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Sat > IP verpixelt

Schade für die Branche - das Gerät macht immer wieder Probleme

Zwei Mal einschalten – beide Male verpixelt. Beim dritten Mal ging es dann. Klare Ursache - wieder einmal der Receiver. Heute hatte ich mal die Kamera schussbereit.

Was wurde eigentlich aus dem Sat > IP Dilemma?

Jeden morgen geht die Sonne auf – und jeden Morgen warte ich gespannt auf das erste Bild. In den meisten Fällen wird die Verbindung zum Server bestätigt und auch nicht mehr kurzfristig widerrufen, was früher oft der Fall war. Manchmal sind jedoch weitere Versuche nötig, um teils oder ganz verpixelte Bilder zu vermeiden. Und weiterhin verpixeln sich HD-Sender während des Betriebs regelmäßig. Früher oder später werde ich wohl meine Konfiguration auf einen Hersteller verlagern müssen, der die Technik tatsächlich beherrscht.

Wieso ich SAT > IP als höchst merkwürdig erlebe und es dennoch verwende – (2) „Schwachstellen – WLAN, Service und Kompetenz“

Firmen, Techniker, Serviceleute, Inkompetenz und das WLAN als Problem Nummer eins

Bisher schrieb ich über meinen Einstieg in SAT > IP, der mehr als hakelig war, weil sich niemand als kompetent erwies. Jedenfalls war es nicht so einfach, ein WLAN aufzubauen. Die Reichweite war dürftig, und die Qualität eher bescheiden. Doch würde man dies ändern können?

Schwachstelle Nummer eins: WLAN und Receiver
Damit funktioniert es auf dem PC: High Gain Wirless USB Adapter
Da ich das längst ausprobiert habe und es nicht funktioniert, lasse ich in einen vorhandenen Kabelkanal ein nagelneues Ethernet-Kabel hineinlegen, nachdem ich zuvor erprobt habe, ob ich überhaupt Empfang hatte. Das ging zunächst ganz hübsch, manchmal ein bisschen verpixelt, aber insgesamt höchst manierlich. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts über den Pferdefuß: Man benötigt absolut perfekte Hardware für die WLAN-Übertragung – und die gibt’s zwar – aber nahezu ausschließlich für PCs. Das „eingebaute WLAN“, so musste ich später erfahren, ist bei den meisten Geräten zu dürftig für SAT > IP ausgelegt – wenn überhaupt eines mitgeliefert wird. Wenn Software in den „Setboxes“ auf Android oder Linux basiert, kann kaum jemand helfen: Die meisten Hersteller verweigern das Aufspielen vom Fremdsoftware, die für hochwertige WLAN-Sticks unerlässlich wäre.

SES Astra lässt den SAT > IP Kunden weitgehend allein

Das zweite Problem liegt direkt bei SES / Astra. Die Webseite, auf der die „Clients“, also die Empfangsgeräte aufgeführt werden, hat nicht nur Staub angesetzt – viele der Geräte gibt es schon gar nicht mehr, seien sie nun „zertifiziert“ oder nicht. Würden andere Leute ihre Webseiten so behandeln, würde man von „Verwahrlosung“ reden. Offenkundig hat SES / Astra das Projekt mit großem Aufwand gestartet und denn wieder aus den Augen verloren. Das hat natürlich auch Rückwirkungen auf den Handel.

Die Hersteller: keine Antwort aus Arroganz oder Unkenntnis?

Das dritte Problem – und damit sicherlich das schwierigste – liegt in der Arroganz der noch verbliebenen Hersteller von Empfängern, die nicht einmal antworten, wenn man sie anschreibt. Man verweigert dem Interessenten oft eine zuverlässige Beratung vor dem Kauf ebenso, wie man dem Kunden eine ausführliche Erläuterung und Beratung bei Problemen nach dem Kauf verweigert. Es gibt einzelne positive Ausnahmen, aber sie sind selten, und ich gebe zu, nicht alle Hersteller angeschrieben zu haben. Man muss sich vergegenwärtigen, dass an der Datenstrecke viele Komponenten beteiligt sind: neben der üblichen Satellitentechnik noch die Server, dann LAN, DLAN, WLAN, Ethernet-Kabel und schließlich die Receiver. Als solche kommen TV-Geräte (Panasonic), Set-Boxen (einige verbliebene Hersteller), PCs (mit spezieller Software) und Smartphones (mit besonderen Apps) infrage. Darauf komme ich noch.

Wie SAT > IP funktionieren kann

Generell lässt sich nach diversen Tests folgende Aussage treffen:

Das „Kabellose Fernsehen“ bei SAT > IP ist nur über WLAN gewährleistet, aber WLAN ist der Schwachpunkt der meisten Receiver.

Das WLAN muss erstklassig sein

Die beste WLAN-Qualität lässt sich mit speziellen WLAN-Emfpängern für Windows-basierte Computer erzielen, wie sie beispielsweise TP-Link anbietet.Es mag andere Lösungen geben, aber ich habe nicht alle erproben können.

LAN-Kabel (Eternet-Kabel) sind eigentlich keine Lösung

Fernsehen über zusätzliche LAN-Kabel ist zwar möglich, verlangt aber entsprechende Einrichtungen, bei denen erneut Kabel durch Räume verlegt werden müssen. Das ist kenen Lösung.

DLAN als Notlösung

DLAN (Verbreitung von LAN über die Steckdose) ist möglich, stellt aber eine Art „Notlösung“ dar.

Andere Lösungen, z.B. WLAN to LAN.

Es mag andere Lösungen geben, zum Beispiel „Bridges“ von WLAN auf Ethernet-Anschlüsse. (1) Diese haben den Vorteil, dass der Ethernet-Anschluss (LAN) universeller ist als der WLAN-Anschluss über USB-Sticks. Ich habe es (noch) nicht erprobt – aber auf diese Weise könnten auch Geräte mit exotischen Betriebssystemen besser eingebunden werden.

Eine neue, aber noch sehr teure Technologie habe ich nicht erprobt: WLAN Bridges, die eigene Funkverbindungen aufbauen. Zu dem Zeitpunkt, als ich dies schrieb, kosteten sie gegen 400 Euro.

(Wird fortgesetzt)

(1) Diese sehr preiswerte Bridge funktioniert - ich habe sie allerdings nicht mit SAT > IP erprobt.

Wieso ich Sat > IP als höchst merkwürdig erlebe und es dennoch verwende – (1) „ohne Garantie für die Funktion“

Kein oder schlechtes Signal - fragt sich nur, warum ...

Erster Teil – dafür können wir keine Garantie übernehmen!

Sat > IP? Welch schöne Idee. Man setzt irgendwo im Haus einen Server hin, und streamt dann das Signal kabellos durch das ganze Haus. Man braucht nur … und da geht es schon los. Denn um das Signal in das bestehende LAN oder WLAN einzuspeisen, müssen SAT > IP Server und Router schon ziemlich nahe zusammenstehen – oder aber über Kabel verbunden werden. Allein dies ist eine heikle, manchmal fast unlösbare Aufgabe, denn Antennen stehen oft auf dem Dach, Router hingegen meist in der Wohnung. Bedeutet: man lege ein Kabel in die Wohnung, schließe dies an den Router an – und fertig? Auch das wäre noch erträglich, wenn die Wohnung nicht fertig renoviert wäre und das zusätzliche Kabel nun wirklich nichts als stören würde. Die Alternative? Eigentlich könnte man das Signal doch per WLAN an die Orte des Geschehens bringen – ohne Kabel, und – bei mir - auch ohne den Router mit dem "T" - der ist gut ausgelastet.

Gesagt, getan – doch schon kommt die Warnung: „Beim SD-Fernsehen mag alles gehen, aber bei HD-Fernsehen bekommen Sie Schwierigkeiten. Das sollten Sie auf keinen Fall tun!“

Ach so. Sollte ich nicht. Und also wandte ich mich an einen Fachbetrieb: „He, Leute – bitte installieren, und zwar so, dass es funktioniert, egal wie.“

Betretenes Schweigen. „Wenn Sie SAT > IP installieren wollen, dann müssen Sie dies auf eigene Verantwortung tun. Die Technologie ist noch nicht ausgreift.“ So redet man sich also heraus, jedenfalls bei Händler eins. Händler zwei wusste erst gar nicht, was SAT > IP ist. Na schön, man ist in der Kleinstadt. Da kennt man bestenfalls Astra per Satellit, weitergereicht über Koaxkabel. Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass einige „Fachbetriebe“ schon überfordert sind, wenn man einen zweiten Satelliten (zum Beispiel Astra / Hotbird) wünscht.

Nun gut – ich ändere die Antennenanlage, alles funktioniert per Kabel wie zuvor (da bin ich ja schon froh, wenn’s hinterher überhaupt klappt). Nach einigen Tagen kommt der Server, und siehe: er funktioniert. Nun könnte ich also theoretisch auf meinem Dachboden einen Fernseher hinstellen, der ein LAN-Verbindung hat. Die WLAN-Verbindung, die ich probeweise einrichtete, reicht für etwa 15 Meter, wenn ich viel Glück hatte. Zwar wollen uns selbst „Fachzeitschriften“ suggerieren, dass „normale Router in Innenräumen etwa 50 bis 100 Meter ausstrahlen können“- aber diese Leute sollten mal raus aus ihren Labors kommen und sich die Praxis ansehen, bevor sie Grimms WLAN-Märchen verbreiten.

Lesen Sie hier demnächst weiter, mit welchen unvorhergesehen Schwachstellen Sie rechnen müssen.

Was sich diese Woche klärte … allerlei Wunder mit SAT > IP

Das Lustigste (na ja, wie man’s nimmt) zuerst:

Es gab einen nagelneuen DigiHD TS5 – der Vorgänger war über mehrere Monate mein Sorgenkind: Ausfälle aller Art, besonders nach einem Software-Update. Kein Wunder, dass Sat > IP für viele Anwender ein rotes Tuch ist. Neben zahlreichen Arbeitsstunde und entnervenden „Informationen“ des Systems ging der Receiver zurück – und das neue Gerät kam an. Um es zum Funktionieren zu bringen, brauchte ich allerdings zwei neue Konfigurationen, die zu allem Überfluss noch identisch waren. Seit gestern funktioniert das Gerät bereits beim Einschalten – auch, wenn’s manchmal grieselt. Falls die der Fall ist, nützt meistens die folgende Prozedur: einschalten - ausschalten – einschalten. Am Ende konnte ich mit dem Gerät an drei aufeinanderfolgenden Tagen fernsehen. Für ein Heureka ist‘s noch zu früh.

Sat > IP funktionierte diese Woche merkwürdigerweise auch mit der App Tivizen, das allgemein ebenfalls kritisiert wird. Bei ersten Versuchen hatte sie fünf TV-Sender gefunden und sonst gar nichts. Inzwischen sind es 85, und die kommen auf einem HONOR-Smartphone mit Octacore-CPU auch in HD ruckfrei, falls ich mich nicht allzu sehr vom Server entferne.

Tivizen Sat > IP hatte 178 Beurteilungen, davon waren 87 absolut negativ. Wenn’s denn interessant ist: Die Kanäle wurden über eine andere Verbindung (LAN via Haushaltsnetz auf WLAN) gefunden. Das Abspielen war aber nur über ein paralleles direktes WLAN möglich. Wunder über Wunder.

Und: Ich habe erstmals drei meiner vier Kanäle parallel genutzt. Es funktionierte. Ganz hübsch, nicht wahr?

Ja, was will ich mehr?

Was sich sonst noch klärte? Nun, bevor ich mir noch mal den Hokuspokus mit angeblich passenden, in der Praxis aber untauglichen WLAN-Sticks mit Antenne „gönnte“, habe ich ein AV500 Powerline Wifi-Kit installiert.

Terrestrisch empfange ich natürlich weiterhin via DVB – T2 mit einer genialen Innenantenne (nicht von Stiftung Warentest getestet). Man gönnt sich ja sonst nichts – und bei Gewitter fällt ja auch ab und an die Sat-Schüssel aus.