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Leipziger Zoo: Löwenausbruch weiterhin mysteriös

Das Bild zeigt den bisherigen Löwenkater Matadi im Alter von 14 Jahren.


Im Leipziger Zoo gab es dieser Tage ein tragisches Ereignis: Aus dem zeigerechten, gitterlosen Löwengehege brachen zwei männliche Junglöwen aus. Und nach dem vergeblichen Versuch, einen der beiden Löwen zu betäuben, wurde dieser von der Polizei erschossen. Der andere konnte ins Gehege zurückgedrängt werden.

Wie kamen die Ausbrecher heraus?

Wie kamen die beiden jungen Löwen-Kater aus dem Gehege heraus? Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Der Weg hinaus ist durch die Tür, sagt Konfuzius, und da erinnert man sich, das schon einmal ein Tor versehentlich offenstand. Damals fielen zwei Tigerkater übereinander her die eigentlich getrennt gehalten wurden – das ist in Leipzig möglich, weil die Tiger-Taiga sehr groß ist. Allerdings rückte man mit Details damals nicht heraus – wahrscheinlich zum Schutz des Personals, denn der eigentliche Grund war menschliches Versagen. Diesmal ist es unwahrscheinlich, dass die beiden beiden Junglöwen durch die Tür spaziert sind – sie müssen auf irgendeine Art und Weise den Wassergraben zwischen Gehege und Besucherbereich überwunden haben.

Gesprungen oder geschwommen?

Der Zoodirektor vermutet nun, die beiden Löwen seien „entweder geschwommen oder gesprungen“, um das beträchtliche Hindernis zwischen Gehege und Zoo zu überwinden. Ob die „Sprungvariante“ denkbar ist - wie der Zoodirektor meint – oder eher unwahrscheinlich ist, weiß niemand genau. Schließlich waren die Tiere noch sehr jung und noch nicht im Vollbesitz der Kraft eines erwachsenen Löwenkaters, der mit etwa fünf Jahren in der Blüte seiner Kraft stehen soll. Ein solcher lebte zuvor im Zoo Leipzig, und er konnte den Graben offenbar nicht überspringen. Man mag sich gar nicht ausdenken, was dann geschehen wäre, denn die beiden jetzt ausgebrochenen Junglöwen kamen nur ein paar Meter weit und sollen verängstigt gewirkt haben.

Oder sind sie doch geschwommen? Löwen schwimmen nicht gerne, aber vielleicht haben die beiden Löwen-Teenager es doch probiert? Das mit dem Sprung wäre sehr unwahrscheinlich. Ein erwachsener Löwe soll etwa fünf Meter weit springen können, und der Graben in Leipzig ist nach Zoo-Angaben zwischen 6,60 und 7,90 Meter breit – wie tief er ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Am Ende unklar: wie konnten die Löwen ausbrechen?

Und so bleibt der Ausbruch der Löwen ein Mysterium. Dem Zoo Leipzig einen Vorwurf machen zu wollen, ist allerdings unredlich: Die Anlage ist nach modernen Erkenntnissen gebaut und galt bisher als sicher. Und wer ahnt schon, dass ausgerechnet junge Löwen vielleicht doch mal zu schwimmen versuchen?

Quellen, soweit benötigt:

Tiger-Vorfall Leipziger Zoo
Aktueller Löwen-Ausbruch.
Hinweis: Der Autor kennt den Leipziger Zoo aus eigener Anschauung.