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Rastatt - deutsche Planungs- und Ingenieurkunst?

Man gräbt einen Tunnel – und über ihm sackt das Erdreich ein, und mit ihm die deutsche Nord-Süd-Verbindung per Bahn. Der Schaden: unermesslich. Das Geld für den Tunnel: vergraben. Eine Baumaschine (Wert 18 Millionen Euro) – vergraben. Die Kosten für die Wiederherstellung der Strecke nach Basel? Und die Unterbrechung des Personen- und besonders des Güterverkehrs von Nord nach Süd?

Es ist ein deutsches Dilemma: Die einzige wirklich durchgängig befahrbare, schnelle Bahnstrecke von Nord nach Süd geht am Rhein entlang – andere gibt es nicht. Man könnte – ja, ja, man könnte die französische Strecke benutzen, auf der anderen Seite des Rheins. Aber dagegen, so hört man, spricht neben dem bekannten nationalen Eigensinn eben auch die Tatsache, dass Europa keine verbindlichen Normen für den Schienenverkehr hat.

Die Verantwortlichen für die Havarie wie auch für das Bahndilemma? Meine Prognose: Niemand wird die Verantwortung übernehmen. Man wird eines Tages sagen, es sei „unvorhersehbar“ und im Übrigen „höhere Gewalt“ gewesen. Ist ja auch viel bequemer.