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Der moderne Krimi: Was los ist immer

Falls Sie mich mal fragen sollten, warum ich kaum noch den „Tatort“ ansehe und auch andere Krimis überwiegend abgähne, dann antworte ich demnächst mit einem Zitat aus der ZEIT:

Es ist immer was los, aber eigentlich passiert nichts.


Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass Köpfe im Auto zu sehen sind, die Dummsprüche labern, und dass jeder Kommissar Probleme mit den Angehörigen hat, die im Drehbuch immer mehr Raum einnehmen. Eingestreute Familienschnulzen, gerne mit Kindern, meist einige Männerfreundschaften, dann und wann eins schräger Junggeselle. Da muss der Drehbuchschreiber dann aufpassen, dass dieser Kommissar nicht zu oft irgendwelche attraktiven tatverdächtigen Frauen vögelt – oder wenigsten andeuten, dass dies hätte passieren können.

Na schön – Mä, mä, Mä, Märchen. Kopf vollpflastern mit einer Mischung aus Kitsch, hingequasselten Dummheiten und natürlich ein paar Toten und vielen, vielen höchst verdächtigen Personen, die wie Kasperfiguren vorgeführt werden.

Und das gilt sicher nicht nur für den TATORT.

Ob ich es besser könnte? Um Himmels willen. Lassen Sie mich doch bitte um TV-Entertainment in Ruhe.

Polizeiruf: Ruf ruiniert

Die Kritiker mögen ja noch brav Männchen machen, wenn die ARD Krimis produziert. Aber das, was uns beim „Polizeiruf: Sumpfgebiete“ geboten wurde, waren Klischees und Übertreibungen, die vermutlich dies bewirken sollten: „Die da oben machen nichts als Scheiße, und der kleine, aufrechte Mann hat keine Chance.“

Passt immerhin zu den Erwartungen der Wutbürger. Macht die ARD jetzt Fernsehen für die Leute, die die ARD hassen?

Ja, ja – ich weiß, das hätte man auch sagen können: ja, die bayrische Justiz“ oder „sehen Sie mal, dieser Fall Gustl Mollath“. Oder etwas über die Psychiatrie als solche … aber doch nicht mit so billigen Effekten, oder?