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Das Dilemma der Angela Merkel

Das Dilemma der Angela Merkel – und warum wir nicht alle "Bayern im Geiste" werden dürfen

Für den ZEIT-Kolumnisten Matthias Naß ist es beschlossene Sache: Die Ära Merkel geht zu Ende. Er schreibt:

Aber Angela Merkel beginnt, Abschied von der Macht zu nehmen. Ihre Kanzlerschaft, so sieht es in diesen Tagen aus, geht langsam zu Ende, an politischer Auszehrung und schierer Erschöpfung.


Das Fatale an der Situation ist, dass ihre Gegner Deutschland zur Unzeit in die Krise stürzen. Überall sind inzwischen die Dummschätzer des Nationalismus groß und mächtig geworden und der Parteiname in Deutschland für blindwütigen, rechthaberischen Nationalismus reicht durchaus über den Buchstaben „A“ hinaus.

Mag sein, dass die deutsche Krise ihren Ursprung in der Flüchtlingspolitik hat – aber diejenigen, die ständig Öl in das Feuer der Emotionen gießen, sitzen in Bayern – und teils leider auch in der ostdeutschen Provinz. Und die Regierungskrise fällt in eine Zeit, in der jeder Provinzidiot in Leserbriefspalten und anderwärts mal „den Trump geben“ darf: „Deutschland zuerst“. Das geht mit „Flüchtlinge raus“ los, und mit „Raus aus der EU“ weiter.

Doch wo bleibt die Person, die Angela Merkel folgen könnte? Eine neue Galionsfigur aus dem Osten? Ein Mann? Ein männlicher Bayer gar?

Man bewahre Deutschland vor dem bayrischen Machtanspruch. Und ich denke, was auch der Zeit-Kommentator denkt:

Seehofer, Söder und Dobrindt haben es in die Weltpolitik geschafft. Hoffentlich kommt Deutschland da wieder heil raus.


Übrigens: Wir kommen da heil heraus, wenn wir aus darauf besinnen, dass Bayern ein Land mit einer fremdartigen Kultur ist, die sich zwar an deutsche Kultur anlehnt, sie aber nicht repräsentiert.

Deutschland verdient eine andere Kultur als die bayrische

Deutschland hat – und verdient – eine andere Kultur, eine andere Politik und andere Werte als diejenigen, die in Bayern gelten. Und sogar andere konservative Werte. Wenn wir aus der Krise „heil wieder rauskommen wollen, müssen wir und daraus besinnen, Deutsche und Europäer zu sein – und nichts sonst.

Die neue GeiMoWe des Herrn Dobrindt

Ach nö, Herr Dobrindt: GeiMoWe hatten wir schon mal. Damals, von Herrn Kohl. Es war einer der ersten Fehlleistungen dieses Mannes, dem posthum viel mehr Ehre zuteilwurde, als ihm gebührt.

Später hieß es dann nicht mehr „Geistig moralische Wende“, sondern „Geistig moralische Erneuerung“. Doch da war nichts zu „erneuern“, weil kein Mensch glaubte, dass eine ultrakonservative Rückbesinnung irgendwelchen Nutzen hatte.

Nun will Herr Dobrindt also die neue GeiMoWe, die jetzt BüKoWe heißt: Bürgerlich-Konservative Wende. Die interessiert selbstverständlich auch keinen Menschen, weil „bürgerlich“ aus dem vorvorigen Jahrhundert stammt und „konservativ“ gar keine konkrete Bedeutung mehr hat.

Was bleibt? Ein bisschen Deutschtümelei, Bayerntümelei und Geschwätz über das verbindende Christentum, das auch den meisten Deutschen herzlichen egal ist.

Lesen Sie dazu auch den Artikel des "Tagesspiegels" Und ich sage Ihnen noch, warum die CSU-Leute weder wissen, von was sie reden - noch rechnen können.