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Connewitz

Wie kommt eigentlich ein Bundesinnenminister darauf, nach den Hamburger Krawallen nun ausgerechnet nach Leipzig-Connewitz zu schauen? Gab es da eine SMS oder eine WhatsApp-Nachricht, ein Telefongespräch oder ein Fax von der sächsischen CDU oder vom Leipziger Stadtrat?

Jedenfalls – und das ist das Bedauerliche an allen – verbellen nun CDU, FDP und AfD zwar getrennt voneinander, aber ähnlich, den Oberbürgermeister oder nicht näher genannte Mitglieder des Stadtrats.

Ach ja – die CDU macht Wahlkampf, und die FDP biedert sich als zukünftiger Koalitionspartner an. Das mag legitim sein, ist aber dennoch verwerflich, weil das Thema „Extremismus“ in Sachsen die rechte wie die linke Szene betrifft und sich zudem viele Bürger „innerlich“ radikalisiert haben, die nicht randalieren. Und sicher muss man über rechte und linke Gewalt im Leipziger Stadtrat reden – und das sollte man, bevor man sich vollmundig aus dem Fenster lehnt. Sinnreiches sagte der Leipziger Polizeichef Bernd Merbitz. Zwar tiltete die „Leipziger Volkszeitung“ populistisch „Die Zeit des Redens muss vorbei sein“ – aber das war ziemlich willkürlich aus dem Zusammenhang gerissen. Auf die Frage der LVZ „Der Staat sollte als Härte zeigen?“ sagte Herr Merbitz (1):

Ich wünsche mir mehr miteinander, selbstverständlich auch mit den Connewitzern, die nicht pauschal zu verurteilen sind, und weniger Feindbilder.


Tatsächlich, so bemerkte er später, müsse die Zeit des Redens vorbei sein – meinte damit aber, dass Gespräche nicht um ihrer selbst willen, sondern der Inhalte wegen geführt werden müssten. Zugleich verlangte er, dass die Fakten auf den Tisch müssten.

Die von ihm weiterhin gestellte Frage, warum gerade Leipzig für Linksextremisten „derart anziehend“ ist, gehört sicherlich dazu – denn wer sie beantworten könnte, der hätte den Schlüssel für Lösungen in der Hand. Aber wahrscheinlich wird es doch wieder darauf hinauslaufen, dass eine genaue Analyse nicht stattfindet und stattdessen populistische Parolen ins Volk getrötet werden.

Und nur noch mal zum Nachdenken, ihre Schwätzer aus der Ferne: Connewitz ist in erster Linie ein Stadtteil von Leipzig,

(1) Das Zitat entnahm ich der Printausgabe der LVZ vom 14. Juli 2017.

Debattenkultur und Hasskommentare

Nahezu alle Zeitungen und Zeitschriften haben heute mit Kommentaren zu kämpfen, die an Radikalität weit über die Grenzen des Vertretbaren hinausgehen. Dazu heißt es auf einer neuen Webseite:

Die Debattenkultur im Netz ist aus den Fugen geraten. Nutzerkommentare auf Nachrichtenseiten sind häufig ideologisch, beleidigend und zum Teil hasserfüllt. Mit hohem Moderationsaufwand filtern Redaktionen die schlimmsten Beiträge heraus - und werden als Zensoren beschimpft. Andere Redaktionen kapitulieren und schränken die Kommentarfunktion ein.


Kein Wunder, dass man versucht, Methoden der Auto-Moderation mithilfe von Software zu entwickeln. Das ist trotz der Fortschritte bei der Programmierung „künstlicher Intelligenz“ ein schwieriges Unterfangen, weil man dabei immer ganze Sätze untersuchen muss. Wie schwierig es ist, und wie verwirrend es ist, wenn es dennoch getan wird, kann man häufig anhand der Textanalysen der Universität Leipzig sehen.

Nun hat das Institut für Wirtschaftsinformatik der WWU Münster ein Projekt ins Leben gerufen, das einen Beitrag zur automatischen Textanalyse als Voraussetzung zur Moderation von Online-Diskussionen leisten will.

Es läuft im Netz unter dem Stichwort „Cyberhate-Mining“ und dem Hashtag #HateMining.

Ich wünsche Glück und Erfolg.

Maischberger

Talkshows sind in erster Linie Shows, in zweiter Linie dummes Gewäsch und erst in dritter und letzter Linie dienen sie der Information der Zuschauer. Das gilt für fast alle, auch für die angeblich „hochwertigen“ Shows, bei denen es oberflächlich gesehen um politische Themen geht.

Diese Polit-Unterhaltungssendungen haben einen Haken: Das Publikum erwartet, dass sich die Beteiligten heftig zoffen. Und sie sehen die Shows teils eben wie Boxkämpfe, bei dem es Sieger und Besiegte gibt. Der Grund: die Meisten deutschen sind rhetorische Luschen und glauben, sie wären bei Talkshows im Redezirkus – was leider meist zutrifft.

Der zweite Nachteil liegt darin, dass Deutsche keine Diskussionskultur haben – und das gilt leider auch für die Vorzeige-Köpfe, die wir bei Talkshows sehen. Und dabei sind noch nicht einmal die Quertreiber gemeint, die man absichtlich einlädt, um dem Zuschauer Zoff vorzuführen.

Der dritte Nachteil liegt – mit Verlaub – an den Moderatorinnen/Moderatoren. Durch den Showcharakter und die rüpelhaften Gestalten, die dort ab und an auftreten, haben sie es schwer, zu Sache zu kommen. Wobei die „Sache“ ja zumeist ohnehin kaum interessiert und sich die Katze deshalb in den Schwanz beißt.

In der letzten Talkshow vor der Sommerpause verließ ausgerechnet der ansonsten sehr sachliche und moderate Wolfgang Bosbach die Maischberger-Show vorzeitig. Ursache waren die Einlassungen der Ex-Grünen Jutta von Ditfurth, die – wie so viele andere Ultralinke – versuchte, die Gewaltbereitschaft der Linksradikalen als ein legitimes politisches Mittel zu verteidigen.

In der Presse wird dieser Fall als gerne eine Kontroverse zwischen Herrn Bosbach und Frau Ditfurth betrachtet – in Wahrheit aber wirft die Sendung die Frage auf, ob Sendungen wie „Maischberger“ – politisch gesehen - überhaupt einen Sinn haben.


Wehrhafte Demokratie gegen Chaos von Links und Rechts

Das eigentliche Problem der linken Provokationen besteht darin, nicht unterscheiden zu können, wo Recht und Unrecht herrscht.

Um es klar zu sagen: Wer die Polizei sozusagen als gleichwertig mit linken, gewaltbereiten Chaoten sieht, hat den Realitätssinn verloren. Und wer behauptet, da habe eben „Gewalt gegen Gewalt“ oder „Rechtsbruch gegen Rechtsbruch“ gestanden, der greift sowohl die Demokratie wie auch den Rechtsstaat an – und sei es „nur“ journalistisch. Diese Angriffe im Geiste des Linksextremismus mögen durch die Meinungsfreiheit gerade noch gedeckt sein, doch sind sie gleichwohl gefährlich für uns alle.

Nie wieder Sozialismus und linkslastiges Gedankengut

Die Demokratie muss sich gegen Rechts und gegen Links wehren – und nur eine starke, abwehrbereite Demokratie wird uns auf Dauer dabei helfen. Dies ist vorrangig die Aufgabe von Politikern und Parlamentariern, dann von Polizisten und Richtern. Und nicht zuletzt ist dies eine Aufgabe der freien Presse. Zu ihnen allen sollten wir jetzt stehen – und den linken Publikationen mutig widersprechen, die uns Glauben machen wollen, wir müssten zusehen, wenn die Linken unsere Demokratie angreifen.

CDU in Hamburg beharkt den Bürgermeister

Ach, das Schnattern hat kein Ende – das Schnatterfernsehen, die Schnatterpresse und die Schnatterköpfe – und eine CDU-Fraktion in Hamburg,, die nun auch den Bürgermeister zum Rücktritt auffordert.

Ach, liebe Christdemokratische Union in der Hansestadt, hattet ihr nicht einst den Herrn Ole von Beust als Bürgermeister? Immerhin sagte die MoPo vor einiger Zeit:

Wer aber heute mit etwas Abstand darüber nachdenkt, was in neun Jahren Ole eigentlich gut war, der kommt nach einigem Grübeln zu dem erschreckenden Ergebnis: Viel fällt einem da nicht ein... Seine Fehler aber werden noch in Generationen zu spüren sein.


Ob Fehler oder nicht … die CDU hatte ihren Bürgermeister. Und er hätte die Probleme anpacken können, die ja auch damals schon bestanden. Und jetzt hat die Stadt einen anderen Bürgermeister – und da darf man wohl erwarten, dass sich diese CDU als Teil der Hamburger Bürgerschaft erweist und zunächst einmal das tut, was nötig ist – zur Sache kommen und konkrete Pläne schmieden. Abgesehen davon ist es nicht nur unverschämt, seitens der CDU-Fraktion den Rücktritt des Bürgermeisters zu fordern, sondern auch unhanseatisch. Denn wenn man selbst keine besseren Lösungen hat, sollte man gefälligst still sein und in sich gehen.