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Spargel 2018

Mit wachem Auge, Charme und Geduld habe ich in diesem Jahr tatsächlich mehrere Male die „beste Sorte“ bekommen, in Thüringen leider oft nur „HK1“. Immerhin ein Fortschritt, aber der Kauf erfordert Geduld und frühes Aufstehen. Was ich weiterhin als Positiv berichten kann: Der frische Spargel ist auch tatsächlich frisch gestochen und wird von den Händlern vielfach sogar perfekt gelagert.

Was manchem Spargelhändler nicht klar ist: Wer in einem typischen Spargeltopf gart, braucht unbedingt Stangen gleichen Umfangs – die Länge ist nicht ganz so kritisch.

Oh - ich vergaß etwas: Spargel sollten Sie immer nur regional kaufen.

Der Ärger mit der Spargel-Qualität hört nicht auf

Direktvermarkter von Spargel sollten im Grunde besonders auf die Qualität achten. Tun sie aber nicht alle. Was jüngst als erste Sorte bei mir in die Tüte kam, war wieder einmal unter aller Sau: krumme Spargel, Spargel mit braunen Flecken, schlecht gewachsene Spargel, teils hohle Spargel.

Nun ja, etwa 80 Prozent der Stangen war notfalls verwertbar. Sie sahen aber am Tisch nicht appetitlich aus- und nicht einmal der Geschmack überzeugte. Das Kilo war mit acht Euro zwar nicht extrem teuer, aber für die Qualität war der Preis bei Weitem überzogen. Einziger Nutznießer ist der Hund, der die restlichen 20 Prozent des Spargels (über mehrere Tage verteilt) als Nahrungsergänzungsprodukt fressen wird.

In einem Speiselokal hätte ich den Spargel zurückgehen lassen. Aber an Endkunden kann man offenbar jeden Mist absetzen, jedenfalls in den „Neuen Bundesländern“.

Nachsatz: Nun ja – ich habe selber schuld. Leider habe ich gepennt, als der Spargel in die Tüte kam, und auf diese Weise hat man mir den Mist untergejubelt. Ich hätte Stange für Stange selbst aussuchen müssen, aber das ließ das Konzept des Vermarkters ohnehin nicht zu.

Spargel

Wenn der Spargel jetzt Mitte April gegen oder gar über 10 Euro das Kilo kostet, sollte er wenigstens dem entsprechen, was man im Restaurant essen möchte: Spargel der Klasse xtra. Tatsache aber ist: Marktbeschicker und Erzeuger mogeln gerne. Denn außer dem Hauptkriterium, der Frische, spielt eine große Rolle, dass gleichmäßig große Stangen verkauft werden, die eben auch gleichmäßig garen. Das steht zwar nirgendwo, ist aber im Grunde Voraussetzung für das Gelingen einer Spargelmahlzeit.

Die Handelsklasse eins, die auf Märkten meist verkauft wird, ist keine Spitzenqualität, aber meist brauchbar. Und doch wird auch hier getrickst: Krumme und gespaltene Spargel werden dem Kunden munter untergeschoben, wenn man nicht genau hinguckt, was in die Tüte kommt.

Muss das sein? Natürlich nicht. Ich habe einmal eine Spargelverkäuferin aus Sachsen angesprochen, warum sie in der besten (und teuersten) Qualität so viele krumme und gespaltene Spargel verkauft. Ihre Antwort: „Der Spargel wächst eben nicht anders“.

So ist es - aber "krumm und gespalten“ hat andere Preise. Und vielleicht sollte man sich mal auf den Kunden einstellen, statt das Maul so voll zu nehmen.