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Das angebliche Achteinhalb-Millionen-Erbe

Die erste Frage: „Wie kommen Spammer eigentlich an meine Fax-Nummer?“, kann ich nicht beantworten. In Verdacht stehen einige unzuverlässige Internet-Firmen, die mit den Daten ihrer Kunden hausieren gehen oder eine undichte Stelle in der Übermittlung von Kundendaten an Dritte, zum Beispiel an Transporteure.

Während sonst immer die Nigeriaconnection am Werk ist und versucht, mit E-Mail zu bescheißen, ist es diesmal eine andere Masche, deren Praktiken bereits hier und hier beschrieben wurden. Es geht immer um angebliche Erbschaften in Millionenhöhe – und natürlich in US-Dollar. Der Name des Erblassers wird immer wieder angepasst, ansonsten sind die Anschreiben inhaltlich gleich.

Kurz: alte Masche, diesmal per Fax.

Gefahr durch ein Datenleck im Versandhandel

Bei einem Versandhändler, Spediteur oder einem Paketdienst muss es ein Datenleck geben: Offenbar wurden Adresse und Telefonnummer über diese beiden Wege ausspioniert, weil es keine anderen Möglichkeiten gibt, wie diese Leute an die Daten gekommen sind.

In schlechtem Deutsch schrieb jemand, der sich als „USPS-Mitarbeiter“ ausgibt:

Sehr geehrte (r) nn,

Ihr Packet wurde auf folgende Adresse nn PLZ nn abgeschickt, da aber es keiner Zuhause gefunden werden konnte, probierten wir Sie per das gelassene Handynummer: nn erfolglos zu erzielen. Zurzeit befindet sich Ihrer Paket in dem zunächst zu Ihnen liegendem Paketzentrum.

Im Anhang finden Sie den Postzettel, mit den Lieferinformationen. Sie können das Paket selbstständig abholen, oder melden Sie sich mit den Postzettel Daten an um die Lieferzeiten zu ändern.


Da kein Paketdienst so vorgeht, ist die Sache zwar leicht als Fälschung zu erkennen – interessant ist aber, dass die Kriminellen, die so etwas verschicken, über Original-Daten verfügen. Und nun der Clou: Natürlich will’s keiner gewesen sein. Datenlecks bei Versandhändlern oder Paketdiensten? Löcher in der Übermittlung? Gibt’s nicht. Oder doch?

Hinweis: „nn“ enthält existierende Name und Adressen.

Mit allen Wassern gewaschen – SPAMMER

„Die anderen sind die Spitzbuben, wir nicht!“, das ist sinngemäß neuerdings das Motto eines weltweiten E-Mail-Spams. Originaltext:

Wenn Sie auf jemanden treffen, der ein System an den Mann bringen will und Ihnen verspricht, damit in einem Jahr Millionen Dollar zu verdienen, dann jagen Sie ihn zum Teufel! In Wirklichkeit ist es nämlich, wie Sie mit Sicherheit wissen, nicht so einfach diese Menge an Geld zu verdienen.


Nun wendet man sich an Pseudo-Intellektuelle:

(Das System) … basiert auf Algorithmen, welche den Markt und seinen aktuellen Zustand analysieren.

Klar, wer nicht weiß, was Algorithmen sind, wird begeistert sein.

Und nun, Kinderchen, rechnen wir doch mal: Die Leute versprechen normalerweise, mindestens 2.200 USD pro Tag zu verdienen. Das macht an 365 Tagen 803.000 USD. Und seht mal, dass ist keine Million. Ach, da hat der Onkel, der das schreibt, doch sogar recht, nicht wahr?

Üble Belästigung

Üble Belästigung beginnt meist mit „ich will Sie wirklich nicht belästigen“.

Zitat:

Ich will Sie wirklich nicht belästigen, aber dieses kleine Geheimnis muss ich einfach mit Ihnen teilen. Mein lieber Freund Jeff Robbins bat mich, dieses Video mit Ihnen zu teilen.


Und wieder einmal soll ich täglich 2.200 gebrauchte Hemdenknöpfe verdienen. Oder waren es US-Dollars? Oder Euros?

Man versucht es mit Hochdruck-Verkauf: Die Plätze sind begrenzt. Wie schön – dann sollen mal die dran bleiben, die jetzt schon 2.200 Mäuse am Tag machen. Fragt sich nur, warum die mich damit belästigen, auch 2.200 (ja, was eigentlich? Vielleicht Sandkörner?) am Tag zu verdienen.

Wie blöd muss man eigentlich sein, um auf so etwas hereinzufallen?

Ach, dann darf ich nicht mehr kommentieren …

Spam und ähnlichen Dreck aus dem Internet bin ich ja gewohnt – aber diese SPAM-Nachrichten schummelte sich unter meinem doppelt gesicherter SPAM-Filter durch (gekürzt):

Wir entwickeln unser Angebot stetig weiter. Damit einher gehen geringfügige Änderungen in den AGB, die für Ihre Registrierung als Nutzer von xxx.xx gelten und auf die wir Sie heute hinweisen möchten.


Ja, und wenn ich mich jetzt nicht registriere, verliere ich das Recht, auf xxx.xx zu kommentieren. Sehen Sie, und darauf kann ich nötigenfalls sch … verzichten. Und die dreiste SPAM-Kampagne? Zum Kotzen.