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Oh, der Mann um 45 wird sexuell entdeckt

Ich bin über meine „mittleren Jahre“ ja schon etwas hinaus. Aber ehrlich: Ich war wirklich mal Kind, mal Jugendlicher, mal Twen, mal „trau keinem über 30“ und mal – gegen 45. Und ich erinnere ich erstaunlicherweise daran. Wohl auch, weil ich damals gerade geschieden wurde und ein neues Universum eröffnen musste: das des Mannes in mittleren Jahren.

Dieser Mann wurde damals (ja, damals) von entheirateten Frauen nach der populären „Entfesslungsscheidung“ gesucht. Ideologisierte Feministinnen hatten den Frauen eingeredet, sie müssten nur die „Fesseln der Ehe“ abwerfen, und schon würde sich das Himmelreich der Befreiung öffnen. Satt dessen öffnete sich das Höllenreich der Einsamkeit und des Frustes. Denn bei Frauen um 40 standen die Männer schon damals nicht Schlange, um in die Fußtapfen des Ex-Gatten zu treten.

Ja, ja … und Sex. Der Gentleman schweigt besser über Details. Ab 45 werden Männern Anträge aller Art gemacht. Jedenfalls stand schon damals für gewisse Frauen fest: Ein Date führt unweigerlich zu Sex – „schließlich habe ich mir so viel Mühe gegeben, mir den Abend freizumachen.“ Klingt nicht sehr positiv, denn irgendwie fühlte man sich missbraucht, ob man diese „Angebote“ nun annahm oder nicht.

Es gab zwei andere Gruppen, die typisch waren für jene Zeit: diejenigen, die sich ihre Zukunft längst zusammenbastelt hatten und nun nur noch das Puzzlesteinchen suchten, das darein passte. Nee, nee, liebe Frauen – Prinzgemahl war nicht meine Rolle. Am nervigsten aber waren diejenigen, die sich partout schnellstens Sperma abholen wollten, um ihr Kind zu kriegen – in der Beziehung natürlich, aber bitte dann innerhalb eines Jahres und ohne zu zögern.

Wer’s nicht glaubt, bitte schön. Glaube ist Privatsache.

Und die Wissenschaft?

Also – und was hat nun die Wissenschaft festgestellt? Was bewegt den Mann im „mittleren Alter?“ Klar wird dabei: Sex ist nicht nur eine Funktion. Sehr hübsch formuliert. Also sagen wir das mal so: Der Mann um 45 definiert sich als heterosexuell (95 Prozent) und hatte auch deshalb die erste Erfahrung mit einer Frau (96 Prozent). Um diese Erkenntnis reicher interessierte ich mich nun dafür, wie viel Sexualpartner die Männer denn nun gehabt hatten. Und siehe: etwa 70 Prozent der heterosexuellen Männer um 45 „brachten es auf 0 – 10 Sexualpartner“, also insgesamt in der Spitze auf etwas weniger als einen alle zwei Jahre.

Und: „Etwa jeder vierte Mann kam gruppenunabhängig im Durchschnitt auf 11–30 Sexualpartner im Leben.“ Und darüber? „Bei den heterosexuellen Männern zeigten jedoch nur knapp 6 Prozent ein solches "intensives" Sexualverhalten.“

Wie schön. Und was weiß ich nun über das Sexualverhalten der Männer um 45?

Nichts. Zum Beispiel, ob die Männer ledig oder verheiratet waren. Und ob Huren oder ONS als „Sexualkontakte“ gewertet wurden. Und lustigerweise soll das Ganze den Ärzten „Aufschluss“ darüber geben, ob mehr als 30 Sexkontakte im Alter von 45 Jahren nun eine „hypersexuelle Störung bis hin zur Sexsucht“ entsprächen.

Aber, nun ja … die Wissenschaft. Sie weiß nun, wie sich der Mann um 45 verhält. Wie tröstlich.

Quelle: DocCheck