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Joy Fleming verstarb am gestrigen Mittwochabend



Die legendäre Sängerin des "Neckarbrücken-Blues ist tot.

Ich bedaure den Tod von Joy Fleming. Nicht nur, weil sie etwa mein Jahrgang ist, sondern vor allem, weil sie den Mut bewiesen hat, sich dem üblichen Schlagerbetrieb zu widersetzen. Sie war eine Sängerin mit packender Stimme, was man von den meisten deutschen Schlagerkehlchen nicht sagen kann, und sie hatte Mut und Rückgrat.

Unvergessen ist ihr „Neckarbrücken-Blues“ , den sie aus Verachtung für die Menschen sang, die 1972/1973 Sprengkammern in die Mannheimer Neckarbrücke einbauen wollten. Übrigens war es die FDP, die damals gegen diese Maßnahme protestierte.

Protest des FDP-Stadtverbandes Mannheim gegen den geplanten Einbau von Sprengkammern in die dortigen Neckarbrücken, 14. 06. 1973.


Bye, bye, Joy. Du hast alles richtig gemacht. Und deine Songs leben ohnehin weiter.

Musik von Merkel und Schulz

Musik von Merkel und Schulz - wer kennt sie?

Nicht alle Merkels heißen Angela, und nicht alle Schulz' heißen (wie hieß der noch mal mit Vornamen, dieser Schulz?) … ach ja, Martin.

Also zu Ihrer Beruhigung – die Genannten singen nicht, spielen nicht und machen machen auch sonst keine Musik.

Andere taten dies schon. Da war zum Beispiel Gustav Adolf Merkel. Der war Kompositeur, orgelte an der Katholischen Hofkirche zu Dresden und komponierte immerhin neun Orgelsonaten. Außerhalb der Orgelmusik kennt ihn so gut wie kein Mensch.

Anders Johann Abraham Peter Schulz. Der ging vor allem in das volkstümliche Liedergut ein – und damit erlangte er Ruhm und ewige Ehren. Denn auch heute noch geht der Mond auf – und ja, das hat er komponiert. „Der Mond ist aufgegangen“ und zu Weihnachten schallt sein zweiter Hit aus allen Dampfradios, Beschallungsanlagen und von den Tannenspitzen: „ihr Kinderlein kommet.“

Wer die Musik der beiden hören will, sollet in Hamburg wohnen. Dort ist die Musik beider in der Hauptkirche St. Michaelis zu hören – am Wahltag versteht sich.

Meine Prognose: In den Folgetagen des 24. Septembers wird man wieder mehr von Merkel hören als von Schulz. Von Angela Merkel und Martin Schulz, in diesem Fall.

Für eine ausgezeichnete Musikwiedergabe müssen Sie …

Für eine ausgezeichnete Musikwiedergabe müssen Sie …

Wie würden Sie diesen Satz beenden?

Es gab Zeiten, zu denen man gesagt hätte, Sie müssten vor allem tief in die Tasche greifen. Ich erinnere ich noch an die Zeiten, an denen die Menschen mit Watts, Klirrfaktoren, Kabelquerschnitten und Ähnlichem argumentierten.

Übrigens höre ich gerade Jazz24, ein Sender, der in den USA beheimatet ist und den ich via Mini-Computer empfange. Der Datenstrom geht dann über die eingebaute Sound-Lösung an den Kopfhöreranschluss und von dort an einen der preiswertesten TEAC-Receiver. An dem wiederum hängen ein paar recht, recht alte Bassreflexboxen.

Also: Für eine ausgezeichnete Hi-Fi-Musikwiedergabe müssen Sie … wie würden Sie diesen Satz beenden? Ich bin gespannt, was Sie zu sagen haben ...

Andris Nelsons begeistert das Leipziger Konzertpublikum

Andris Nelsons begeistert das Leipziger Konzertpublikum

Nicht immer war klar, wie das teilweise etwas angejahrte Leipziger Konzertpublikum auf den neuen Dirigenten Andris Nelsons reagieren würde. Jener nämlich war als potenzieller Erneurer des Repertoires ebenso gepriesen wie beschimpft worden. Man fürchtete zu Anfang gar, in der neuen Saison (2017/2018) würde es Kündigungen der Anrechte (Abonnements) geben.

Doch nun wurde er überschwänglich bejubelt. Die Leipziger Volkszeitung schrieb bereits von einem neuen „lieblingsten“ Dirigenten der Leipziger – und dies, obgleich er sehr jung ist. Nicht halb so alt wie die meisten der Zuhörer, aber es kommt dieser Zahl nahe.

Da ich nur ein Hörer klassischer Musik bin und kein Adept: Andris Nelsons soll zu den fünf begehrtesten Dirigenten der Welt gehören.

Na also – wer das sein Abonnement kündigte, tat es möglicherweise, weil seine Ohren neue Klänge nicht mehr so recht in die Psyche einleiten wollen.

Ich besuchte das Konzert im Gewandhaus gestern, am 19.März.

ESC: Hübsche Brüste, nette Gesichter, Balladen-Einheitsbrei

Oh, ja – ich habe die Vorentscheidung zur Eurovision 2017 gesehen, jedenfalls den ersten Teil. Damen in Nachtgewändern, von denen ich später las, dass sie Brautkleider darstellen sollten, mit gefälligen Gesichtern. Einige konnten sogar singen, und die Damen und Herren Kompositeure setzten überwiegend auf Balladen. Ach ja, die gingen ja damals, also 2016, so zu herzen, nicht wahr? Der Moderator wiederholte sich mehrmals, dass die Wahl schwerfiel – zwischen Einheitsbrei und Einheitsbrei, nett anzusehen und nett anzusehen. Die Herren? Ach ja, smarte Jungs, aber leider müde Songs. Warum der Portugiese Salvador Sobral überhaupt auftreten durfte mit seinem wenig überzeugenden Stimmchen, war mir ebenso schleierhaft wie seine gute Platzierung. (1)

Was bleibt? Balladen, die alle irgendwie gleich klingen, Sängerinnen, die auf sexy gestylt waren, smarte Jungs – und dann und wann ein wenig mehr Talent, als man vermutete.

Warten wir mal den zweiten Teil ab. Nach dem Ersten würde ich sagen: Vergesst doch das blöde Festival. Das bisschen Singsang ist die Kohle nicht wert, die es kostet.

(1) Hier musste ich im Finale meine Meinung korrigieren. War er da besser oder war ich nicht objektiv genug?