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Die neue Prüderie tarnt sich hinter Pseudo-Argumenten

Die neue Prüderie drückt sich vor allem darin aus, dass der „Kapitalismus“ oder seine verlässlichste Ausprägung, „der Konsum“, für alles verantwortlich gemacht wird.

Gerade las ich:

Wie Frauen und Männer Sexualität wahrnehmen oder Partnerschaft erleben, ist mittlerweile stark fremdbestimmt.


Die Neunmalklugen wissen wieder einmal alles, nicht wahr? Nur eines haben sie, wie mir scheint, längst vergessen: Jeder von uns Menschen, der nicht den „gottgleichen Blick“ von oben hat, muss sein Leben selbst finden, selbst gestalten und selbst verantworten. Und das gilt auch für die Sexualität, die ja nicht ständig solo praktiziert wird, sondern für die man tunlichst einen Partner suchen sollte. Daraus entsteht, über Versuch-und-Irrtum sowie zahllose verbale und körperliche Dialoge, dann das reale Bild von der eigenen (und der fremde) Sexualität.

Ich selbst schrieb den Moralisten und Aufklärungsverhinderern jüngst ihren Irrtum ins Stammbuch:

Junge Menschen dürfen auf gar keinen Fall über alles informiert werden, was die Lüste betrifft, aber sie dürfen jedem Irrglauben darüber nachhängen.


Leider – ja wirklich leider – gilt dieser Satz, den ich für die Situation vor etwa 150 Jahren erdachte, auch heute noch. Mag der Irrglauben aus klerikalen Kreisen kommen oder aus der angeblich „aggressiven“ Sexualisierung, die falsche Vorbilder prägt – es gilt, jungen Menschen die Wahrheit zu vermitteln ohne ihnen die Fantasie zu entziehen.

Zitat (1) aus: Freie Presse

Demo für alle ist eine Demo gegen alle

Es gibt Sexualität als Mittel der Fortpflanzung und Sexualität außerhalb der Fortpflanzung. Sexualität als Mittel der Fortpflanzung wird gelehrt, um ungewollte Schwangerschaften zu verhüten und gewollte zu ermöglichen. Und Sexualität außerhalb der Fortpflanzung ist ein Mittel, um Lust zu gewinnen.

So einfach ist das. Und so schwer machen es sich die Leute, die sich da als „Besorgte Bürger“, Besserwisser , Gutmenschen oder sonst wie hervortun wollen.

Es geht nicht um XYZ-Sexualität oder Gender-Ideologen. Nicht darum, ob jemand hetero- bi- oder homosexuell wird. Es geht darum, sein Leben selber einzurichten, so, wie man es leben möchte. Kein Elternpaar wird verhindern können, dass sich ihr Kind als Jugendlicher oder Erwachsener anders orientiert, als es ihnen lieb ist. Und es ist so absolut lächerlich, den Lehrplänen (wie auch immer sie sein mögen) dafür die Verantwortung zuzuschieben. Es zeugt einfach von unendlicher Einfältigkeit.