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Emotionskapital

Das Wort gilt als Unwort – so wie „Naturkapital“, „Humankapital“ oder „Sozialkapital“. Die moderne Ausrichtung vieler Wissenschaftler auf „Antikapitalismus“ lässt nicht zu, sinnvolle neue Begriffe für „Ressourcen“ zu finden. Dabei sind „Ressourcen“ nichts als „Quellen“, aus denen wir schöpfen können, deren Fluss wir aber auch bewahren müssen.

Wahrscheinlich hat in der Entwicklung der Menschheit kein Kapital so viel Rendite gebracht wie das Emotionskapital. Jeder Mensch verfügt darüber, und jeder kann damit handeln. Wir können es aufhäufeln, es vorsichtig ausgeben, andere damit überschütten oder es sinnlos verprassen.

Die nachwachsende Ressource, auf die wir Sorgfalt verwenden sollten

Das Emotionskapital ist eine nachwachsende Ressource – jedenfalls bei den meisten von uns. Falls dies nicht zutrifft, leben wir in einem Dilemma. Macher hat schon erlebt, dass er zu viel in einen Menschen, eine Gruppe oder ein emotionales Projekt investiert hat, viel mehr als ihm selbst nachwächst. Frauen sagen dann manchmal, sie hätten „so viele Emotionen investiert“ – und das stimmt selten. Sie meinen in Wahrheit, dass ihre Emotionen keine Rendite getragen haben, sie aber solches erwarteten. Zwar hat jeder die Hoffnung, etwas zurückzubekommen, wenn er investiert – aber oftmals sind die Investitionen eben verloren. Wir lernen dies von frühester Kindheit an. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir Hilfe gaben oder Liebe schenkten. Manchmal bekommen wir mehr zurück, als wir erwarteten, manchmal das, was wir erwartet hatten und manchmal eben – gar nichts.

Emotionskapital ist wichtig. Deshalb sollten wir es so nennen. Und wir sollten es klug einsetzten, um nicht enttäuscht zu werden.