. Zudem sind Hemden noch nach „Kragenweiten“ sortiert, was wieder verwirrt: Ein Hemd mit Kragengröße 42 trägt sich möglicherweise wie ein Sack – wenn die Konfektionsgröße eher „M“ ist.

Jedenfalls wurde ich dieser Tage wieder gefragt – auf einer kleinen Insel im Ausland. „M“ passte vorzüglich, der Kragen natürlich nicht: Aber ich trage zum Freizeithemd ja keine Krawatte – was soll’s also?

Ich wäre wirklich froh, wenn sich auch in deutschen Warenhäusern und bei Herrenausstattern herumsprechen würde, dass Hemden anprobiert werden sollten.

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