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Wer schreibt gratis für Sie?

sehpferd - schreibt im Januar 2018 gratis
Gratis Artikel von Gebhard Roese, aka Sehpferd aka Wortwechsler? Der Mann verschenkt doch nichts!

Das sagen vielleicht meine Kollegen.

Und ich sage: Ich schreibe für Sie bis zu 300 Wörter – absolut kostenfrei. Allerdings unter folgender Bedingung:

1. Sie schenken mir einen zündenden Gedanken. Ich erfinde einen zweiten Gedanken hinzu kombiniere beides miteinander in ungefähr 300 Wörtern.
2. Dann veröffentlichen Sie es mit einem Link auf meine Autoren-Webseite. Sollten Sie es nicht gebrauchen können, veröffentliche ich es selber.
3. Es darf sich nicht um ein käufliches Produkt oder eine käufliche Dienstleistung handeln.
4. Es darf nicht extremistisch sein, weder von links noch von rechts.
5. Und es muss legal sein.

Ich tausche also Ihre Gedanken gegen meine Worte. Damit mache ich einem meiner Web-Namen alle Ehre: Wortwechsler.

Und ist es kostenlos? Ja, es ist kostenlos für Sie. Sie zahlen null Cent, egal, ob Sie’s nehmen oder ablehnen.

Die Aktion beginn sofort und endet am 31. Januar 2018.


Am Weihnachtsabend tanzen die Puppen

Die himmlischen Herrscharen waren pünktlich zur Stelle
Mag sein, dass ich sie langweile. Ich will von Weihnachten reden – das tut ja nun fast jeder – Kinder und Erwachsene, Schenker und Beschenkte, Pfarrer und sogar Huren.

Und auch die himmlischen Heerscharen schwirren wieder durch die Luft – an diesem Morgen war es allerdings eine Unzahl von Krähen. Das Fernsehen zeigt Kitschigem ohne Ende, mal solche, in denen just am Heiligen Abend ein Kind geboren wird, mal solche, bei denen das Schmalz auch ohne Kind aus den Bildschirmecken trieft.

Da kommt der Weihnachtsmann um die Ecke, der olle Chlaus oder Santa, und natürlich auch die Lucia, die eigentlich keine Schwester des Christkinds ist, aber doch so daherkommt.

Wenn es denn soweit ist, dann erinnere ich mich an eine Geschichte, an die ich mich kaum noch vollständig erinnere, aus der aber diese Zeilen haften blieben:

Wihnachenobend
denn goht wie no boben,
denn pingelt de Klocken,
denn danzt de Poppen,
denn piept de Müs‘
in Grooßvadder sien Hüs‘.


Inzwischen habe ich erfahren, dass ein gewisser Rudolf Kinau dafür verantwortlich zeichnete – ich bin mir aber nicht sicher, ob die dazugehörige Geschichte auch aus seiner Feder stammt.

Was ist nun an diesem „Weihnachtsabend“?

Wir gehen nach oben - Denn goht wie no boben

Nein, nicht dahin, wo Sie denken. Der „Herr der Herrlichkeit“ ist gar nicht gefragt. Unsere Gedanken gehen nach oben, durchforsten das Oberstübchen, und wir erinnern uns an Ernstes, Lustiges, Sinnliches und Peinliches.

Und die Glocken klingen an - Dann pingelt die Klocken

Ich bin mit Musik aufgewachsen – schrille Stimmen aus Superhet-Emfpänger oder Musiktruhen. Da klirrten die Glocken mit großem Faktor, da schrien die weiblichen Stimmen erbärmliche Sirenentöne heraus. Es ist ein Wunder, dass ich später Gefallen an sogenannter „Klassischer“ Musik fand.

Und die Puppen tanzen - Dann danzt die Poppen

Weihnachten werden die Puppen lebendig. Und die Kuscheltiere, nicht zu vergessen. Manchmal ist es besser, von ihnen zu träumen, aber vielleicht war auch eine dabei, an deren mildes Gesicht voller Liebreiz und Reinheit wir uns erinnern. Und: Weihnachten hat immer auch etwas Erotisches. Selbst die Missionare haben uns das nicht ausgetrieben.

Die Mahnung der Mäuse - Dann piept de Müs

Lasst sie mal piepen – sie versuchen immer wieder, uns zu erinnern , dass wir besser sein könnten, liebevoller und dankbarer. Doch wenn wir gut waren und alles gegeben haben, um glücklich zu werden und andere glücklich zu machen – dann konnten wir eben nicht mehr tun.

Ach, verschließen wir den Dachboden doch wieder – spätestens nach den Raunächten. Nichts ist interessanter als das Heute. Und die 12 „Wiehen Nachten“? Am 6. Januar verschwinden die Engel und die Teufel, die Dämonen und Verführer(innen). Und solange – können wir eigentlich mal denken, was wir wirklich wollen, nicht wahr?

Kapazität für November erschöpft

Vielleicht wissen Sie das gar nicht: Ich kann auch richtig schön.

Dann schreibe ich für Sie die Welt viel bunter, als sie ist. Und dann texte ich für Sie schöne Wahrheiten. Und manchmal erkläre ich für Ihre Kunden ziemlich komplizierte Sachverhalte auf sehr einfache Weise.

Normalerweise tue ich das gerne. Aber im November ist meine Kapazität bereits voll ausgelastet.

Haben Sie noch etwas vor in diesem Jahr? Ein Projekt, bei dem Sie einen Spezialisten benötigen? Dann sagen sie es mir jetzt. Der Dezember ist ja noch ziemlich frei.

Deal mit mir gefällig?

Guten Tag,

Mein Name ist Gebhard Roese, und ich würde gerne etwas für Sie schreiben … das ist neu, nicht wahr? Aber es ist die Wahrheit. Ich habe derzeit Lust, etwas für Sie zu verfassen, und ich werde es tun, wenn Sie mir einen fairen Deal vorschlagen.

Ich schreibe eigentlich über fast alles außer Sport und für fast alle außer für Rechts- oder Linksextremisten.

Interessant mag auch mein Umschreibservice für Sie sein. Ihn zu nutzen, bedeutet, nahezu jeden beliebigen Text in einen anderen umschreiben zu lassen, um ihn dabei zu kürzen, zu verlängern oder sonst wie zu verändern.

Schreiben Sie mir … ich habe Lust darauf, mir Aufgaben stellen zu lassen.

Ihr Gebhard Roese




Und immer wieder: Ach schreiben Sie doch für einen Cent

Manche Contentschreiber sind so dusselig, für einen Cent pro Wort zu schreiben. Das bedeutet beispielsweise, für einen Blogbeitrag drei Euro zu bekommen. Und manche dieser Pseudo-Texter konkurrieren noch darum, diesen Cent zu verdienen.

Gute Texte für gutes Geld

Ich kenne mindestens drei Seiten – die Suche nach guten Autoren, die innovative Texte schreiben können. Die wollen richtig Geld, und das sollen sie auch bekommen – nur leider nicht von mir, weil ich es mir nicht leisten kann. Diejenigen, die Content suchen, haben aber zumeist Geld im Überfluss.

Abgekupferte Texte von Schreibhuren?

Dann die Seite des Webseitenbetreibers, dem „sorgfältig recherchierte, niveauvolle Fremdbeiträge“ angeboten werden. Die sind nicht einmal schlecht gestaltet, weil sie aus Zeitungsartikeln „umgeschrieben“ wurden. Ich finde: Ein Cent pro Wort ist auch dafür ein Hungerlohn – am schlimmsten ist aber, dass man sich damit zur Schreibhure macht. Die Verlierer ist der Contentschreiber, der dafür seine drei Euro kassiert, der Gewinner der Webseitenbetreiber, der dafür Beträge von ungefähr 50 Euro erhält, wobei auch noch Content-Vermittler und Werbeagenturen mitverdienen.

Original-Content nicht unter sechs Cent - und das ist ein Hungerlohn

Die dritte Seite ist der Contentschreiber selbst. Original-Content fällt nicht vom Himmel und muss zumeist sorgfältige recherchiert oder nachrecherchiert werden. Dafür benötigen Sie ungefähr eine Stunde pro Artikel, wenn Sie Glück haben, oft aber wesentlich länger. Und in der Stunde wollen Sie wenigstens 25 Euro verdienen, damit es sich halbwegs lohnt – das ist ungefähr die Hälfte dessen, was ein Malermeister im Osten berechnen würde). Solche Einkommen bedingen einen Preis von wenigstens sechs Cent pro Wort, und wenn Sie auf die Recherche verzichten, auch mal vier Cent.

Bei einem Cent geht es nicht. Dann sind ein Euro hundert Wörter, und um auf 100 Euro pro Tag zu kommen, müssen Sie also 10.000 Wörter pro Tag produzieren – Tag für Tag. Und um dem Fass noch den Boden herauszuhauen, werden Beispielrechnungen veröffentlicht, dass man durchaus 40 Euro pro Stunde verdienen kann, weil 2.000 Wörter zu zwei Cent ja ein Klacks sind.

Wenn Sie so etwas das eine Weile getan haben, landen Sie vermutlich in der Klapse. Oder Sie entschließen sich, endlich einen anständigen Beruf zu ergreifen. Auf Dauer schreibt niemand vernünftige, vielleicht gar noch wirksame und sinnvolle Texte, wenn er gezwungen ist, 2.000 Wörter pro Stunde zu schreiben – und dies jede Stunde.

Was eigentlich bezahlt werden müsste?

Bei sehr aufwendigen Projekten müssen normalerweise Stundensätze bezahlt werden, und nicht die popeligen 25 Euro, die ich angesetzt habe, sondern gegen 50 Euro Minimum. Da geistige Arbeit normalerweise einen höheren Lohn bedingt als manuelle Arbeit, ist auch dies an sich noch viel zu wenig.(Laut Fachverband Freier Werbetexter sogar noch mehr). Aus meiner Sicht ist ein Betrag von sechs Cent pro Wort angemessen, doch werden auch deutlich höhere Honorare pro Wort angegeben (10 bis 12 Cent).

Wie ich schon sagte – niemand sollte für den berühmten „einen Cent“ schreiben, und in der Tat wird niemand dazu gezwungen.

Hinweis in eignener Sache: Ich selbst bin nicht mehr betroffen, weil ich nur zu meinen Bedingungen oder zum ausgehandelten Preis schreibe oder gar nicht. Und falls es mir Freude bereitet, schreibe ich sogar hin und wieder kostenlos, denn es gibt sinnvolle Projekte, die nicht einmal den einen Cent zahlen können.

Satirisch bei Papillon.
Fakten bei fastbill.