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Warum Damen nicht dämlich sind

Frauen können „fraulich“ sein, dann sind sie schon etwas „reifer“ oder haben „weibliche Formen entwickelt“, wie man auch sagt. Sind Weiber recht weiblich, dann sind sie heute feminin, auch wohl, weil man das Wort „Weib“ einfach nicht mehr verwendet.

Vom Weib über die Frau zur Dame

Als „die Weiber“ im 20. Jahrhundert zu „Frauen“ wurden, setzte sich sogleich „Damen“ davon ab. Jene allerdings gab es nur als Höflichkeitsform, dann wurden sie mit kurzem „a“ bezeichnet, wie etwa in „meine Damen und Herren“. Die Damen mit langem „A“, etwas nasal gesprochen, waren eigentlich keine, sondern Schönheitstänzerinnen (1) oder Tischdamen (2) in zwielichtigen Lokalen.

So schnell kann also das Prädikat „Dame“ für eine adlige Frau zum Begriff für eine Animierfrau aka „Tischdame“ verkommen.

Damen sind auf keinen Fall das Vorbild für das Wort "dämlich"

Immerhin steht eines fest: Damen sind auf keinen Fall dämlich. Denn das Wort „dämlich“ leitet sich nicht von den Damen ab, sondern hat seinen Ursprung im „Dämel“, der wieder dem „Dussel“ sehr ähnlich ist.

Man sagt auch Dämelack, und jeder Dämelack ist eben dämlich, das heißt, sein Gehirn ist reichlich vernebelt.

„Dämisch“ oder „Dämelig“ sind weitere, historische oder mundartliche Schreibweisen.

Quelle (unter anderem) Wörterbuchnetz (Grimm)
(1) Die "Schönheitstänzerin" ist ein nahezu vergessener Name für eine "Stripperin".
(2) Eine Animierfrau (Tischdame) ist in Rotlichtlokalen eine Frau, die den Mann veranlasst, teure Getränke zu bestellen.