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Postfaktisch – die Eliten predigen den Dummen Unsinn

fakt oder gefühl?
Postfaktisch“, erklärt uns Wikipedia, bezeichne eine „Epoche“, „in der sich die Menschen angeblich nicht allein mit Fakten beeindrucken lassen wollen.“

Beeindruckend, nicht wahr? Und was wollen sie? Sie wollen ihre eigenen Gefühle sprechen lassen. Das „Nachtatsächliche Zeitalter“ setzt stattdessen angeblich auf Gefühle, und zwar auf keine guten Gefühle. Und natürlich ist es kein Zeitalter, sondern eine relativ dreiste Behauptung über eine Tendenz, die möglicherweise gar nicht existiert.

Gab es ein „faktisches“ Zeitalter?

Haben sich „die Menschen“ jemals auf Tatsachen berufen, wenn sie geliebt haben oder gehasst haben, geknechtet wurden oder die Herrschaft gewannen? Und um mal auf das Restvolk des „Real Existierenden Sozialismus“ zu kommen: Wies ist denn dieses DDR-Volk mit Tatsachen umgegangen? Will da wirklich jemand heute ernsthaft von „postfaktisch“ sprechen? Nein, das ist kein Vorwurf an die Menschen der Ex-DDR, sondern an alle, die den Ausdruck verwenden.

Und die "Wissensgesellschaft"?

Da wäre noch die angebliche „Wissensgesellschaft“ – auch so ein Dummwort. In Wahrheit verfügten damals (sagen wir mal um 1960 bis 1990) sehr wenige Menschen über ein wirklich fundiertes, zutreffendes Wissen, und sie haben sich dann zu Eliten erhoben, die das (wenige und meist veraltete) Wissen zu Standards aufmotzten.

Neidische Eliten?

Irgendwie, so scheint mir, sind die alten Eliten ein bisschen neidisch auf all jene, die nun Google haben und sich das einst elitäre Wissen mit ein paar Mausklicks aneignen können. Dazu benötigt man natürlich ein bisschen mehr als Suchmaschinenkenntnisse, aber es ist dennoch deutlich einfacher und jedermann zugänglich.


Und wie war das nun mit „Postfaktisch“? Nein, kein Postpacktisch, wie er in jetzt in der Filiale eines Lebensmittelhändlers steht. Das Wort heißt „postfaktisch“ – wirklich. Und es wird von den alten Eliten benutzt, um dem Bildungsbürger (und dem Dummen) die Welt zu erklären.

Na ja, ich zitiere mal die NZZ und ihren Kolumnisten Eduard Kaeser. Dabei kommt der Frust der Eliten über das verloren gegangene Wissensprivileg bestens heraus (Zitat):

Bewirtschaftung von Launen: Das ist die politische Verlockung des postfaktischen Zeitalters. Ihr kommt die Internetgesellschaft als «Nichtwissenwollengesellschaft» entgegen. Wir fragen nicht, wie man objektives Wissen gewinnt und wie es begründet ist. Wir googeln. Wir haben die Suchmaschine bereits dermassen internalisiert, dass wir Wissen und Googeln gleichsetzen.


Die Suche nach der „reinen Wahrheit“, also nach dem „überprüfbar Faktischen“ ist so schwierig, dass sie nicht nur das Volk gelegentlich überfordert, sondern leider auch die Wissenschaftler. Das mag einen Physiker nicht sonderlich tangieren, einen Soziologen oder Psychologen aber schon. Diese Leute arbeiten immer mit waghalsigen Hypothesen, und leider wird bis heute jeder Schrott veröffentlicht. Und weil das Volk „die Wissenschaft“ als Ganzes ansieht, misstraut sie dem, was von Journalisten darüber verbreitet wird. Und sie Misstrauen (mit Fug und Recht) auch der „Bullshit-Geselslchaft“, die lachhafte Mantras ins Volk schleudert.

Da kann man beklagen, dass dieses Volk so empfänglich für negative Emotionen, dummdreiste Behauptungen oder den Blödsinn ist, den uns Ideologen von rechts (und natürlich auch von links) ständig vermitteln wollen.

Sicher – und man sollte es auch beklagen. Aber nicht mit neuer Verblödung beginnen, wenn man es tut. Und „postfaktisch“ ist Volksverblödung.

Unzuverlässige Wörter: Homosexualität

Herzlich gerne verführt?
Unworte werden schnell angeprangert – wenn sie aus dem Volk oder aus dem Pressebereich kommen. Doch was ist eigentlich, wenn ein Unwort aus dem Wissenschaftsbereich kommt? Es klebt dort fest wie Kaugummi unter der Sohle. „Homosexuell“ ist an sich kein Unwort, aber ein unzuverlässiges Wort.

Der Wortteil „Homo“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „gleich“, wie etwa in „Homogen“. Mit dem Wort „sexuell“ aus dem Latein hinzugefügt, heißt es also „Gleichgeschlechtlich“. Und insgesamt gesehen klingt es sehr gebildet. Weil das so ist, sagt der Bildungsbürger eben nicht „schwul“, sondern „homosexuell“.

Heute bezeichnet man mit Homosexualität die Veranlagung, ausschließlich dem gleichen Geschlecht sexuell zugeneigt zu sein. Das ungebildete Volk nennt einen Mann, der so ist, einen „Homo“. Keiner im Volke würde jemals „eine Homo“ zu einer homosexuellen Frau sagen – was schon darauf hinweist, dass „Homo“ im Volksmund immer männlich ist. Ja, man wird sogar von vielen oberschlauen Dummbacken belehrt, wenn man „homosexuelle Frauen“ oder „schwule Frauen“ sagt. Diese seien, so heißt es dann, „lesbisch“, vulgär auch „Lesben“.

Es ist unglaublich schwer, einem Menschen den Unterschied zwischen „Gleichgeschlechtlichkeit“ und „gleichgeschlechtlichen Handlungen“ zu erklären. Der Volksmund ist sich fast sicher: Wer gleichgeschlechtliche Handlungen ausführt, ist auch ein Homosexueller. Das ist zwar Blödsinn, aber eine weitverbreitete Meinung.

Die Festlegung auf „Homosexuell“ oder „Heterosexuell“, die sowohl von konservativen und klerikalen Kreisen wie auch von den Vereinigungen der Schwulen und Lesben gefordert wird, ist allerdings fragwürdig geworden. Durch die Konfrontation, insbesondere im Erziehungsbereich, kam es in der Vergangenheit zu erbitterten Kämpfen zwischen der LGBT-Bewegung und Gutmenschengruppen, die klerikalen Kreisen nahestanden. Diese wären unnötig gewesen, wenn beide Seiten anerkannt hätten, dass es neben der Bestimmung auch die Wahlmöglichkeit gäbe.

Heißt im Klartext: Neben „geborenen“ Homosexuellen gibt es auch Menschen, die aus purer Lust an der Sexualität mal Frauen, mal Männer lieben - oder jedenfalls ihre Lust auf diese Weise ausüben. Zwar handelt es sich dabei oftmals um Frauen, aber das mag daran liegen, dass Frauen ihren Freundinnen ohnehin körperlich näher kommen als Männer ihren Freunden.

Wer hat das Wort verzapft?

Ganz klar: Karl Maria Benkert, Schriftsteller. Er prägte den Begriff, und später übernahm ihn der Psychiater Richard Fridolin Joseph Freiherr Krafft von Festenberg auf Frohnberg, der sich „von Ebing“ nannte. Neben der männlichen Homosexualität („mannmännliche Liebe“) interessierten ihn auch andere „Abweichungen“, wie etwa Sadismus und Masochismus, Themen, zu denen der eitle Freiherr viel Unfug verzapft hat. In seiner Folge dann die Wissenschaftler, Psychiater und Psychologen, die den Begriff einfach benutzten.

Was ist so interessant an „Homosexualität“?

Vor allem ist interessant, dass viele Menschen vorgeben, sie nicht verstehen zu können, und sie deshalb Wissenschaftler befragen, die es auch nicht wirklich wissen. Im Grunde ist es so: Wer sich als „Homosexuell“ definiert, der ist es auch. Wer sich hingegen als „Heterosexuell“ definiert, kann es entweder sein oder auch nicht. Das Einzige, was ein Heterosexueller von sich sicher sagen kann, ist „bisher nur sexuelle Kontakte mit dem anderen Geschlecht gehabt zu haben.“ Oder vielleicht „sich nicht bewusst zu sein, auch das gleiche Geschlecht zu begehren.“ Es ist, wie es ist: Die meisten Menschen kamen bislang mit „Abweichungen“ von Blümchensex nicht in Berührung – und sie blieben deswegen im Mainstream. Das gilt für „homosexuelle Handlungen“ ebenso wie für „Paraphilien“, wie sexuelle Abweichungen heute im Wissenschaftsjargon genannt werden.