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Dem liberalen Geist eine Stimme geben - das ist sehpferd

Deutsche ohne Abstraktionsvermögen?

Die Teilnahme an der liberalen Ordnung verlangt von den Bürgern ein Minimum an Abstraktionsvermögen.

Wenn dies die Minimalforderung ist, dann erfüllen die meisten Menschen sie nicht. Jedenfalls nicht in den Diskussionen, die ich am Würstchenstand oder bei den Grüppchen auf hiesigen Märkten mithören konnte oder in den sogenannten „sozialen Medien“ verfolge. Soweit es die „sozialen Medien“ betrifft, schützt auch ein akademischer Titel nicht vor dem Mangel.

Gut, ich mag voreingenommen sein. In meinem ehemaligen, langjährigen Brotberuf reichte ein Minimum an abstraktem Denken nicht aus, um die Vorhaben zu einem guten Ende zu führen.

Und nun überlege ich: Was dürfen all die Menschen, die nicht einmal ein Minimum an Abstraktionsvermögen haben? Sie dürfen wählen. Voraussichtlich werden sie den Volksverführern auf den Leim gehen, denn sie werden auf die einfachen Lösungen fliegen.

Und genau das ängstigt mich.

Zitat: NZZ, Eduard Kaeser - Physiker und promovierter Philosoph.

Doktortitel und Deutsche

Na - das war mal eine Aussage, die ich der Frau Giffey gar nicht zugetraut hätte – und auch sonst kaum jemandem unserer angeblichen „Eliten“ (Zitat aus dem SPIEGEL:

Wer ich bin und was ich kann, ist nicht abhängig von diesem Titel. Was mich als Mensch ausmacht, liegt nicht in diesem akademischen Grad begründet.

Wir anderen – ja wir (!) sorgen doch für die Überbewertung der angeblichen akademischen „Eliten“ dafür, dass wir voller Ehrfurcht Kotau vor ihnen machen. Das heißt, wir sehen eben nicht, was sie als Menschen ausmacht, ja nicht, einmal ob sie klug oder kompetent sind. Wir erstarren gewissermaßen wie die Kaninchen vor der Schlange, wenn wir ihre Abschlüsse ansehen.

Klugheit kontra Selbstherrlichkeit

Nun kann es sehr erhellend sein, einem klugen, weitsichtigen Professor zuzuhören oder seine Bücher zu lese. Hingegen kann es extrem frustrierend sein, einem selbstherrlichen, einseitigen, starrköpfigen Professor zuzuhören. Wer beide Gelegenheiten hatte, wird wissen, was ich meine.

Also bitte: Macht euch davon frei, Menschen anhand ihrer vorhandenen oder fehlenden Titel zu beurteilen oder zu verurteilen.

CDU als Hüter der Eliten?

Und die CDU? Sie erweist sich mal wieder als das, was sie schon früher einmal war: als eine Truppe elitärer Rechthaber. Und die soll ich demnächst oder irgendwann wählen?

Nikolaus und Erkenntnis

Wer die Geschichten von der Entstehung des Nikolausfestes für wahr hält, muss erstens Katholik und zweitens wundergläubig sein. Kurz: Es ist eine tränenrührige Legende, die uns erzählt wird, um zu glauben, dass die Gabe von Geld etwas Gutes bewirkt, wenn es nur in die richtigen Hände kommt.

Gutmenschen können Manipulatoren sein - wie alle anderen auch

Wie viele Legenden glauben wir eigentlich? Von was sprechen wir? Alle, blauäugige Gutmenschen wie bösartige Manipulatoren, arbeiten mit Legenden. Man ist dort bereit, alles abzunicken, was zur eigenen Ideologie passt – meist kenntnislos. Sachverstand haben wenige, die meisten labern nach, was ihnen in der Familie oder am Arbeitsplatz eingeflüstert wird. Dabei habe ich einschlägige Rechts- und Linksblätter sowie Boulevardzeitungen noch gar nicht erwähnt.

Rechthaberei und Neidhammelei - zwei gesamtdeutsche Unsitten

Was wollen die Leute eigentlich? Recht haben? Das Geld haben, das andere angeblich verdienen, obwohl sie gar nicht wissen, wie viel sie verdienen und was sie dafür leisten müssen? Rechthaberei und Neidhammelei gibt es im Westen wie im Osten – es muss irgendwie eine gesamtdeutsche Unsitte sein. Und überall hört man Legenden: von unbezahlbare Wohnraum in Deutschland, von entsetzlicher Armut, von fehlenden Zukunftsperspektive. Man ist auch gewohnt, etwas „über“ Menschen zu hören: über Umweltaktivisten, Migranten und Prostituierte … in jedem Kopf scheint eine eigene Welt zu existieren, die nicht durch Tatsachen abgedeckt werden kann – und auch nicht abgedeckt werden soll.

Eine Bloggerkollegin schrieb neulich (1):

Das Problem ist, dass wir von unterschiedlichen Dingen sprechen.
Das Problem ist, dass über gesprochen wird, statt mit.
Das Problem ist, dass wir teilweise in unterschiedlichen Sprachen sprechen.


Und falls du, liebe Leser, mit „verschiedenen Sprachen“ „Ausländer-Sprachen“ meinst: In Deutschland gib es eine erheblich Anzahl von Menschen, die kein Deutsch beherrschen und sich mit Begriffen verständigen, die gar kein differenziertes Denken ermöglichen.

Zu dumm, um in der Grundschule differenziertes Deutsch zu lernen? Oder nur zu faul? Damit kommt man als sogenannter „Bio-Deutscher“ offenbar gut durch. Und auch die angeblich so Klugen sprechen über „Dinge“ so, als wären sie eben auch „Dinge“ – so wie sie in ihren Köpfen existieren, aber nicht in der Realität.

Die Realität ist kompliziert – egal, was sie für dich oder mich ist, sie existiert „wirklich“ nur, indem wir darüber reden und uns über sie einigen. Und auf Legenden könnt ihr wirklich sch… dankend verzichten.

(1) Gemeint ist jemand, der auch bloggt. Ich verlinke in diesem Fall nicht.

Armes Deutschland – sind Deutsche noch zu retten?

Die AfD ist zweitstärkste Partei – wenn man Umfragen glauben darf. Sollte dies auch Realität ein, ist Deutschland in akuter Gefahr: gesellschaftlich, wirtschaftlich und intellektuell.

Wie kann es nur sein, dass die Nachfahren der Willkürherrscher, auch Adel genannt, retro-bürgerliche Kreise, wirtschaftliche Fantasten, Loser und Neo-Nazis, Fremdenhasser, Judenhasser und Islamhasser sowie Nicht-Gönner und Nicht-Könner in der Wählergunst so weit oben stehen?

Weil Deutsche inzwischen meschugge sind? Weil sie aus der Geschichte nichts gelernt haben? Ich höre oft den Satz, sie seien „vom System abgehängt“. Doch Menschen, die „vom System abgehängt sind“, und die es wirklich gibt, sind nicht die Leute, die auf die Straße gehen und herumbrüllen.

Also wer ist es dann? Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Fatalisten? Fantasten? Selbsthasser? Fremdenhasser? Ausgewiesene Egoisten? Sie selbst meinen ja, mit Recht „Wutbürger“ sein zu dürfen, und sie alle haben ihr Lieblingsfeindbild. Ob „Wutbürger“, „besorgte Bürger“ oder „Abgehängte“: Es sind Menschen, die in kleinen, „eingemachten“ Welten leben und denen das Große und Ganze wurscht ist, solange sie ihren Unmut äußern können.

Und worum geht es? Um den nackten Egoismus, die eigene Meinung durchzusetzen. Und ich kann ihnen sagen: Manche verwenden dabei Engelszungen, andere Teufelskrallen. Nur im Hirn sind sie alle gleich: Die eigene, fanatische Denkweise zählt mehr als die Vernunft.

Kindergeld an alle Berechtigten zu zahlen ist gerecht

Ach, wie schlimm: Deutschland zahlt Kindergeld. Wieso das angeblich schlimm ist? Weil Deutschland das Kindergeld an Ausländer zahlte – genau genommen auf ausländische Konten.

Wie ich hörte, zahlt Deutschland insgesamt etwa „jährlich mehr als 30 Milliarden Kindergeld aus.“ Ins Ausland wurden 2017 davon 343 Millionen Euro überwiesen.

Das bedeutet nun keinesfalls, dass die Kinder „im Ausland leben“, denn (Zitat).

Die allermeisten Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft, für die Kindergeld gezahlt wird, leben in Deutschland. So wurde 2017 für 588.000 türkische Kinder in Deutschland Kindergeld gezahlt, für 155.000 polnische und für 110.000 rumänische Kinder.


Und nun wäre natürlich die Frage: Könnte Deutschland nicht weniger Kindergeld an „Ausländer“ zahlen, deren Kinder im Ausland leben?

Da wäre nun einzuwenden, dass Deutschland nicht nur wegen lukrativer Arbeitsplätze von vielen wirklichen und sogenannten Ausländern gewählt wird, sondern auch, weil hier das beinahe höchste Kindergeld in der EU gezahlt wird. (Noch höher ist das Kindergeld nur in Luxemburg). Das wollen Deutsche natürlich nicht wahrhaben. Nicht nur, aber auch, weil die Familienverbände versuchen, durch Lobbyarbeit kinderlose Bürger und Paare gegen Familien auszuspielen und immer mehr Geld (oder weniger Steuern) für Familien fordern.

Und was sagt uns das?

Im Grunde wird einmal mehr eine neue Neid-Diskussion angezettelt.

Das Leben des Deutschen, der hier lebt und arbeitet, wie auch das Leben eines Ausländers, der hier lebt und arbeitet, wird von Abgaben an den Staat und von Zuwendungen des Staates bestimmt. Und schon deshalb ist es völlig absurd, einen Keil zwischen „Deutsche“ und „Ausländer“ zu treiben.

Quellen: Süddeutsche. Zitat aus rnd news