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Armes Deutschland – sind Deutsche noch zu retten?

Die AfD ist zweitstärkste Partei – wenn man Umfragen glauben darf. Sollte dies auch Realität ein, ist Deutschland in akuter Gefahr: gesellschaftlich, wirtschaftlich und intellektuell.

Wie kann es nur sein, dass die Nachfahren der Willkürherrscher, auch Adel genannt, retro-bürgerliche Kreise, wirtschaftliche Fantasten, Loser und Neo-Nazis, Fremdenhasser, Judenhasser und Islamhasser sowie Nicht-Gönner und Nicht-Könner in der Wählergunst so weit oben stehen?

Weil Deutsche inzwischen meschugge sind? Weil sie aus der Geschichte nichts gelernt haben? Ich höre oft den Satz, sie seien „vom System abgehängt“. Doch Menschen, die „vom System abgehängt sind“, und die es wirklich gibt, sind nicht die Leute, die auf die Straße gehen und herumbrüllen.

Also wer ist es dann? Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Fatalisten? Fantasten? Selbsthasser? Fremdenhasser? Ausgewiesene Egoisten? Sie selbst meinen ja, mit Recht „Wutbürger“ sein zu dürfen, und sie alle haben ihr Lieblingsfeindbild. Ob „Wutbürger“, „besorgte Bürger“ oder „Abgehängte“: Es sind Menschen, die in kleinen, „eingemachten“ Welten leben und denen das Große und Ganze wurscht ist, solange sie ihren Unmut äußern können.

Und worum geht es? Um den nackten Egoismus, die eigene Meinung durchzusetzen. Und ich kann ihnen sagen: Manche verwenden dabei Engelszungen, andere Teufelskrallen. Nur im Hirn sind sie alle gleich: Die eigene, fanatische Denkweise zählt mehr als die Vernunft.

Kindergeld an alle Berechtigten zu zahlen ist gerecht

Ach, wie schlimm: Deutschland zahlt Kindergeld. Wieso das angeblich schlimm ist? Weil Deutschland das Kindergeld an Ausländer zahlte – genau genommen auf ausländische Konten.

Wie ich hörte, zahlt Deutschland insgesamt etwa „jährlich mehr als 30 Milliarden Kindergeld aus.“ Ins Ausland wurden 2017 davon 343 Millionen Euro überwiesen.

Das bedeutet nun keinesfalls, dass die Kinder „im Ausland leben“, denn (Zitat).

Die allermeisten Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft, für die Kindergeld gezahlt wird, leben in Deutschland. So wurde 2017 für 588.000 türkische Kinder in Deutschland Kindergeld gezahlt, für 155.000 polnische und für 110.000 rumänische Kinder.


Und nun wäre natürlich die Frage: Könnte Deutschland nicht weniger Kindergeld an „Ausländer“ zahlen, deren Kinder im Ausland leben?

Da wäre nun einzuwenden, dass Deutschland nicht nur wegen lukrativer Arbeitsplätze von vielen wirklichen und sogenannten Ausländern gewählt wird, sondern auch, weil hier das beinahe höchste Kindergeld in der EU gezahlt wird. (Noch höher ist das Kindergeld nur in Luxemburg). Das wollen Deutsche natürlich nicht wahrhaben. Nicht nur, aber auch, weil die Familienverbände versuchen, durch Lobbyarbeit kinderlose Bürger und Paare gegen Familien auszuspielen und immer mehr Geld (oder weniger Steuern) für Familien fordern.

Und was sagt uns das?

Im Grunde wird einmal mehr eine neue Neid-Diskussion angezettelt.

Das Leben des Deutschen, der hier lebt und arbeitet, wie auch das Leben eines Ausländers, der hier lebt und arbeitet, wird von Abgaben an den Staat und von Zuwendungen des Staates bestimmt. Und schon deshalb ist es völlig absurd, einen Keil zwischen „Deutsche“ und „Ausländer“ zu treiben.

Quellen: Süddeutsche. Zitat aus rnd news