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Tief durchatmen … die Kritik an den, was nach der Wahl geschah

CDU verliert erbärmlich und zeigt sich als nicht lernfähig

Die CDU hat erbärmlich verloren, auch wenn sie stärkste Partei blieb. Doch wer gestern Frau von der Leyen sah, der muss wohl zwangsläufig denken: Und jetzt macht die Union genau so weiter. Mit null Zukunft in der Tasche und dürftigen Durchhalteparolen für eine sichtliche angeschlagene Kanzlerin. Vor allem über ihre Nachfolge sollte die Union nachdenken – nicht wegen ihrer bisherigen Politik, sondern weil sie keine begeisternden Ziele für die Zukunft vermitteln kann. Und, wie sich zeigte: Das kann niemand aus der CDU mehr.

SPD geht den richtigen Weg: In der Opposition wachsen

Die SPD geht in die Opposition – und hoffentlich bleibt es dabei. Denn sie ist gut beraten, sich in der Opposition zu festigen oder gar wieder auf neue Höhen zu kommen. Ob Frau Nahles ein Publikumsmagnet wird? Ob Herr Schulz je einer war? Das ist wirklich inzwischen zweifelhaft. Außer um Personal geht es aber um Themen: Die „soziale Gerechtigkeit“ ist ein Possenstück. Man gewinnt damit weder die Wähler, die man gerne hätte, also sozial engagierte Menschen in der Mitte der Gesellschaft, noch die ewig Unzufriedene, die sich stets am linken oder rechten Rand bedienen. Das Thema taugt einfach nichts.

AfD - keine Zukunft für Deutschland - und dies konsequent

Null Zukunft, dafür ein Haufen alter Müll wird von der AfD kommen, auch das ging aus den Eigenaussagen der Partei gestern hervor. Die Partei schaut nach rückwärts – in jeder Beziehung. Man will Frau Merkel „jagen“ oder „bestrafen“ – wie dumm ist denn das? Von Zukunft keine Spur … und das Deutschland, das diese Leute im Kopf haben, gibt es schon lange nicht mehr. Wo ist das Deutschland der Zukunft? Bei der AfD finde ich nicht die Spur davon.

FDP - nach dem grandiosen Sieg ins Abseits schwätzen?

Die FDP siegte grandios – zeigte sich hernach aber nicht wirklich als kompetenter und agiler Wahlgewinner, der politische Ziele durchsetzen will. Der dümmliche Zoff mit der Sozialdemokratie darüber, ob Regierung oder Opposition staatsragender ist, hatte Kindergarten-Niveau. Kein Wunder, wenn wieder Zitate für die Heute-Show gefallen sein könnten. FDP - beweist, dass ihr wirklich den Fortschritt nach Deutschland bringt – „rausschwätzen“ können alle. Das ist weder neu noch positiv. Vor allem Wolfgang Kubicki enttäuschte in der gestrigen Talkshow auf der ganzen Linie. Wer mitregieren will, etwa in einer Jamaikakoalition, muss seine Worte sorgfältiger wählen.

Links bleibt ideologisch starr - Zukunft sieht anders aus

Die Linke wirkt, wie immer, auch nach der Wahl etwas hölzern. Sie ist dabei, den Osten zu verlieren und an die AfD abzugeben. Die Ideologie steht im Vordergrund, und ihr Programm ist teuer und unrealistisch. Aber das hat die Wähler ja früher auch nicht gestört. Wie die Partei die Zukunft meistern will? Ihr fehlt jegliche Wirtschaftskompetenz, also das, was Deutschland als Staat und Gesellschaft in Wahrheit trägt.

Grün - eine Überraschung und ein kompetenter Mann

Grün hat besser abgeschnitten, als man jemals dachte. Und Cem Özdemir wirkte überzeugender und souveräner als jemals zuvor. Er passt auch bestens in eine neue Regierung. Natürlich ist die Frage, wie die CSU und die grüne Partei einander jemals „grün“ werden wollen. Man darf gespannt sein – Grün wäre im Grunde die ideale Ergänzung, um der alten Dame CDU wieder Zukunft einzuhauchen. Doch ob „Jamaika“ klappen wird?

Störfaktor CSU - es wird Zeit, den Bayern zu sagen, dass sie zu Deutschland gehören

Fehlt noch die CSU – sie muss endlich wieder „zurück nach Deutschland“ kommen mit ihrer aufgesetzten Bayern-Ideologie, die zwar volkstümlich, aber nicht wirklich deutsch ist. Früher oder später werden dies auch "gestandene" Bayern merken, wie ich hoffe.

Es geht um Deutschlands Zukunft

Was wirklich wichtig ist? Liberale, humanistische, Deutsche und europäische Werte zu schöpfen und in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei muss die Ökonomie der Zukunft Vorrang haben – und das wird ökologisch vertretbar sein, denn je mehr wir die Zukunft vorantreiben, umso weniger nicht-erneuerbare Ressourcen werden wir verbrauchen.

CDU sollte nachdenken

Der Merkel-Bonus hat der CDU nicht geholfen. In Zukunft wird sich die CDU als konservative, gleichwohl aber auch moderne Volkspartei neu aufstellen müssen. Dazu wird die CDU nach Themen suchen müssen – sie liegen nicht auf der Straße, und auch falls sie auf der Straße liegen sollten, können sie ungeeignet sein. Oder wie Roman Herzog einst sagte: "Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen“ – und der muss eben auch durch die CDU gehen. Ob Frau Merkel das noch schaffen wird? Ich halte es für fragwürdig. Die CDU braucht neue Leute in der Führungsspitze.

Wählen Deutsche konservativ, weil sie verunsichert sind?

Eine Studie macht derzeit die Runde: die „Rheingold-Studie“. Sie zeichnet sich durch extrem wenig Teilnehmer und einen hohen psychologischen Anspruch aus. Ob er gerechtfertigt ist, kann uns allerdings niemand sagen – die Presse jedenfalls verbreitet die Meinung des Instituts überall.

Doch was sagt uns die Studie? Im Grunde dies: Deutsche wollen keine Experimente, sndern noch einige Jahre in vollen Zügen genießen, dass alles so „schön“ bleibt, wie es ist. Oder in den eigenen Worten des Studienleiters:


(Deutsche) …. haben ihre Welt aufgespalten in ein privates Auenland, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen, und in ein äußeres Grauenland: eine komplexe und furchterregende Welt.


Wer diese Welt erhalten will, also „alles genießen, wie es ist, bevor der Ärger losgeht“, der wählt – konservativ. Das taten die Deutschen schon 1957, als die Welt sich mitten im Kalten Krieg befand. An den Litfaßsäulen hing das strenge Gesicht des greisen Konrad Adenauer, der von den meisten Bürgern der damaligen Zeit als Garant für den nach und nach aufkommenden Wohlstand angesehen wurde, von dem damals übrigens viel weniger Menschen profitierten als heute. Neben dem Kernspruch „Keine Experimente“, mit dem die CDU offiziell warb, lief im Hintergrund eine Hetzkampagne gegen die Sozialdemokratie. Adenauer sagte beispielsweise.

Wir sind fest entschlossen, dass die SPD niemals an die Macht kommt … nicht aus parteipolitischem Hass, sondern weil wir glauben, dass mit einem Sieg der Sozialdemokratischen Partei der Untergang Deutschlands verknüpft ist.“


Die SPD hingegen wies auf die Risiken adenauerscher Politik hin und zeigte die Furcht vor der Atombombe auf Plakaten. Der Kampf zwischen dem einlullenden „Alles ist gut“ der CDU und dem reißerischen „Alles ist falsch“ der SPD ging übrigens zugunsten von Adenauer aus.

Heute ist die Situation etwas anders: CDU und SPD gleichen sich in vielen Fragen, der Sieg der SPD wäre nicht der Untergang Deutschlands und die internationalen Bedrohungen sind zwar erneut vorhanden, aber nicht aktuell relevant.

Und dennoch – wenn das Volk verängstigt ist, dann wählen die im Herzen konservativen Bürger eben die CDU, die Hassbürger die neue Rechte und die Übrigen die Partei, die ihnen irgendwie nahesteht oder schon immer nahestand.

(Die CDU/CSU erhielt damals 50,2 Prozent, die SPD 31.8 Prozent und die FDP 7,7 Prozent. Ins Parlament zog durch Direktmandate auch noch die DP).

Die Auto-Republik und der Beitrag von CDU/CSU, SPD und Grünen

Die Auto-Republik zeigt normalerweise ihr freundliches Gesicht und schmeichelt uns, weil alle davon profitieren. Dis ist vor alle, auf die CDU/CSU zurückzuführen, die von der Autolobby ständig politisch „beraten“ wird. Doch auch die andere Partei, die an die Regierung will (und in der Koalition noch dort ist), hat Interesse an der Auto-Republik. Bei der SPD sind es die Gewerkschaften, die um Arbeitsplätze fürchten und deshalb ebenfalls darauf drängen, dass alles in der deutschen Automobilindustrie so bleibt, wie es immer war: erst das Auto, dann der Mensch.

Ach, und die Grünen? Wer regiert denn im Autoland Baden-Württemberg? Corrective Org spricht von den "Baden-Württemberg-Connection" - auch als "Spätzle-Connection" bekannt.

Wie es scheint, ist es aussichtslos, in Deutschland vernünftig über Autos zu reden. Die traurige Wahrheit könnte sein: Wir wählen alle Automobilkonzerne, egal, was wir wählen. Und das ist ziemlich schade. Es macht alle wütend, die sich ohnmächtig fühlen, es bestärkt jene, die ohnehin an die teuflische Wirkung des Kapitalismus glauben und es ist einfach frustrierend für alle, die optimistisch in die Zukunft Deutschland schauen wollen.

Frau Merkel und die Pfiffe im Osten

Wie es scheint, reisen Anti-Merkel-Touristen in der Verkleidung der Biedermänner der Kanzlerin nach, um Veranstaltungen zu stören. Das ist nicht nur unfein, sondern schadet auch der Demokratie. Wie ergeht es den Menschen, die hören wollen, was Frau Merkel zu sagen hat? Lesen Sie dazu einen Bericht in der ZEIT.