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Nie wieder FDP – die Generalsekretärin und der Diesel

Liberal zu sein heißt nicht, FDP zu wählen
Man kann über den Diesel dieser und jener Meinung sein. Da ist legitim. Ob es auch legitim ist, den VW-Chef Matthias Müller als "Diesel-Judas" zu beschimpfen, ist eine Frage des guten Geschmacks, von dem die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer offenbar nicht viel hält.

Dabei soll Frau Beer am Mittwoch auf dem Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben haben:

Frage an den Diesel-Judas: Was tragen Sie denn dazu bei, damit neue Technologien und emissionsfreie Kraftstoffe schneller kommen? Oder nur Abgreifen von noch mehr Subventionen?


Dabei ist das Rezept von Müller gar nicht schlecht: Die Subventionen für Dieselkraftstoff sollen fallen – das wäre in der Tat eine gute Lösung - und mithin längst überfällig.

Die Preisfrage ist allerdings: Welches Interesse haben eigentlich FDP-Politiker am Diesel und warum? Und diese Frage bleibt nun wirklich offen.

Nie wieder FDP – ich bleibe dabei.

Zitatenquelle: WELT

Einen Heidenrespekt – vor wem?

Einen Heidenrespekt (1) habe er, Winfried Kretschmann, vor der Leistung der Ingenieure, die in der Automobilindustrie arbeiten.

Den habe ich auch. Aber ich verachte dennoch die Manager und Politiker, die jetzt weiterdieseln, als wäre nichts geschehen.

Und der Herr Kretschmann, der einstieg Sympathieträger der Grünen? Er rät den Grünen und dem Volk „dringend, ein bisschen von der Zinne runter zu kommen“, sonst „verharkten sie sich zu sehr in der Vergangenheit.“

Fragt sich, wer hier der Mann der Vergangenheit ist, der sich da verharkt. Es wäre besser, wenn Herr Kretschmann (und mancher Manager) die Zukunft der Automobilindustrie im Auge haben würde – und die ist nicht gesichert, wenn alles so bleibt, wie es ist. Und die „Grünen“? Ach du liebes bisschen. Die Partei soll jetzt „Klimaschutzpartei“ sein, aber offenbar nicht die Partei der Leute, die jetzt unmittelbar betroffen sind. Wie man das mit dem abwiegelnden Kretschmann, dem geschwätzigen Cem Özdemir, der profillosen Katrin Göring-Eckardt und lauter wenig bürgernahen Themen die Wahl gewinnen will, weiß eigentlich niemand so recht. Und dabei ergibt sich natürlich auch eine andere Frage: Wer will die Grünen eigentlich überhaupt noch, wenn Grün selbst nicht weiß, wohin der Weg gehen soll?

(1) Zitiert nach "DIE ZEIT.

Diesel – kein gutes Beispiel für glaubwürdige Politik

Die Wirtschaftspresse wird – ebenso wie die CDU-nahen Medien, heute bejubeln, was da gestern auf dem Diesel-Gipfelchen beschlossen wurde.

Die Automobilindustrie hat gesiegt, und mit ihr die Konservativen, die Opportunisten und nicht zuletzt die Gewerkschaftler, deren Anteil an der Autolobby immer wieder heruntergespielt wird.

Klar gibt man sich seitens der Automobilindustrie geknickt – das macht sich gut. Man hat ja auch wenig verloren, und was man meint, das sagt man auch gleich deutlich (Zitat PM):

Die Automobilindustrie ist sich mit der Politik einig in dem Ziel, die Luftqualität weiter zu verbessern. Fahrverbote können und müssen in Deutschland vermieden werden.


Bringen soll das Wunder ein „Softwareupdate“, und nach wie vor wird ausgeschlossen, auch die Hardware (also den Motor selbst) zu verändern. Schon merkwürdig, wie CDU, CSU, SPD und sogar ein grüner Ministerpräsident dabei dem Volk Sand in die Augen streuten: Was da beschlossen wurde, ist ein bisschen Vergangenheitsbewältigung, aber keine Zukunftsplanung. Die Politik hat die Chance nicht genutzt, härtere und sinnvollere Forderungen durchzusetzen, sondern hat vor der Automobilindustrie kapituliert.

Verbraucherschützer einerseits und Umweltschützer andererseits ziehen betreten den Kopf ein: die Umweltschützer, weil ganz und gar nichts an Zukunftsplanung beim Gipfel herauskam, und die Verbraucherschützer, weil die Unternehmen fein raus sind: Entschädigungen für Diesel-Kunden sind nicht vorgesehen.

Und der Bürger? Ihm wurde erneuet ein Musterbeispiel dafür gegeben, dass seine Interessen kaum noch eine Rolle spielen – ober er nun „Diesel“, „Otto“ oder Fahrrad fährt.

Hinweis: Eine betont scharfe Kritik kam von der "Deutschen Welle".

Diesel

Es liegt nicht an der Technologie des Dieselmotors und nicht an deutschem Know-how, das verloren geht, wenn der „Diesel“ in Städten vielleicht nicht mehr benutzt werden darf. Es liegt an der Allianz zwischen Automobilbauern, Gewerkschaften und Politikern, die unter dem Schlüsselwort „Arbeitsplätze“ alles taten, um zu verschleiern, dass die Schadstoffe im Dieselmotor nicht so weit reduziert wurden, wie es technisch möglich wäre.

Natürlich könnte man … ja man könnte den Diesel noch schadstoffärmer bauen, als es die neue Euro-6-Diesel-Norm vorschreibt – die Technologie ist vorhanden. Und man könnte Diesel-PKW höher besteuern – dann würde sich das Problem vermutlich sehr schnell von selber lösen.

Ich prognostiziere mal: Nichts dergleichen wird geschehen. Schon taucht ein Herr Seehofer auf, der „Diesel-PKW mit Steuervergünstigungen“ stützen will. Und andere werden mit ähnlichen Vorschlägen folgen. Und – was beinahe noch empörender ist – schon melden sich die Gewerkschaftler, die ins gleiche Horn blasen wie die Automobilindustrie..

Es mag ja sein, dass sich einzelne Diesel ein wenig „nachstellen“ lassen und man damit die Emission reduziert. Aber damit ist das Problem nicht gelöst. Sinnvoller wäre in jedem Fall, private Diesel-Fahrzeuge ganz aus den Großstätten zu verbannen – auch wenn es einige Bürger hart treffen mag. Die meisten aber würden aufatmen.

Und gerade um jene geht es – Menschen, die in der Stadt leben und arbeiten und täglich unter der schlechten Luft leiden. Das Argument der „Arbeitsplätze“ zieht nicht mehr – denn die Arbeitsplätze fallen langfristig nicht weg, weil der „Diesel diffamiert“ wird, sondern weil die Automobilbranche nicht aus sich heraus innovativ wird und alle technischen Möglichkeiten nutzt, schadstoffarme Motoren zu produzieren.

Und - ja, ja, die Hälfte der deutschen Werkzeugmaschinenbranche mag ja derzeit am „Verbrennungsantrieb“ hängen – aber das bleibt nicht so, denn Innovationen machen vor niemandem halt. Und vermutlich werden in zehn Jahren die Betriebe die Nase vorn haben, die rechtzeitig auf neue Technologien und Verfahren umgestellt haben.

Dieseln tut not?

Die Wirtschaft“ hat es sich in der Vergangenheit beim "Diesel" leicht gemacht, und nun, da es um die Gesundheit der Bürger Großstädten München und Stuttgart geht, weint sie Krokodilstränen, falls es zu einem „Dieselverbot“ kommen würde.

Dabei wäre es nun wirklich sinnvoll, wenn im Stadtgebiet München nur noch Lieferfahrzeuge und einige andere, für die Versorgung und die Dienstleistungen, den Nahverkehr und die Rettungsdienste unbedingt nötige Fahrzeuge dieseln dürften. Und wenn der privat genutzte Diesel einige Tag im Jahr in der Garage sehen bleiben muss? Dann bricht die Wirtschaft noch lange nicht zusammen, und auch die „vielen Pendler“ könnten durchaus Wege finden, das Verkehrsmittel zu wechslen.

Doch da gib es Leute, die ganz offensichtlich andere Meinung sind. Sie fühlen sich werde betroffen noch bieten sie Alternativen an, sondern sagen mit bedrohlichem Unterton: (Zitat „WELT“)

Ein Drittel der oberbayerischen und die Hälfte der Münchner Handwerksbetriebe wären in ihrer Existenz bedroht, sagte der Sprecher der Handwerkskammer München und Oberbayern, Jens Christopher Ulrich. Das Dieselverbot wäre «eine Katastrophe».

Für wenn reden diese Leute eigentlich? Natürlich wäre das Dieselverbot eine „Katastrophe“ für die Pkw-Hersteller, die weiter vom Diesel träumen. Aber für viele Handwerker und ortsnahe Lieferdienste gäbe es längst Elektrofahrzeuge. Und den Handwerkern, derzeit bestens beschäftigt und nicht gerad am Hungertuch nagend, wäre zuzumuten, ihre Flotten wenigstens mittelfristig auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

Doch was tun sie stattdessen? Lamentieren. Und das ist offenbar etwas, das sie als positiven Beitrag zum Gesundheitsschutz der Bürger ansehen.