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Etwas mehr Anerkennung wäre nicht übel

Lasst mich zuerst sagen: Ich handele nicht mit Emotionen. Manchmal handele ich mit Worten. Du kannst sie kaufen, und ich könnte wirklich noch den einen oder anderen Kunden gebrauchen.

Doch hier soll vom nichtkommerziellen Teil meines Handelns die Rede sein. Sondern von der Liebe zur Wahrheit, von dem Wunsch, sie zu verbreiten und der Möglichkeit, den Irrglauben möglichst einzudämmen.

Ich gebe viel und bekomme wenig zurück

Meine Meinung ist: Ich gebe viel. Manchmal denke ich: Ich gebe zu viel. Und ich tröste mich damit, dass ich meine Kenntnis, meine Kraft und Energie wenigstens nicht an Herrn Zuckerberg verschwende.

Und obwohl ich nicht mit Emotionen handele, denke ich doch, dass ich gelegentlich mehr Würdigung genießen möchte. Ich betreibe dieses Blog allein, ohne ein „Team im Hintergrund“ und ohne Werbung.

Das Universum gibt nichts zurück - und Institutionen auch nicht

Ich las gerade, dass eine Person, die etwas esoterisch veranlagt ist, dafür sorgen will, dass die Kräfte, die sie an die Menschheit (und damit auch an das Universum) verschenkt hat, wieder zurückholen will. Aber ich in nicht die Person, die glaubt, dass unser Universum, eine Institution oder gar die einzelnen Menschen, die ich unterstützt habe, jemals etwas zurückgeben. Die meisten saugen freiwillige Arbeit, sinnvollen Rat, verschenkte Emotionen, Liebe und noch mehr auf wie ein Schwamm.

Nun mal zum Schluss: Erstens halte ich meinen Geist und meine Emotionen am Laufen, indem ich schreibe. Zweitens habe ich ein internes Belohnungssystem. Und drittens täte mit ein bisschen Feedback auch noch gut. Muss mal gesagt werden, oder?

Bloggers Frust

Auch schön - aber das Sein besteht nicht nur aus der Wettervorhersage
Was bleibt gegen Ende des Tages?

Viel gelesen, viel recherchiert, viele Zusammenhänge hergestellt.

Dann etwas geschrieben – und vielleicht noch etwas.

Und am Ende des Tages?

Hoffen, dass davon ein wenig gelesen wird. Und wenn es gelesen wird, dann die Hoffnung, dass es auch verstanden wurde. Ja – und nehmen wir einmal an, dass es verstanden wurde – die Hoffnung, dass daraus etwas Positives entsteht.

Meist bleibt es bei der Hoffnung.

Warum ich nicht mit jedem und jeder zusammenarbeite

Zum vorausgegangenen Artikel über „kostenloses Schreiben“ weiß ich noch eine Anekdote. Als ich noch auf FACEBOOK war (ja, wirklich, da war ich mal) habe ich angeboten, etwas kostenlos zu schreiben, vorausgesetzt, dass die Seite nicht ausschließlich kommerziellen Zwecken dient.

Sofort erhielt ich einen „Auftrag“ (also nicht etwa eine Bitte) mir ein Blog anzusehen und dort etwas zu schreiben.

Die Seite war durch und durch reißerisch aufgemacht und nicht als kommerziell.

Als ich mich daraufhin weigerte, wurde ich scharf angegriffen.

Auf der andere Seite habe ich einmal einen Fotografen über XING gesucht, dem ich ausdrücklich kein Honorar in Aussicht gestellt habe, wenn er mir die Erlaubnis erteilt, ein oder zwei Bilder für einen Artikel über das Flirtverhalten zu veröffentlichen. Ich bot an, seinen Namen zu erwähnen (oder sein Buch, oder etwas in der Art).

Sofort fiel die gesamte Community über mich her, wie ich es wagen könnte, eine Leistung kostenlos zu „verlangen“. So in der Art von „Bittest du den Bäcker auch, dass er dir ein Brot umsonst gibt, wenn du ihn auf deinem Blog erwähnst?“

So – nun wisst ihr, warum ich immer etwas distanziert bin, wenn Leute versuchen, mich auszubeuten oder brotlose Dummbacken ihre Berufsehre verloren sehen, wenn sie etwas im Austausch geben sollen.

Und – tatsächlich kann ich auch „kommerziell“. Aber das basiert dann auf klaren Vereinbarungen – einer nimmt, der andere gibt.

Sehpferd sieht es - Sehpferd schreibt darüber

Sehpferd sieht es
Wenn Sehpferd etwas wirklich Interessantes sieht, was ihm gefällt, dann schreibt es auch darüber. Ohne dass ihr in den Geldsack greifen müsst.

Es kann ja sein, dass DU und ICH gemeinsame Interessen haben, etwas gemeinsam gerne sehen oder unsere Blogs sich mit ähnlichen Themen beschäftigen. Oder dass du etwas produzierst, was so unheimlich genial ist, dass es auch SEHPFERD lieben könnte.

Und dann heißt es: Sehpferd sieht es – und Sehpferd schreibt darüber. Und die Dinge, die dem Sehpferd wirklich gefallen – na, über die schreibt es auch positiv.

Frag nicht, was es kostet. Frag dich, was du anbieten kannst. Und NEIN, ich nehme keine „verdeckte Werbung“ aka Advertorials. Ich weiß, dass es viele „Influencer“ trotzdem tun.

Ich denke immer so: Wenn mir dein Produkt, dein Buch, deine Idee oder deine Dienstleistung gefällt, oder wenn etwas davon so interessant ist, dass es auch mich begeistert, dann ist alles OK.

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Liebe ist nicht erklärbar, auch nicht an exotischen Beispielen

Michael Steinbrecher, der Moderator des Nachtcafés, hatte sich viel vorgenommen. Die Sendung hieß „der Liebe eine Chance“. Um es gleich zu sagen: Der Titel klingt nach Boulevard und Redaktion und Moderator hätten sich darüber klar sein müssen. Man schwankte zwischen Tränendrüsengeschichten, Kitsch, Sensationslüsternheit und Trivialität. Und nicht einmal die Teilnehmer verstanden untereinander (man sah es an manchem Gesicht, wenn die Kamera schwenkte).

Hätte die Sendung überhaupt eine Chance gehabt?

Ich meine: nein. Über echte Gefühle zu schreiben und zu sprechen, fällt selbst Autoren und Autorinnen schwer. Das hat Gründe, die ich hier wirklich nicht näher erläutern will – ich würde zu viel Zeilen dafür benötigen. Nur so viel: Kommunikation ist ein Prozess, den nur wenige verstehen (wollen). Und ausgesprochene oder ausgeschriebene Gefühle stecken in Worthülsen, die schwer zu entkernen sind.

Triviales über die Liebe

Nachdem ich dies gesagt habe, was bleibt? Nur dies: Menschen verlieben sich gelegentlich. Manchmal glücklich, dann wieder unglücklich. Und warum sie das tun und wie sie das tun, wem sie damit nützen und wem schaden, ist ihnen in diesem Moment weitgehend scheißegal. Manchmal rettet uns die Liebe, mal stürzt sie uns ins Verderben.

Alle Beispiele extremer Liebessituationen sind – wie könnte es anders sein – eben extrem. Wer so etwas darstellt, wirkt eben wie ein Schaubudenbesitzer, der auf die Sensationslust des Publikums setzt.

Kann die Psychotherapie Liebe "erklären"?

Es ist ja nicht neu, dass sich Psychotherapeuten für die Interpretation von Liebesbeziehungen interessieren – und auch aus dieser Branche war jemand da. Was er sagte, klang seltsam flach, wie aus dem Lehrbuch.

Am Ende? Ich habe mehr Klischees gehört, als mir lieb waren. Und als ich eine Weile darüber nachgedacht habe, musste ich an die vielen Hundert (und mehr) Interpretationen der Liebe denken, die ich gelesen habe. Am Ende sagen sie alle etwas anderes aus – nur eine nicht: was Liebe für uns selbst ist, jetzt und hier. Und das erfahren wir auch nicht, wenn Worte aus Fernsehgesichter-Mündern quellen.

Übrigens haben die Extrem-Katholiken die Sendung gegeißelt. Mit ihren üblichen Methoden - niemand darf sein Leben selbst in die Hand nehmen - wäre je schrecklich, nicht wahr?