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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Zu viele Trauer- und Einkehrtage

Dieser Tage ist für manche die „nachdenkliche Woche“, bei anderen eher die Woche, in der Depressionen auch ansonsten optimistische Menschen befallen.

Da wäre der Volkstrauertag - er war schon. Dann haben wir den heutigen Gedenktag, den Buß- und Bettag. Und schon bald folgt der Totensonntag. Ja - und da war auch noch Allerseelen, ein Tag, den nur praktizierende Katholiken unter uns kennen dürften.

Bei so viel Einkehr, Gedenken an die Verblichenen, Grabschmuck bei den Gärtnern und Friedhofsbesuchen der Lebendigen - wo bliebt eigentlich die Freude?

Tag der Erinnerung an das sinnlose Töten - der Volkstrauertag

Ein Tag hat sicherlich Sinn: Der Volkstrauertag ist ein Tag gegen das Vergessen. Daran, wie viel Menschen in sinnlosen Kriegen gestorben sind, und wie viele noch an den Folgen leiden. Noch wichtiger ist, an die Opfer des Nazi-Regimes und seiner Befürworter zu denken. Nicht, weil dies zur Routine gehört - sondern damit klar wird, was hinter der Ideologie steckt und welche Folgen dies haben kann.

Die anderen Tage sind eigentlich private Gedenktage - kein Grund, sie zu überhöhen. Und besonders umstritten ist der heutige Feiertag, der Bußtag oder Buß- und Bettag.

Niemand wird in sich gehen - der sinnlose Feiertag

Wer will denn bitte mitten in der Woche „in sich gehen“? Und warum? Wegen der Pandemie? Wer glaubt denn, dass ein einziger Ungeimpfter heute in sich geht und Buße tut? Wer wird sich heute verantworten für seine Versäumnisse? Behörden? Beamte? Politiker? Ach du liebes bisschen - die doch nicht.

Der Buß- und Bettag wurde als Feiertag abgeschafft - und das war gut so. In Sachsen allerdings rühmt man sich, ihn beibehalten zu haben - und deswegen gab es auch in Teilen Thüringens heute keine Zeitung, weil die eben zum Teil in Sachsen verlegt werden.

Jetzt ist Optimismus gefragt

Es reicht - wirklich. Trauer und aufrichtiges Gedenken sind eine Sache - Triefnasen zu sehen, eine andere. Und wer das „Elefantenspiel“ provoziert, verliert selbst den Lebensmut (1). Wenn wir nicht mit Optimismus aus der Krise herauskommen, können wir wirklich gleich einpacken. Also: Vorwärts schauen - und impfen lassen.

(1) Elefantenspiel - den Rüssel hängen lassen

Dunkler November - lass dein eigenes Licht brennen ...

Mehr Licht in den Dunkelmonat bringen
Der November ist traditionell, christlich oder auch anderweitig von Tristesse beseelt. Zwar fällt der „Martinstag“ in diese Zeit, der uns ansonsten noch ein wenig Licht in der Trübsal des Novembers schenkt, aber der wird auch abgeschaltet, was die Gänse freuen mag, aber sonst kaum jemanden. Ansonsten wird uns Trauer und Trübsinn verordnet - nicht erst seit gestern. Aber in diesem Jahr wird klar: Entweder du widersetzt dich innerlich all den „Schwarzen Wolken“, in denen wie versinken sollen, oder du schaltest dein Licht im Hirn ein. Wohl, dem der dabei zu zweit ist.

Trübsinn in Folge?

Auf „Allerheiligen“, (Hauptsächlich für Katholiken) folgt „Allerseelen“ das ist heute. Da kann ich Entwarnung geben: Gilt nur für „Verstorbene katholische Gläubige“ - falls du noch lebst und nicht katholisch bist, musst du also nicht Trübsal blasen. Auch nicht am „Volkstrauertag“ (15. November) - da denk lieber daran, dass du zu den glücklichen gehörst, die in Frieden leben. Zum Totensonntag (22. November) sind dann die Evangelen aufgerufen, an die Verstorbenen zu denken - staatlich geschützt. Und am Buß- und Bettag, sei er Feiertag oder nicht, sollst du schon wieder „in dich gehen“. Dir bleibt also nach dem Kirchenkalender nichts erspart.

Lockdown und November - psychischer Shutdown?

Bei so viel trüben Aussichten, verbunden mit dem Lockdown, wie „lite“ er auch sein mag, geht es ans Eingemachte: Du solltest alles tun, um zu überleben - und zwar vorrangig psychisch, sozial und emotional. Denn noch gibt es keine Maske, die dich davor bewahrt, depressiv zu werden. Also: Ich bin für Lockdown „light“, wenn es schon Lockdown sein muss.

Falls du jetzt sagst: „Ja, der erste Advent ist doch auch im November (am 29. November), da feiern die Christen doch die Wiederkehr ...“

Ja klar, tun sie. Aber die Heiden feiern die Wiederkehr des Lichts ... und das kann eigentlich jetzt schon jetzt jeder in seinem Kopf anzünden, oder etwa nicht?